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10.06.2016

11:51 Uhr

Tagesgeld-Konditionen

ING-Diba senkt erneut die Zinsen

VonAnne Wiktorin

Auch der Marktführer bei Tagesgeld kann sich dem Sog der Mini-Zinsen nicht entziehen. Ab Mitte Juni passt die Direktbank ihre Zinskonditionen nach unten an. Damit zählen sie immer noch zu den besseren der Branche.

Sparer der Direktbank müssen ab Juni mit weniger Zinsertrag leben. dpa

Logo der ING-Diba

Sparer der Direktbank müssen ab Juni mit weniger Zinsertrag leben.

DüsseldorfViel gibt es ohnehin nicht mehr für Tagesgeld - doch selbst das Wenige schmilzt weiter. Bei der ING-Diba verzinst sich das Ersparte auf dem Tagesgeldkonto nur noch bis zum 14.6. mit 0,5 Prozent. Danach müssen sich Kunden, die nicht mehr als 100.000 Euro zur Seite gelegt haben, mit 0,35 Prozent zufrieden werden. Für Guthaben, die über der Marke von 100.000 Euro liegen, gibt es gerade noch 0,15 Prozent.

Zuletzt hatte das Institut seine Tagesgeldkonditionen Mitte Dezember 2015 nach unten angepasst.

Das Angebot des Tochterunternehmens der niederländischen ING Groep gehört damit aber immer noch zu den vergleichsweise besseren. Viele Banken - und vor allem Sparkassen - zahlen gar keine Zinsen mehr für Guthaben, die sich Sparer jederzeit auszahlen lassen können. Eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox aus dem vergangenen April zeigte, dass der Großteil der Geldhäuser noch maximal 0,05 Prozent Zinsen bietet. Auf Tagesgeldkonten von fast 100 Kreditinstituten gab es gar keinen Zinsertrag mehr, wenn Kunden 10.000 Euro anlegen.

Die niedrigen Sparzinsen sind eine unmittelbare Folge der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank der Euro-Staaten senkte im März nicht nur den Leitzins auf Null. Sie drückte auch den negativen Einlagenzins weiter nach unten. Banken müssen nun einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen, wenn sie über Nacht überschüssiges Kapital auf Konten der Notenbank parken. Mit dem negativen Einlagenzins will die EZB die Kreditvergabe im Euroraum ankurbeln.

Ob die magere Zinskost den Deutschen das Kontensparen verleidet, ist dennoch wenig wahrscheinlich. Knapp 40 Prozent des Geldvermögens privater Haushalte – insgesamt gut zwei Billionen Euro – lagen zuletzt nach Angaben der Deutschen Bundesbank auf Konten und Sparbüchern.

ING-Diba-Kunden, die mit ihrem - immerhin noch kostenlosen - Girokonto ins Minus rutschen, berechnet die Bank übrigens einen effektiven Dispozins von 7,76 Prozent.

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