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26.12.2013

13:24 Uhr

Tool der Woche

Diese Lebensversicherung braucht fast jeder

Die Lebensversicherer zahlen immer weniger Zinsen. Viele Verbraucher sollten die Senkungen jedoch ausblenden. Denn um Angehörige finanziell abzusichern, brauchen sie nur einen kleinen Teil der klassischen Police.

Wegen der niedrigen Zinsen haben die Lebensversicherer große Probleme. Es wird immer schwerer, die einst in Aussicht gestellten Gewinne für ihre Kunden zu erwirtschaften. dpa

Wegen der niedrigen Zinsen haben die Lebensversicherer große Probleme. Es wird immer schwerer, die einst in Aussicht gestellten Gewinne für ihre Kunden zu erwirtschaften.

DüsseldorfDie Lebensversicherer bringen zum Ende des Jahres viele schlechte Nachrichten. Denn erneut sinken ihre Zinsgutschriften in den klassischen Lebensversicherungen mit einem Garantiezins. Vergleichsweise gut steht noch der Branchenprimus Allianz da. Nur wenige Konkurrenten schaffen es, etwa die Allianz-Werte für die Überschussbeteiligung im nächsten Jahr zu übertreffen.

Das trifft jedoch vor allem Sparer. Der Hauptgrund, eine Lebensversicherung abzuschließen, sollte jedoch ein anderer sein: Angehörige oder die Familie abzusichern. Das geht mit einer klassischen Lebensversicherung. Diese ähnelt heutzutage jedoch mehr einem Sparvertrag. Einfacher und günstiger ist es daher, direkt nach einer Variante zu greifen, der Risiko-Lebensversicherung.

Risiko- oder Kapital-Lebensversicherung? Die Unterschiede

Worum es geht

Oft wird nur allgemein von Lebensversicherung gesprochen. Wichtig ist jedoch zu beachten, was genau in dem angebotenen Produkt steckt. Die meisten verbinden mit dem Begriff eine Kapital-Lebensversicherung. Diese Police beinhaltet immer zwei Verträge: eine Risikolebensversicherung zur Absicherung der Angehörigen und einen Sparplan mit einer langen Laufzeit.

Bei der Risikolebensversicherung ist dagegen nur das Risiko des Todes versichert. Das heißt, die Versicherungssumme wird nur ausgezahlt, wenn die versicherte Person stirbt.

Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Geringe Transparenz

Bei vielen Gesellschaften erfahren die Kunden nicht, wie der Beitrag auf die beiden Verträge in einer Kapitallebensversicherung aufgeteilt wird. Die Auszahlung setzt sich am Ende der Laufzeit aus einer Garantiesumme und einer nicht garantierten Überschussbeteiligung zusammen. Kunden ertragsschwacher Gesellschaften erlebten in den letzten Jahren, dass die Überschüsse bisweilen in Richtung "Null" tendierten.

Bedarf

Eine Risiko-Lebensversicherung ist immer dann erforderlich, wenn der Tod eines Elternteils oder Partners eine finanzielle Lücke reißen könnte, die weder durch Renten noch durch eigenes Vermögen zu schließen wäre. Die Laufzeit kann so vereinbart werden, dass die Versicherung endet, wenn andere Rentenansprüche greifen oder/und die Kinder finanziell auf eigenen Beinen stehen.

Steuerfreiheit

Anders als früher können die Beiträge einer Kapital-Lebensversicherung nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden. Bei Verträgen, die ab dem 01.01.2005 neu abgeschlossen wurden, gibt es am Ende der Laufzeit auch keine steuerfreie Auszahlung mehr. Die Kapital-Lebensversicherung sei daher nur noch ganz selten sinnvoll, urteilen Verbraucherschützer.

Steuervorteile

Eine Kapital-Lebensversicherung kann im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung, zum Beispiel als Direktversicherung, sinnvoll sein. Dann winken dem Versicherten Steuervorteile.

Verlustrisiko

Wer sich nicht sicher ist, ob er die Laufzeit durchhalten kann, sollte keine Kapital-Lebensversicherung abschließen, raten Verbraucherschützer. Denn: Vorher kündigen bedeute Verlust.

Vorsicht, Verkäufer

Viele Versicherungsvertreter wollen ihren Kunden statt einer Risikolebensversicherung eine Kapital-Lebensversicherung aufschwatzen, warnen die Verbraucherschützer. Grund hierfür sei, dass die Vermittler für diese Verträge wesentlich höhere Provisionen erhalten.

Alternative für die Familie

Schutz für Hinterbliebene kann durch eine erheblich günstigere Risikolebensversicherung aufgestockt werden. Aufwand und Ertrag stehen in einem besseren Verhältnis als bei einer Kapital-Lebensversicherung.

Alternative fürs Depot

Wer vornehmlich sparen möchte, kann besser andere Sparformen als die Kapital-Lebensversicherung wählen. Dort bestehe in der Regel der Vorteil, dass kurzfristig über das eingezahlte Kapital verfügt werden kann, raten Verbraucherschützer. Und dies bei besseren und kalkulierbareren Gewinnen.

Tipp 1

Wer sich trotz dargestellter Nachteile für eine kapitalbildende Lebensversicherung entscheidet, sollte die Beiträge jährlich bezahlen. Das spart Zuschläge. Auf eine eingeschlossene Unfalltod-Zusatzversicherung könne verzichtet werden. „Sie ist überflüssig und zu teuer“, urteilen die Verbraucherschützer aus Düsseldorf.

Tipp 2

Vereinbaren Sie den Einschluss der Zusatzversicherung "Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit", raten Verbraucherschützer. Im Fall einer Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit zahle dann der Versicherer die Beiträge für den gesamten Vertrag weiter.

Tipp 3

Die Versicherer unterscheiden sich in der Risikolebensversicherung weniger durch ihre Leistungen, als vielmehr durch die Höhe des Beitrags. Es lohnt sich also, Preise zu vergleichen.

Wenn ein dreißig Jahre alter Nichtraucher zum Beispiel seinen Angehörigen für den Fall seines Todes 100.000 Euro hinterlassen möchte, dann muss er für diesen Schutz ab 10 Euro im Monat zahlen. Ältere zahlen mehr. Wieviel? Das lässt sich leicht mit einem Versicherungsrechner auf den Seiten von Handelsblatt Online ermitteln, unserem Tool der Woche.

Anders als bei der Kapital-Lebensversicherung ist bei der Risiko-Lebensversicherung nur das Risiko des Todes versichert, erläutert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Versicherungssumme werde nur ausgezahlt, wenn die versicherte Person sterbe. Insbesondere Familien mit Kindern ständen oftmals vor dem finanziellen Chaos, wenn ein Partner stirbt.

Es gibt die Risikolebensversicherung in drei Varianten, erläutert der Bund der Versicherten. In der herkömmlichen Form bleibe die Versicherungssumme über die Laufzeit unverändert. Eine spezielle Form sei die Restschuldversicherung. Bei ihr reduziere sich die Versicherungssumme laufend und zum Ende der Laufzeit auf null. Dies eignet sich zur Absicherung von Krediten. Manchmal verlangen die Banken dies ausdrücklich bei einer Baufinanzierung.

Bei Variante drei werden zwei Personen versichert. Das können der Versicherungsnehmer und sein Lebenspartner sein oder aber auch Geschäftspartner. Die Leistung werde aber nur einmal fällig, wenn einer der beiden sterbe. „Achtung“, warnt der Bund der Versicherten. „Der überlebende Partner hat danach keinen Versicherungsschutz mehr.“

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