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01.08.2013

10:19 Uhr

Tool der Woche

Hier gibt es noch Zinsen fürs Girokonto

VonJens Hagen

Trotz historischem Zinstief locken einige Banken mit gut verzinsten Girokonten. Einige Offerten können mit den Sätzen für Tagesgeld mithalten. Wie sich Sparer bequem regelmäßige Erträge aufs Guthaben sichern können.

Geldautomat: Kundenfreundliche Girokonten verzichten auf Gebühren und verzinsen das Guthaben. ap

Geldautomat: Kundenfreundliche Girokonten verzichten auf Gebühren und verzinsen das Guthaben.

DüsseldorfAuf den Weg Richtung Nulllinie reißen die Konditionen für Zinskonten immer neue Negativrekorde. Laut Bundesbank kriegen Tagesgeldanleger im Schnitt nicht einmal mehr 0,44 Prozent. Der schlechteste Anbieter gewährt nur noch 0,10 Prozent. Noch weniger gibt es für Festgeld mit einer Laufzeit von drei Monaten. Einzelne Banken wagen sich mit 0,05 Prozent an den Markt.

Angesichts solcher Sätze, die weit unterhalb der deutschen Inflationsrate von 1,9 Prozent im Juli entfernt liegen, reagieren viele Sparer mit Resignation. Warum nur den besten Tagesgeld-Anbietern hinterherjagen, wenn der Ertrag für die Mühe so niedrig ausfällt?

Eine Alternative für Aussteiger aus dem Zinsvergleichsrennen können Girokonten sein. Eine Auswertung der FMH-Finanzberatung für Handelsblatt Online zeigt: Mindestens 20 Institute zahlen Zinsen für das Guthaben. Ein Vergleich kann da lohnen. Im Girokonten-Vergleich von Handelsblatt Online können Interessenten neben der Verzinsung auch Kontoführungsgebühren, Dispozinsen und Kosten für Kreditkarten vergleichen.

Das Girokonto als Geldanlage zu nutzen, hat einige Vorteile. „Wer sich wenig um seine Geldanlage kümmern will, bekommt meist vom ersten Euro ab eine geringe Verzinsung und muss weniger befürchten, dass er unerwartet ins Minus rutscht und hohe Dispozinsen zahlen muss“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. Bei einem Gehaltseingang werde die volle Summe bei der Zinsrechnung erfasst und nicht nur der in der Regel kleinere Teil, den ein Anleger oft auch noch verspätet auf sein Tagesgeld-Konto überweist.

Was Zinsprodukte taugen

Tagesgeld

Kunden können ihr Geld tagesaktuell auf den Konten anlegen und wieder abbuchen. Einige Banken nutzen Tagesgeldkonten als Marketinginstrument und locken mit Zinsen weit über dem Geldmarktniveau. Solche Lockvogelangebote haben oftmals nur kurze Zeit Bestand. Kunden mit Renditeneigung wechseln dann zu einer Top-Offerte bei einer anderen Bank. Wichtig ist die Prüfung der Einlagensicherung, bei den Banken gibt es große Unterschiede. Neben der staatlichen Einlagensicherung sind viele Banken Mitglied in Sicherungssystemen der verschiedenen Bankengruppen.

Festgeld

Kunden legen zu einem fest vereinbarten Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum an. Bei einigen Instituten können sich Kunden den Zinssatz schon für wenige Monate sichern, üblich ist die Anlage für mehrere Jahre. Da die meisten Banken aktuell mit steigenden Zinsen rechnen, steigen die Sätze meist mit der Länge der Laufzeit. Anleger sollten immer reine Zinskonten wählen und so genannte Sternchenangebote meiden. Diese bestehen häufig aus komplizierten Produktkombinationen. Vor dem Abschluss ist ein Blick auf die Einlagensicherung Pflicht.

Sparbuch

Sparkonten zählen immer noch zu den Lieblingsprodukten der Deutschen – auch wenn die Zinsen bei einigen Instituten empörend niedrig sind. Einige Institute entdecken das Sparbuch aber gerade neu und werben mit Zinsen weit über Marktschnitt. Das Sparbuch ist flexibler als Festgeld, da Kunden in der Regel täglich abheben können. Im Vergleich zum Tagesgeld sind viele Sparbücher weniger flexibel, weil es Obergrenzen bei der Summe gibt, die Kunden abbuchen können. Wer das Geld benötigt, wird mit Kündigungsfristen oder Vorschusszinsen bestraft. Vor dem Abschluss ist ein Blick auf die Einlagensicherung Pflicht.

Girokonto

Im Ringen um die Privatkunden zahlen einige Direktbanken Zinsen für die Einlagen auf dem Girokonto. Eine Kontoführungsgebühr fällt in der Regel nicht an, wenn Kunden bestimmte Einkommensgrenzen einhalten. Interessenten sollten immer alle Konditionen vergleichen, etwa ob hohe Gebühren für beleghafte Überweisungen anfallen oder ob sie an genügend Geldautomaten gratis mit der EC-Karte Geld ziehen können.

Sparbrief

Anleger legen einen festen Betrag für einen längeren Zeitraum zu einem festen Zinssatz an. Die Laufzeiten variieren zwischen einem und zehn Jahren, üblich sind zwei bis sechs Jahre. Ein früherer Ausstieg ist in der Regel nicht möglich. Anleger können bei der Verzinsung zwischen drei Varianten wählen. Bei der jährlichen Ausschüttung landen die Erträge jedes Jahr auf dem Girokonto des Kunden. Das kann einen Vorteil bei der Abgeltungssteuer bringen. Wer eine Variante mit Zinsansammlung wählt, kann eine höhere Rendite erzielen. Die Erträge werden angelegt und der Kunde profitiert vom Zinseszinseffekt. Nachteil: Bei der Auszahlung dürften die Erträge in den meisten Fällen den Sparerfreibetrag überschreiten. Kunden sollten also immer die Nachsteuerrendite zum Vergleich beider Varianten heranziehen. Wichtig ist die Prüfung der Einlagensicherung, bei den Banken gibt es große Unterschiede. Neben der staatlichen Einlagensicherung sind viele Banken Mitglied in Sicherungssystemen der verschiedenen Bankengruppen.

Bonussparen

Bei Ratensparverträgen zahlen Kunden einen festen monatlichen Betrag über eine Laufzeit von meist mehreren Jahren ein. Neben den Zinsen zahlen viele Banken einen Zinsbonus, der an bestimmte Zeitmarken gekoppelt ist. Wegen der langen Laufzeit ist der Grundzins häufig variabel. Banken müssen den Zins an entsprechende Referenzsätze anpassen. Interessenten müssen die Gesamtrendite nach Steuern vergleichen, um die Qualität eines Produktes einschätzen zu können. Da sich Kunden lange binden, sollten sie immer die Konditionen für einen vorzeitigen Ausstieg checken. Unfaire Verträge verzinsen die Einlagen bei einem vorzeitigen Ausstieg nur mit Sparbuchniveau.

Bausparvertrag

Viele Bausparkassen bieten spezielle Renditeverträge an und sind deshalb nicht nur für Immobilienkäufer sondern auch für Sparer interessant. In der Ansparphase locken sie mit ordentlicher Verzinsung. Die Raten lassen sich vielfach monatlich verändern, auch Einmalbeträge sind möglich. Am Ende einer bestimmten Laufzeit lockt häufig ein Zinsbonus. Arbeitnehmer mit geringem zu versteuertem Einkommen (Ledige: bis zu 17.900 Euro pro Jahr, Verheiratete: 35.800 Euro pro Jahr) erhalten Arbeitnehmersparzulage. Der Staat zahlt auf jährliche Einzahlungen in Höhe von bis zu 480 Euro neun Prozent Zulage. Anleger müssen dann mindestens sieben Jahre sparen und dürfen den Vertrag nicht auflösen, bevor er Zuteilungsreif ist. Wichtig: Für Kreditnehmer sind solche Rendite-Bausparverträge in der Regel nicht lukrativ.

Die Zinsen der Girokonten sind natürlich nicht besonders hoch. In der Regel zahlen die Institute zwischen 0,10 Prozent und 0,3 Prozent per annum. Fast 20 kundenfreundliche Banken erheben außerdem keine Kontogebühren. Bei einzelnen Anbietern wie der Ziraat Bank gibt es aber immerhin 0,5 Prozent. Summen ab 50.000 Euro werden sogar mit 0,8 Prozent (PSD Banken Nürnberg und Berlin Brandenburg) und einem Prozent (PSD Bank Kiel) verzinst.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

01.08.2013, 10:50 Uhr

"Das Girokonto als Geldanlage zu nutzen, hat einige Vorteile. „Wer sich wenig um seine Geldanlage kümmern will, bekommt meist vom ersten Euro ab eine geringe Verzinsung und muss weniger befürchten, dass er unerwartet ins Minus rutscht und hohe Dispozinsen zahlen muss“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung."

????? Oh Mann, kann mir mal jemand diesen Stuss erklären?

Bankenfee

01.08.2013, 11:46 Uhr

Ich kann Marktbeobachter nur vollkommen Recht geben. Macht überhaupt keinen Sinn.

Hans

01.08.2013, 12:38 Uhr

Komischwerweise wird bei diesem Thema immer das EU-Land Bulgarien vergessen, wo sichere Festungen wie die deutsche Allianz-Bank auf Tagesgelder über 3% und bei längerer Bindung 6% und mehr zahlen, und zwar mit staatlicher Einlagensicherung. (...)

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