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30.12.2016

12:04 Uhr

Teures Recht

Oft hohe Gebühren für „Jedermann-Konto“

Seit einem halben Jahr haben alle Menschen in Deutschland einen Rechtsanspruch auf ein Girokonto. Das soll denen helfen, die viele Banken früher abwiesen. Ganz billig ist die neue Regelung aber nicht – im Gegenteil.

Auch Obdachlose und Flüchtlinge sollten die Möglichkeit bekommen, ein Girokonto zu eröffnen. Deswegen wurde im vergangenen Juni das Recht von Verbrauchern auf ein Basiskonto eingeführt. Die Institute verlangen dafür allerdings hohe Summen. dpa

Recht auf ein Girokonto

Auch Obdachlose und Flüchtlinge sollten die Möglichkeit bekommen, ein Girokonto zu eröffnen. Deswegen wurde im vergangenen Juni das Recht von Verbrauchern auf ein Basiskonto eingeführt. Die Institute verlangen dafür allerdings hohe Summen.

Frankfurt/MainBankkunden in Deutschland müssen ihr Recht auf ein Girokonto oft teuer bezahlen. Für „Jedermann-Konten“, die auch Obdachlosen und Flüchtlingen Zugang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglichen sollen, verlangen etliche Institute hohe Gebühren. „Die Marktbeobachtung zeigt, dass das Basiskonto in aller Regel nicht das günstigste Kontomodell ist“, bilanziert Verbraucherschützerin Carmen Friedrich vom Netzwerk Marktwächter Finanzen. „Da sich das Angebot vor allem an sozial Schwächere richtet, muss man sich schon fragen, ob Gebühren von zehn Euro oder mehr angemessen sind.“

Seit dem 19. Juni hat in Deutschland jeder Bürger Rechtsanspruch auf ein Girokonto. Mit dem Zahlungskontengesetz wurde eine EU-Richtlinie umgesetzt. Einzige Voraussetzung für Einrichtung eines Basiskontos ist, dass man sich legal in der Europäischen Union aufhält. Der Konteninhaber erhält eine Bankkarte und darf Geld überweisen. Überzogen werden kann ein solches Konto nicht. Profitieren sollen von der Neuregelung nach früheren Angaben etwa eine Million Menschen.

Zehn größte Banken Deutschlands (nach Bilanzsumme Ende 2015)

Platz 10

Postbank

Bilanzsumme: 149 Milliarden Euro

Platz 9

Helaba

Bilanzsumme: 172 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 182 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 224 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 234 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 314 Milliarden Euro

Platz 4

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: 498 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren.

Platz 3

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 503 Milliarden Euro

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 536 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.740 Milliarden Euro

Zahlen, wie viele Jedermann-Konten in den vergangenen sechs Monaten eröffnet wurden, gibt es aus der Branche kaum. „Wir haben dem Gesetz entsprochen, das ist selbstverständlich. Aber dieses Konto ist kein Massenphänomen bei uns geworden“, sagte der Privatkundenchef der Commerzbank, Michael Mandel, der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Postbank hält sich bedeckt. „Die Zahl der Ablehnungen liegt bei mehreren Hundert“, erklärte eine Sprecherin des Bonner Instituts lediglich. „Die häufigsten Ablehnungsgründe sind nicht ausreichende Legitimation und ein bereits bestehendes Girokonto.“

Bei Deutschlands viertgrößter Sparkasse, der Frankfurter Sparkasse, haben in den vergangenen sechs Monaten knapp 500 Menschen ein Basiskonto eröffnet. „Anträge lehnen wir nur ab, wenn die gesetzlichen Bedingungen für die Kontoeröffnung nicht erfüllt sind - zum Beispiel, wenn der Antragsteller sich nicht mit gültigen Legitimationspapieren ausweisen kann“, teilte eine Sprecherin mit. Wie oft das vorkam, könne sie nicht sagen.

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30.12.2016, 12:46 Uhr

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