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11.12.2014

11:22 Uhr

Tagesgeld-Vergleich

Wohin nur mit dem Weihnachtsgeld?

VonJens Hagen

Schon vergessen? Anfang des Monats gab es für viele Arbeitnehmer Weihnachtsgeld. Wer nicht alles für Geschenke ausgeben möchte, kann ein Tagesgeldkonto eröffnen. Ein Vergleich zeigt, wo es die höchsten Zinsen gibt.

Weihnachtsgeld: Wenn was übrig bleibt, sollte es wenigstens Zinsen bringen.

Weihnachtsgeld: Wenn was übrig bleibt, sollte es wenigstens Zinsen bringen.

Wie viel dieses Jahr an Geschenken unter dem Weihnachtsbaum liegt, das hängt auch vom Tarifvertrag ab. Für die Mehrzahl der Angestellten vereinbaren Arbeitgeber und Gewerkschaften das Weihnachtsgeld. Je nach Verhandlungsergebnis fällt diese Sonderzahlung, die meist auf dem Gehaltszettel für November auftaucht, sehr unterschiedlich aus.

Eine Auswertung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt: Beschäftigte im Bankgewerbe, der Süßwarenindustrie, der westdeutschen Chemieindustrie und der Druckindustrie erzielen ein Weihnachtsgeld von 95 bis 100 Prozent eines Monatseinkommens. Angestellte bei Versicherern müssen sich mit 80 Prozent begnügen. Im westdeutschen Einzelhandel gibt es 62,5 Prozent, bei der Metallindustrie 55 Prozent. Kein Weihnachtsgeld ist in den Verträgen der Gebäudereiniger und im Bauhauptgewerbe Ost vorgesehen.

Die Auswertung der Stiftung zeigt auch: Wer es etwa als Mitarbeiter in der Chemie oder bei einer Bank schafft, ein hohes Grundeinkommen mit einer üppigen Weihnachtsgeld-Vereinbarung und einer wohlbedachten Einkommensteuer-Strategie zu vereinen, der kann sich in der Adventszeit über ein hübsches Sümmchen freuen.

Falls nach dem Kauf der Geschenke vom Weihnachtsgeld noch etwas übrig ist, kann ein Tagesgeldkonto die passende Anlageform sein. „Viele Menschen denken, dass sich das Sparen wegen der niedrigen Zinsen nicht mehr lohnt“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung. „Richtig ist aber, dass die Menschen wegen der niedrigen Zinsen eigentlich mehr sparen müssten“.

Wenn die Bank pleitegeht

Europäische Regelung

Tages- oder Festgeld gilt als sichere Anlage. Doch was passiert, wenn eine Bank pleitegeht? In der gesamten Europäischen Union gilt ein gesetzlicher Entschädigungsanspruch von 100.000 Euro pro Anleger.

Deutschland

In Deutschland gibt es darüber hinaus freiwillige Einlagenschutzsysteme, die noch größere Entschädigungssummen versprechen. Darauf gibt es aber keinen Rechtsanspruch.

Alternative Regelungen

Bankkunden sollten vorab prüfen, bei welchem Einlagensicherungssystem ein Institut überhaupt registriert ist. Denn es gibt einige Banken, die sich dem Einlagensicherungsfonds anderer Länder angeschlossen haben. Die Bigbank gehört zum Beispiel dem estnischen Einlagenschutzfonds an, die IW Bank, eine Tochter der Ubi Banca, ist dem italienischen Fonds angeschlossen. Die VTB Direktbank – nicht zu verwechseln mit der VTB Bank Deutschland – ist Österreichs Einlagensicherungssystem angegliedert.

Risiken

Solche Aspekte sind wichtiger geworden, seit wegen der Staatsschuldenkrise die Zahlungsfähigkeit ganzer EU-Staaten angezweifelt wird. Denn es gibt kaum einen Einlagensicherungsfonds, der die Pleite einer großen Bank ohne Staatshilfe überstehen könnte. Selbst der Einlagensicherungsfonds der deutschen privaten Banken benötigte öffentliche Gelder, als die Deutschland-Tochter der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 Insolvenz anmeldete. „Deshalb ist die Frage wichtig, ob der jeweilige Staat finanzkräftig genug ist, um notfalls für das Einlagensicherungssystem einzustehen“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Aus diesem Grund arbeitet Brüssel an einem EU-weiten Sicherungsfonds.

Auf Nummer Sicher

Der Verbraucherschützer rät Anlegern deshalb, darauf zu achten, dass eine Bank den Schutz der deutschen Einlagensicherung anbietet: „Die implizite Staatsgarantie Deutschlands ist höher zu bewerten als die von vielen anderen europäischen Staaten.“ Eine neue Richtlinie der EU sieht vor, dass in Sicherungsfälle im EU-Ausland künftig in der Sprache des Sparerlandes abgewickelt werden. Dafür sollen obligatorische Kooperationsvereinbarungen zwischen den Sicherungssystemen sorgen.



Seine Rechnung: Wer vor sechs Jahren 10.000 Euro zu einem Zinssatz von vier Prozent angelegt hatte, benötigte drei Monate, bis er bei einem Tagesgeldkonto hundert Euro erzielte. Heute liegt der durchschnittliche Zins auf Tagesgeld bei 0,5 Prozent. Wenn Kunden zu heutigen Durchschnittskonditionen hundert Euro erzielen möchten, dann müssten sie ihr Geld zwei Jahre auf dem Konto belassen. „Sparer können immer weniger auf kräftigen Zinszuwachs bauen und sollten die Banken noch genauer auswählen“; sagt Herbst.

Kommentare (20)

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Herr Michael Mouse

11.12.2014, 11:45 Uhr

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Herr Michael Mouse

11.12.2014, 11:48 Uhr

 Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Michael Mouse

11.12.2014, 11:50 Uhr

 
Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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