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31.10.2013

16:22 Uhr

Tool der Woche

Mastkur fürs Sparschwein

VonJens Hagen

Sparer sollten sich vom Zinstief nicht entmutigen lassen. Ein Vergleich zeigt, wie sich mit Ausdauer ein kleines Vermögen erzielen lässt. Welche Bank-Sparpläne und Lebenpolicen noch auskömmliche Renditen bringen.

Klein und unscheinbar oder groß und schön? Bei Sparprodukten gibt es große Renditeunterschiede. Getty Images

Klein und unscheinbar oder groß und schön? Bei Sparprodukten gibt es große Renditeunterschiede.

DüsseldorfGestern war ein besonderer Tag. Doch wer nicht zufällig auf der Internetseite von Handelsblatt Online war, dürfte kaum etwas davon gemerkt haben: Es war Weltspartag. In Deutschland wurde er wegen des Feiertages sogar vorgezogen, heute begehen die meisten anderen Ländern den Feiertag der Sparfüchse.

Zwar scheint es so, als ob es kaum mehr einen Tag ohne guten Vorsatz, Widmung oder Gedenken gäbe. Allein die Vereinten Nationen listen für Westeuropa mehr als hundert Sondertage auf, darunter demnächst den Welttoilettentag am 19. November, den Welttag des Fernsehens am 21. November oder den Tag der Berge am 11. Dezember.

Das Interesse an solchen Terminen hält sich aber oft in Grenzen. Das gilt auch für den von vielen Geldhäusern und Bausparkassen beworbenen Tag des kollektiven Sparens, der den Menschen seit seiner Einführung im Jahr 1925 den Sinn finanzieller Vorsorge näherbringen soll. So ermittelten etwa die Marktforscher von Ipsos für die ING-DiBa, dass der jährliche Weltspartag nur für acht Prozent der Deutschen wichtig oder sehr wichtig ist.

Dabei gelten die Deutschen als Weltmeister der Sparer, im vergangenen Jahr legten sie im Schnitt 10,3 Prozent ihres Einkommens zur Seite. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank sank die Sparquote privater Haushalte damit aber auf den niedrigsten Wert seit zehn Jahren. Mehr als fünf Billionen Euro horten die Deutschen in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen. Vor allem Bankeinlagen sind bei Sparern laut Bundesbank derzeit beliebt.

Die Vermögensbildung wird wegen des Zinstiefs aber immer schwieriger. Nach einer gewichteten Analyse der FMH-Finanzberatung unter 35 Banken gibt es für Tagesgeld und einjährige Festgelder im Schnitt nur noch einen Zins von etwas mehr 0,7 Prozent, die schlechtesten Anbieter offerieren nur noch zwischen 0,1 und 0,2 Prozent.

Was Zinsprodukte taugen

Tagesgeld

Kunden können ihr Geld tagesaktuell auf den Konten anlegen und wieder abbuchen. Einige Banken nutzen Tagesgeldkonten als Marketinginstrument und locken mit Zinsen weit über dem Geldmarktniveau. Solche Lockvogelangebote haben oftmals nur kurze Zeit Bestand. Kunden mit Renditeneigung wechseln dann zu einer Top-Offerte bei einer anderen Bank. Wichtig ist die Prüfung der Einlagensicherung, bei den Banken gibt es große Unterschiede. Neben der staatlichen Einlagensicherung sind viele Banken Mitglied in Sicherungssystemen der verschiedenen Bankengruppen.

Festgeld

Kunden legen zu einem fest vereinbarten Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum an. Bei einigen Instituten können sich Kunden den Zinssatz schon für wenige Monate sichern, üblich ist die Anlage für mehrere Jahre. Da die meisten Banken aktuell mit steigenden Zinsen rechnen, steigen die Sätze meist mit der Länge der Laufzeit. Anleger sollten immer reine Zinskonten wählen und so genannte Sternchenangebote meiden. Diese bestehen häufig aus komplizierten Produktkombinationen. Vor dem Abschluss ist ein Blick auf die Einlagensicherung Pflicht.

Sparbuch

Sparkonten zählen immer noch zu den Lieblingsprodukten der Deutschen – auch wenn die Zinsen bei einigen Instituten empörend niedrig sind. Einige Institute entdecken das Sparbuch aber gerade neu und werben mit Zinsen weit über Marktschnitt. Das Sparbuch ist flexibler als Festgeld, da Kunden in der Regel täglich abheben können. Im Vergleich zum Tagesgeld sind viele Sparbücher weniger flexibel, weil es Obergrenzen bei der Summe gibt, die Kunden abbuchen können. Wer das Geld benötigt, wird mit Kündigungsfristen oder Vorschusszinsen bestraft. Vor dem Abschluss ist ein Blick auf die Einlagensicherung Pflicht.

Girokonto

Im Ringen um die Privatkunden zahlen einige Direktbanken Zinsen für die Einlagen auf dem Girokonto. Eine Kontoführungsgebühr fällt in der Regel nicht an, wenn Kunden bestimmte Einkommensgrenzen einhalten. Interessenten sollten immer alle Konditionen vergleichen, etwa ob hohe Gebühren für beleghafte Überweisungen anfallen oder ob sie an genügend Geldautomaten gratis mit der EC-Karte Geld ziehen können.

Sparbrief

Anleger legen einen festen Betrag für einen längeren Zeitraum zu einem festen Zinssatz an. Die Laufzeiten variieren zwischen einem und zehn Jahren, üblich sind zwei bis sechs Jahre. Ein früherer Ausstieg ist in der Regel nicht möglich. Anleger können bei der Verzinsung zwischen drei Varianten wählen. Bei der jährlichen Ausschüttung landen die Erträge jedes Jahr auf dem Girokonto des Kunden. Das kann einen Vorteil bei der Abgeltungssteuer bringen. Wer eine Variante mit Zinsansammlung wählt, kann eine höhere Rendite erzielen. Die Erträge werden angelegt und der Kunde profitiert vom Zinseszinseffekt. Nachteil: Bei der Auszahlung dürften die Erträge in den meisten Fällen den Sparerfreibetrag überschreiten. Kunden sollten also immer die Nachsteuerrendite zum Vergleich beider Varianten heranziehen. Wichtig ist die Prüfung der Einlagensicherung, bei den Banken gibt es große Unterschiede. Neben der staatlichen Einlagensicherung sind viele Banken Mitglied in Sicherungssystemen der verschiedenen Bankengruppen.

Bonussparen

Bei Ratensparverträgen zahlen Kunden einen festen monatlichen Betrag über eine Laufzeit von meist mehreren Jahren ein. Neben den Zinsen zahlen viele Banken einen Zinsbonus, der an bestimmte Zeitmarken gekoppelt ist. Wegen der langen Laufzeit ist der Grundzins häufig variabel. Banken müssen den Zins an entsprechende Referenzsätze anpassen. Interessenten müssen die Gesamtrendite nach Steuern vergleichen, um die Qualität eines Produktes einschätzen zu können. Da sich Kunden lange binden, sollten sie immer die Konditionen für einen vorzeitigen Ausstieg checken. Unfaire Verträge verzinsen die Einlagen bei einem vorzeitigen Ausstieg nur mit Sparbuchniveau.

Bausparvertrag

Viele Bausparkassen bieten spezielle Renditeverträge an und sind deshalb nicht nur für Immobilienkäufer sondern auch für Sparer interessant. In der Ansparphase locken sie mit ordentlicher Verzinsung. Die Raten lassen sich vielfach monatlich verändern, auch Einmalbeträge sind möglich. Am Ende einer bestimmten Laufzeit lockt häufig ein Zinsbonus. Arbeitnehmer mit geringem zu versteuertem Einkommen (Ledige: bis zu 17.900 Euro pro Jahr, Verheiratete: 35.800 Euro pro Jahr) erhalten Arbeitnehmersparzulage. Der Staat zahlt auf jährliche Einzahlungen in Höhe von bis zu 480 Euro neun Prozent Zulage. Anleger müssen dann mindestens sieben Jahre sparen und dürfen den Vertrag nicht auflösen, bevor er Zuteilungsreif ist. Wichtig: Für Kreditnehmer sind solche Rendite-Bausparverträge in der Regel nicht lukrativ.

Sparer sollten angesichts solcher Sätze nicht aufstecken. Dass der Aufbau von Vermögen sinnvoll ist, daran ändert auch das Zinstief nichts. „Höhere Zinsen helfen, das Ziel schneller zu erreichen“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung. „Doch niedrige Zinsen machen das Sparen nicht obsolet“. Sparer, die vor allem sicher anlegen möchten und keine hohen Renditen erwarten, wählen in der Regel Banksparpläne oder Lebenpolicen. Handelsblatt Online zeigt, welche Anbieter die besten Konditionen bieten.

Kommentare (2)

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angela-wendehals

31.10.2013, 16:54 Uhr

Man sollte beim Sparen aber dennoch daran denken, dass iwa die ESM kommt und den Sparer mehr oder weniger an den Schulden der Politiker beteiligt. Seit Zypern sollte bekannt sein, dass das ganz plötzlich kommen kann.

Aber wir wollen besser nicht schwarz malen und freuen uns besser an den kleinen Gewinnen von den Aktien, die ,man auch erzielen kann.

Account gelöscht!

31.10.2013, 18:36 Uhr

Jeder, der 400 Jahre alt wird, kann sein Sparschwein auf Teufel komm' raus mästen !!!!!

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