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19.09.2013

15:57 Uhr

Tool der Woche

Der falsche Traum vom sorgenfreien Lebensabend

VonDirk Wohleb

Eine Sofortrente garantiert regelmäßige monatliche Zahlungen bis zum Lebensende. Doch die Sicherheit hat ihren Preis. Kunden müssen hohe Kosten und eine niedrige Rendite in Kauf nehmen. Wie wenig übrig bleibt.

Um im Alter sorgenfrei zu leben, kommen die meisten Bundesbürger an einer privaten Altersvorsorge nicht vorbei. Eine Möglichkeit ist eine private Rentenversicherung in Form einer Sofortrente. dpa

Um im Alter sorgenfrei zu leben, kommen die meisten Bundesbürger an einer privaten Altersvorsorge nicht vorbei. Eine Möglichkeit ist eine private Rentenversicherung in Form einer Sofortrente.

DüsseldorfEin finanziell sicherer Lebensabend ist für die meisten Menschen ein großer Wunsch. Mit der gesetzlichen Rente ist das aber in der Regel kaum zu schaffen. Bis 2040 sinkt das Rentenniveau von 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens auf 67 Prozent. Private Vorsorge ist ein Muss: „Nach empirischen Ermittlungen der Ruhr-Universität Bochum sind Rentner mit ihrer finanziellen Situation zufrieden, wenn sie 87 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens im Ruhestand zur Verfügung haben. Damit ist die Rentenlücke im Alter deutlich größer, als auf der Grundlage von Schätzungen angenommen“, sagt Klaus Morgenstein vom Deutschen Institut für Altersvorsorge

Neben der staatlich geförderten Riester- und Rürup-Rente ist auch die Sofortrente eine Alternative. Bei dieser privaten Rentenversicherung bezahlen Sparer eine feste Summe an einen Versicherer. Der bezahlt dafür sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt eine lebenslange monatliche Rente. So kann auch die Sofortrente die Lücke im Rentenalter ausgleichen.

Für konservative Investoren, die auf ein hohes Maß an Planbarkeit Wert legen, kann das Sinn machen. „Im Prinzip ist eine Sofortrente eine Wette auf ein langes Leben. Wer so alt wird wie Johannes Heesters, für den ist das ein gutes Geschäft“, sagt Elke Weidenbach, Rentenexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Heesters starb 2011 und wurde 108 Jahre alt.

Aber Vorsicht: Die Versicherungen kalkulieren auch bei Sofortrenten die Lebenserwartung ihrer Kunden anhand von sogenannten Sterbetafeln. Dabei gehen sie von einem sehr hohen Alter der Menschen aus. Die Konsequenz: Wer früher stirbt, bekommt zu Lebzeiten deutlich weniger Geld zurück, als er einbezahlt hat.

Mit dem Vorsorgerechner von Handelsblatt Online bekommen Interessierte einen Eindruck, was die derzeit besten Anbieter bieten und welche Summen sie einzahlen müssten, um im Alter auskömmlich zu leben. Wer jetzt 65 Jahre alt ist und eine Million Euro einbezahlt, bekommt beim besten Anbieter eine Garantierente von monatlich 3600 Euro.

Die Planungssicherheit ist bei Sofortrenten enorm. Auch wenn das Kapital rein rechnerisch schon längst aufgebraucht ist, erhalten die Versicherten weiter die monatliche Zahlung.

Kommentare (22)

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Observer

19.09.2013, 16:06 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Frieda

19.09.2013, 17:13 Uhr

1 Mio. € einzahlen => 3.600 € Rente.
Nun kann sich jeder die Pensionsvermögen unserer Politiker ausrechnen. Auch bei den SPD-Größen, die eine Vermögenssteuer befürworten, dürfte sich das Pensionsvermögen auf 3 bis 5 Mio. € belaufen.

Bei der Diskussion um Vermögenssteuer und -abgaben wird viel über Betriebsvermögen und Barvermögen gesprochen. Wo bitte ist der Unterschied zwischen einem Pensionsanspruch und einem Vermögen zur Finanzierung des Ruhestands ?

Merbod

19.09.2013, 17:36 Uhr

Da muß ich aber staunen: Mit der größten Selbstverständlichkeit wird hier davon ausgegangen, daß bis 2040 alles so bleibt wie es momentan ist! Glauben Sie an Märchen? Weder den Euro in der heutigen Form wird es dann noch geben, noch werden Riester-Renten und andere Renten in der heutigen Höhe ausgezahlt werden. Da hält es der Kölner mit dem kölschen Spruch (hier auf hochdeutsch)"Nichts bleibt wie es ist."

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