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09.05.2012

09:23 Uhr

Tages- und Festgeld

Wie Kunden noch hohe Zinsen ergattern

VonJens Hagen

Das historisch niedrige Zinsniveau beutelt die Anleger. Wer drei Regeln beachtet, kann trotzdem noch einen guten Schnitt machen. Ein Vergleich zeigt, welche Anbieter konstant gute Konditionen bieten.

Sparschwein: Der Weg zum hohen Zins ist lang und steinig. dpa

Sparschwein: Der Weg zum hohen Zins ist lang und steinig.

Häufig ist ein guter Mix viel mehr als die Summe seiner Teile. Nicht umsonst ist ein frisch bereiteter Martini beliebter als Gin oder Wermut pur. Die besten Bordeaux-Weine sind immer Cuvees aus verschiedenen Rebsorten. Und fast jeder bessere Cognac ist ein Verschnitt.

Was für einen ordentlichen Schoppen gilt, kann für den Genuss höherer Zinsen nicht schlecht sein. Mischprodukte von Tages- und Festgeldkonten bieten mittlerweile mehrere Banken an. Die NIBC direkt bietet etwa ein Festgeldkonto an, bei dem die Kunden die Hälfte der Einlagesumme als flexibles Tagesgeld vor Ablauf der bis zu zehn Jahre dauernden Laufzeit abheben können. Die VTB Direct bietet ein ähnliches Festgeld an, bei dem zwanzig Prozent der Einlagen jederzeit verfügbar sind. „Beide Offerten bieten im Marktvergleich höhere Zinsen als reine Tagesgeldangebote und liegen beim Festgeld im oberen Drittel der Angebote“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung.

Auch reine Tagesgeldkonten bieten mittlerweile längerfristig feste Zinsen. Cortal Consors garantiert den Zinssatz für zwölf Monate, die Barclays Bank verspricht sogar für die nächsten drei Jahre, dass der Tagesgeldzins
immer 1,50 Prozentpunkte über dem EZB-Leitzins liegt. Damit dürfte die Bank gute Chancen haben, in diesem Jahr konstant unter den besten Anbietern zu landen.

Anleger auf der Suche nach der maximalen Rendite haben bei den Zinskontentrotz solcher Angebote nur mit der richtigen Strategie Erfolg. Tagesgeld lohnt im Vergleich zu Festgeld nur, wenn die Zinsen deutlich steigen. Wer dem Staat Österreich als Garantiegeber vertraut, bekommt aktuell für eine Laufzeit von drei Jahren 3,60 Prozent Zinsen. Der beste vergleichbare Tagesgeldanbieter bietet nur 2,71 Prozent.

Wer mit diesem Satz startet, müsste nach einem Jahr für den Rest der Laufzeit 4,05 Prozent Zinsen bekommen, um mit dem Dreijahrestermingeld gleichzuziehen. „Dieser Anstieg ist angesichts der Finanzkrise und der damit verbundenen Niedrigzinspolitik eher unwahrscheinlich“, sagt Herbst. Die erste Regel für Anleger lautet: Kunden, die nichtkurzfristig an ihr Erspartes müssen, bevorzugen Festgeld.

Mindestens ebenso wichtig ist die Wahl des Anbieters. Bei einem Festgeldkonto mit einer Laufzeit von drei Jahren und einem Anlagebetrag von 10 000 Euro variieren die aktuellen Sätze zwischen 0,75 und 3,80 Prozent. Beim Tagesgeld liegen die Konditionen zwischen 0,20 und 2,71 Prozent.

Kommentare (6)

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Crash

09.05.2012, 10:10 Uhr

Alle hier angegebenen Banken sind ein Risiko . Ich würde niemals mein Konto dort anlegen .Zum Teil sind es ausländische Banken ,da sie keine Sicherheiten bieten .
Lieber einen niedrigeren Zins als ein hohes Risiko .

Genosse

09.05.2012, 10:51 Uhr

Bei einem EZB-Leitzins von 1% können diese Direktbanken nur so hohe Zinsen bieten, da sie mit einer durchschnittlichen Anlagedauer von 7 Jahren und mehr rechnen.
Realistisch betrachtet bescheissen sich diese Banken ihre "Superkonditionen" nur auf dem Papier, von der Einlagensicherung mal ganz abgesehen...

Mario

09.05.2012, 14:30 Uhr

Wieviele Jahre sind nun seit Kaupthing und Lehman Brothers vergangen? Und schon wieder versuchen Laien ohne detaillierte Einsicht in das jeweilige Kreditinstitut Empfehlungen für Bankanlageprodukte abzugeben. Und hinterher will's wieder keiner gewesen sein. Wie wollen die jeweiligen Institute langfristig diese horrenden Zinsen bezahlen?

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