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05.12.2014

10:58 Uhr

Teure Geldpolitik

Niedrigzinsen kosten deutsche Sparer 300 Milliarden Euro

Die Deutschen ist Meister des Sparens. Diese alte Tugend kommt ihnen nun allerdings teuer zu stehen. Laut Berechnungen des Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn verlieren Sparer wegen der EZB-Politik jedes Jahr Milliarden.

Gestapelte Zwei-Euro-Münzen. Wegen der niedrigen Zinsen entgehen den Deutschen jedes Jahr bis zu 70 Milliarden Dollar. dpa

Gestapelte Zwei-Euro-Münzen. Wegen der niedrigen Zinsen entgehen den Deutschen jedes Jahr bis zu 70 Milliarden Dollar.

BerlinDie Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt Deutschland und seinen Sparern nach Auffassung von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn teuer zu stehen. „Nach meiner Berechnung sind den Deutschen seit 2008 etwa 300 Milliarden Euro entgangen im Vergleich zu den Zinsen, die Ende 2007, vor dem Ausbruch der Krise, zu erzielen waren“, sagte der Chef des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Freitag. Pro Jahr liege der Verlust damit bei jetzt 60 bis 70 Milliarden Euro.

„Die Sparer verlieren sehr viel Geld“, kritisierte Sinn. Hintergrund sei, dass Deutschland absolut gesehen der größte Kapitalexporteur der Welt sei und nach China über das zweitgrößte Netto-Auslandsvermögen verfüge. „Wir sind Gläubiger der Welt und verlieren durch die niedrigen Zinsen“, sagte er. Durch die Politik der EZB könne der Zins nicht mehr seine Selektionswirkung zwischen guten und schlechten Investitionsprojekten wahrnehmen. Es komme zu gewaltigen Fehllenkungen.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Die EZB habe im Übrigen mit dazu beigetragen, deutschem Sparkapital „Geleitschutz“ bei dem Weg in die Krisenstaaten Südeuropas zu geben, wo es zum Teil verbrannt werde, sagte Sinn. Wenn die EZB nun ankündige, ihre Bilanzsumme aufzublähen, dann diene das vor allem dazu, die Banken und Staaten Südeuropas zu retten. „Es geht nicht mehr um Geldpolitik, sondern es geht um eine fiskalische Rettungspolitik.“

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Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr wulff baer

05.12.2014, 11:55 Uhr

Pro Jahr 70 Milliarden Euro Verlust für den deutschen Sparer.

LV-Renditen gedrittelt. Altersrückstellungen dezimiert.
EZB Bilanzsumme zwischen 2-3 Billionen €.
(Anteil der deutschen Haftung bis zu 800 Milliarden)
ESM und ABS, weitere QEs geplant.

Der doofe Deutsche haftet jetzt schon mit Billionensummen, wenn, wie zu erwarten, die inkompatible Euro-Währung mitsamt dem durchgeknallten Draghi zum Teufel geht.

Der einzige Effekt aller QEs in Amerika und Eurozone besteht in einer Blase der Assets und Indexe.
Verschuldung und Arbeitslosigkeit steigen, überall Rezession und bald auch Deflation, und zum Schluß das Beste: Crash und die 3.Währungsreform innerhalb 100 Jahren.

Das alles ist das Werk eines dilettantischen Notenbankers, der ungehindert sein Mandat überschreiten und Deutschland und andere ruinieren darf.

Keiner der deutschen Wahlidioten, die die Parteien gewählt haben, die unsere Enteignung billigend in Kauf nehmen, geht auf die Straße.

Die einzigen, die auf die Straße gehen, sind linke und grüne Spinner im Kampf gegen Bahnhöfe oder sog.Rechtsradikale.

Die Deutschen, das Volk der Vollidioten!

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