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29.01.2015

14:42 Uhr

Tagesgeld-Vergleich

Sag zum Abschied leise Zinstief

VonKatharina Schneider

Wer sich spontan vom Sparbuch trennen möchte, muss Vorschusszinsen zahlen. Arm werden Anleger dabei aber nicht. Wie der Abschied gelingt und ob das Tagesgeldkonto als Trostpflaster taugt, zeigt unser Tool der Woche.

Die Trennung von ihrem Sparbuch fällt vielen Deutschen dennoch schwer.

Eine alte Liebe zerbricht

Die Trennung von ihrem Sparbuch fällt vielen Deutschen dennoch schwer.

DüsseldorfTrennungen können sehr schmerzhaft sein. Auch Achim Huber hat gerade Schluss gemacht. Seine Beziehung hatte mehr als 30 Jahre gehalten. Doch zuletzt waren die Gefühle geschwunden. Auf Dauer hält es eben auch die größte Liebe nicht aus, wenn der eine immerzu gibt und vom anderen nichts zurückkommt. Damit musste endlich Schluss sein. Hoffnung auf bessere Zeiten? Gab es nicht. Die Sorge, teuer dafür bezahlen zu müssen? Schreckte ihn nicht mehr. Also hat Achim Huber es getan: Er hat sein Sparbuch gekündigt.

Achim Huber gibt es gar nicht. Doch Sparbücher gibt es in Deutschland noch jede Menge. Mehr als jeder zweite Bürger hat eins. Die meisten sind die Verbindung mit dem Sparbuch wohl schon in Kindertagen eingegangen, haben alljährlich am Weltspartag ihre Spardose zur Bank getragen und stolz die Münzen – oder gar Scheine – in die Zählmaschine gekippt. Um den Umgang mit Geld zu lernen, war das gut. Doch was soll ein Erwachsener heute noch mit einem Sparbuch anfangen?

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Vielleicht die hohen Zinsen einstreichen? Wohl kaum, denn Sparbücher bringen nur etwa ein halbes Prozent. Nach Abzug der Inflation ist das also ein Verlustgeschäft. Und das Gehalt oder die Rente? Landet freilich auf dem Girokonto. Und wer kurzfristig über etwas mehr Geld verfügen muss, hat zu diesem Zweck meist ein Tagesgeldkonto.

Mit Flexibilität hat ein Sparbuch wenig zu tun. Wer pro Monat spontan mehr als 2000 Euro abheben oder das Konto von heute auf morgen komplett auflösen will, muss dafür eine Gebühren zahlen. Kostenlos kann der Kunde meist nur dann über höhere Summen verfügen, wenn er eine dreimonatige Kündigungsfrist einhält.

Wegen dieser Gebühren könnte manch einer jahrelang vor einer Trennung zurückgeschreckt sein. Vorschuss- oder Strafzinsen lautet hier das Stichwort. Doch diese Gebühren sind zurzeit verschwindend gering, denn sie betragen ein Viertel des aktuellen Zinssatzes. Laut Zinsvergleich der FMH Finanzberatung bringen Sparbücher aktuell nur durchschnittlich 0,16 Prozent Zinsen pro Jahr. Ein Viertel davon wären knapp 0,04 Prozent. „Bei den meisten Banken werden diese Zinsen entsprechend der dreimonatigen Kündigungsfrist für 90 Tage berechnet“, erklärt Sigrid Herbst von der FMH Finanzberatung.

Kommentare (5)

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Herr Albert Kevekordes

29.01.2015, 16:53 Uhr

Super. Gebe ich der Versicherung mit 60 Jahren 100000€, mit knapp 88 Jahren habe ich sie wieder, Verzinsung 0%. Bei dem besten Versicherer!

Herr Achim Zynn

29.01.2015, 20:48 Uhr

Die Frage von ABschied ist aber immer auch die Frage nach

Herr Achim Zynn

29.01.2015, 20:56 Uhr

Die Frage von "Abschied" ist aber auch immer die Frage nach Alternativen. Klar kann man sich über niedrige Zinsen auf dem Spar- oder Tagesgeldkonto ärgern. Aber durch einen Abzug des Geldes alleine hat man ja noch keine bessere Alternative. Zum Glück bieten einige konservative Mischfonds wie z.B. von Ethenea, AGI und Co durchaus zwei bis vier Prozent Renditechance (natürlich bei anderem Risiko) oder wikifolios wie das Angsthasen-Sparbuch www.wikifolio.com/de/SPARBUCH zeigen ebenfalls andere Wege. Auf jeden Fall ist es keine Lösung, das Geld daheim unters Kopfkissen zu legen und auf den nächsten Wohnungsbrand zu warten...

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