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24.10.2013

16:26 Uhr

Tool der Woche

Die Masche mit dem Sofortkredit

VonSara Zinnecker

Schnelles Geld, günstige Konditionen und das alles ohne Schufa-Prüfung? Nur zu gern werben Online-Kreditvermittler so für den Sofortkredit per Mausklick. Doch nicht selten ziehen sie ihre Kunden über den Tisch.

Kreditvermittler locken gerne finanziell angeschlagene Kunden. Doch kommt es nur selten zu einem Kreditvertrag - oft knöpfen Maxda, Bonkredit und co. den Kunden nur noch mehr Geld ab. dpa

Kreditvermittler locken gerne finanziell angeschlagene Kunden. Doch kommt es nur selten zu einem Kreditvertrag - oft knöpfen Maxda, Bonkredit und co. den Kunden nur noch mehr Geld ab.

DüsseldorfHaben Sie Ihr Girokonto überzogen und müssen Rechnungen und Raten zahlen? Haben Sie kein Geld für private Anschaffungen und Investitionen? Möchten Sie Ihre laufenden Kredite zusammenfassen und nur noch eine niedrige Rate zahlen? So oder ähnlich werben Online-Kreditvermittler wie Maxda, Bonkredit oder Kreditstar24 gerne um „günstige Sofortkredite“ – und sie tun es in letzter Zeit immer massiver. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht mindestens eine E-Mail „auch in schwierigen Fällen“ Geld verspricht.

Dabei ist bei solchen Kreditangeboten höchste Vorsicht geboten. Denn „oft scheinen die Anbieter gar nicht die Absicht zu verfolgen, einen Kreditvertrag zu vermitteln“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Stattdessen würden die Kreditvermittler die Not der geldknappen Verbraucher ausnutzen – und sie erst einmal richtig zur Kasse bitten.

Dank diverser Gebühren kann die effektive Jahresverzinsung auch mal bei 20 Prozent liegen. Die Kosten regulärer Bank-Ratenkredite rangieren dagegen deutlich darunter: Von Ausreißern abgesehen, zahlen Kreditnehmer laut der Frankfurter Finanzberatung FMH im Schnitt um die sechs Prozent Zinsen. Einen Überblick über die Konditionen von 51 seriösen Geschäfts- und Direktbanken gibt der FMH-Ratenkreditvergleich.

Wie einfallsreich sich die Vermittler von Online-Krediten zeigen, hat sich die Stiftung Warentest einmal genauer angeschaut: Demnach sind teure Vorabgebühren ebenso die Regel wie kostenpflichtige Beratungshotlines. Auch würden die Kreditvermittler versuchen, zusätzliche Verträge, etwa diverse Versicherungen oder eine Baufinanzierung, an den Mann zu bringen. Ebenfalls beliebt: Rabattkarten auf besondere Einkäufe, deren Versand sich Kreditvermittler aber erst einmal bezahlen lassen. Die nach wie vor gängigste Masche sei aber, Vertragsunterlagen gegen Nachnahme zuzustellen. Der Kunde zahlt, wenn er die Sendung entgegennimmt.

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Trotz der zweifelhaften Praxis nehmen „die Verbraucherbeschwerden über unseriöse Kreditvermittler und Finanzsanierer zu“, sagt Nauhauser. Gegenwärtig geht die Verbraucherzentrale gegen diverse Kreditvermittler rechtlich vor, darunter die Cervia Finanz GmbH und die Lugano Finanz GmbH. Der Vorwurf, den die Anwälte den Anbietern gegenüber erheben, ist dabei meist derselbe: Kunden seien getäuscht worden. Im Glauben, einen Kreditvertrag zu unterschreiben, zeichneten die Kunden lediglich einen Vertrag über die Vermittlung des Kreditvertrags gegen – Anbieter nennen den auch gern Finanzsanierungsvertrag. Das Problem: Diese „Dienstleistung“ ist in der Regel nicht kostenlos. Die Cervia und Lugano Finanz GmbH etwa hatten im Anschluss an den Finanzsanierungsvertrag weitere Unterlagen per Post versandt – ein Kläger hätte dafür 347,50 Euro bezahlen sollen.

Auch gegen die Maxda GmbH, einen der bekanntesten Kreditvermittler, ist die Verbraucherzentrale schon vorgegangen. So hatte ein Maxda-Versicherungsvertreter einer Frau für einen Hausbesuch 199 Euro Fahrtkosten in Rechnung gestellt. Jedoch dürften Kreditvermittler Nebenentgelte nicht vereinbaren, beruft sich das Anwaltsschreiben auf die ständige Rechtsprechung. „Es dürfen keine Kosten für Fahrten zum Kunden verlangt werden, insbesondere wenn der Vermittlungsvertrag noch nicht abgeschlossen ist.“

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