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18.09.2012

17:32 Uhr

Techniker Krankenkasse

Versicherte bekommen Geld zurück

Die Techniker Krankenkasse macht, was andere ablehnen: Ihre sechs Millionen Versicherten bekommen Geld zurück. Andere große Kassen, die auch auf hohen Rücklagen sitzen, weigern sich bislang.

Die Techniker Krankenkasse will Geld an ihre Versicherten zurückzahlen. dpa

Die Techniker Krankenkasse will Geld an ihre Versicherten zurückzahlen.

HamburgDas Finanzpolster der gesetzlichen Krankenkassen ist so dick wie lange nicht. Daher wurde der Ruf nach Entlastung der Beitragszahler immer lauter. Die Techniker Krankenkasse strebt nun als erste unter den großen Kassen eine Prämienrückzahlung an.
Die rund sechs Millionen Beitragszahler der Techniker Krankenkasse (TK) sollen wegen der günstigen Finanzlage Geld zurückerhalten. Diesen Vorschlag wolle der Vorstand dem Verwaltungsrat machen, bestätigte ein TK-Sprecher in Hamburg. Über die genaue Höhe der Rückzahlung entscheidet der Verwaltungsrat voraussichtlich am 12. Oktober.

Krankenversicherer mit den meisten Beschwerden

Platz 5

Central

Zahl der Beschwerden: 9,9 pro 100.000 Versicherten

Quelle: Aufsichtsamt BaFin (Stand 2010)

Platz 4

Axa

Zahl der Beschwerden: 11,0 pro 100.000 Versicherten.

Platz 3

Mannheimer

Zahl der Beschwerden: 11,6 pro 100.000 Versicherten

Platz 2

Münchener Verein

Zahl der Beschwerden: 14,1 pro 100.000 Versicherten

Platz 1

Gothaer

Zahl der Beschwerden: 17,5 pro 100.000 Versicherten

Die Höhe der Jahresprämie konnte der Sprecher noch nicht beziffern. Auch wer genau in den Genuss der Prämie kommen solle, werde erst bei der Sondersitzung entschieden. Nach Angaben des Internetportals der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) dürfte die Jahresprämie mindestens 100 Euro betragen. Die Ausschüttung muss jedoch versteuert werden. Insgesamt hat die Techniker Krankenkasse 8,2 Millionen Versicherte.
Bei den Krankenkassen in Deutschland sind Reserven von mehr als 20 Milliarden Euro aufgelaufen, von denen nur ein Teil für den Kassenbetrieb einbehalten werden muss. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) begrüßte das geplante TK-Angebot. „So können die Versicherten in Euro und Cent die Kassen und ihre Leistungen vergleichen“, sagte Bahr der FAZ.

Die TK machte deutlich, sie reagiere mit ihrem Plan nicht auf politischen Druck. Eine Prämienzahlung sei ein gesetzlich vorgesehener Weg, die Rücklagen seien bis zur gesetzlich zulässigen Höchstgrenze aufgefüllt.
Nicht alle Krankenversicherer wollen einen Bonus ausschütten: „Uns ist ein attraktives Leistungsportfolio wichtiger als eine verhältnismäßig geringe Prämienausschüttung, die die Versicherten auch noch versteuern müssten“, teilte ein Sprecher der Barmer GEK am Dienstag mit. Im September beschloss diese Kasse ein individuelles Gesundheitskonto für Präventionsmaßnahmen und Zusatzleistungen. Auch die Betriebskrankenkassen (BKK) plädierten für Leistungsausweitung statt Prämienausschüttung.

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

18.09.2012, 12:47 Uhr

Na das ist doch mal endlich eine erfreuliche Nachricht für alle gesetzlich versicherten Kassenpatienten. Erst vor 10 Tagen habe ich mich mit einem Mitarbeiter der TK unterhalten und ihn gefragt, wie es denn mal mit einer Prämienrückzahlung aufgrund der hohen Rücklagen aussieht. Dies hatte er damals noch mit dem Hinweis abgelehnt, das die TK lieber ausserordentliche über das gesetzliche Maß hinaus Zuschüsse bei div. Leistungen vorsieht. Da meine Frau und ich bei der TK bin, freuen wir uns nun über eine doppelte Rückzahlung. Es sollten noch mehr Kassen diesem Beispiel folgen.

Anonym

18.09.2012, 13:04 Uhr

... halte ich nicht für sonderlich sinnvoll. Besser als so kurzfristige Einmaleffekte wären Maßnahmen, die die Kosten der Kassen senken und so eine dauerhafte Senkung des Prozentsatzes ermöglichen oder weitere Erhöhungen unnötig machen. So zum Beispiel könnten eher die Bonusprogramme ausgeweitet oder attraktiver gestaltet werden, die Mitglieder zu einer gesünderen Lebensweise motivieren ...

justice

18.09.2012, 15:16 Uhr

Eine Rückzahlung von Prämien wäre dann überlegenswert, wenn das übrige Geld aus sparsamem Wirtschaften käme. Tatsächlich ist es aber genau die Summe, die aus dem Steuertopf subventioniert wurde. Ich verstehe nicht, wie man da so großspurig von Überschüssen reden kann, noch dazu von erwirtschafteten. Es sind lediglich nicht verbrauchte Steuerzuschüsse. Wenn also überhaupt jemand Geld zurückbekommen muss, dann der Steuerzahler. Ansonsten ist es nichts anderes als ein Selbstbedienungsmodell: Ich hole mir Steuerzuschüsse von allen und verteile die dann an meine Mitglieder! Nicht blöd, diese Geldvermehrung, aber unverschämt. Ganz zu schweigen davon den Privatversicherten, die ihren Beitrag selber zahlen und über die Steuer auch noch Rückzahlungsmodelle der Krankenkassen mitfinanzieren würden. Aber in Deutschland scheint ja alles möglich zu sein, solange der Staat sich uns seine Systeme feiern kann.

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