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10.03.2017

17:34 Uhr

Tool der Woche

Pensionsfonds müssen bei Nachhaltigkeit aufholen

VonSusanne Bergius

Kaum ein Firmenpensionsfonds in Deutschland orientiert sich an nachhaltigen Anlageleitlinien. Das geht aus einer Handelsblatt-Umfrage hervor. Positiv ragen die Firmen-Fonds von Nestlé sowie der Deutschen Telekom heraus.

Passen Altersvorsorge und nachhaltige Geldanlage zusammen? Nur wenige Pensionsfonds in Deutschland berücksichtigen Umweltaspekte oder soziale Kriterien bei ihrer Vermögensverwaltung. dpa

Sonnenuntergang am Meer

Passen Altersvorsorge und nachhaltige Geldanlage zusammen? Nur wenige Pensionsfonds in Deutschland berücksichtigen Umweltaspekte oder soziale Kriterien bei ihrer Vermögensverwaltung.

FrankfurtEs ist ein Anlageerfolg, der auch hierzulande für Aufsehen sorgt – und das Interesse einer breiteren Öffentlichkeit auf Pensionsfonds lenkt: Der weltweit größte seiner Art, Japans staatlicher Altersvorsorgefonds, hat das jüngste Berichtsquartal von Oktober bis Dezember mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Umgerechnet 87,5 Milliarden Euro hat der Fonds maßgeblich durch die jüngste Rally an den Aktienbörsen verdient.

Auch die in Deutschland zugelassenen Firmenpensionsfonds können stärker als andere Varianten der betrieblichen Altersvorsorge an Aktienmärkten investieren und von den Chancen der Kapitalmärkte profitieren. Doch kaum einer legt dabei Wert auf nachhaltige Anlageleitlinien, die etwa Umweltaspekte und soziale Prinzipien bei der Geldverwaltung gezielt berücksichtigen.

Das zeigt eine Umfrage des Handelsblatt-Newsletters „Business Briefing Nachhaltige Investments“ unter elf unternehmerischen Pensionsfonds und –kassen.

Demnach hat keiner der befragten Pensionsfonds deutscher Unternehmen die UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren unterzeichnet, obwohl die Konzerne mit einer Ausnahme in der UN-Initiative Global Compact sind. Folglich müssten sie auch die Kapitalanlage nach diesen Umwelt-, Sozial- und Governance-Prinzipien (englisch kurz ESG) ausrichten.

Nur die Deutsche Telekom stimmt internationalen juristischen Studien zu, wonach die Beachtung von ESG-Aspekten zur treuhänderischen Verantwortung gehört. Und nur zwei Unternehmen, Nestlé und die Telekom, haben die Beachtung von ESG-Kriterien vorgeschrieben. Nestlé bezieht sich dabei auf den Global Compact.

Die anderen schweigen sich zu ihrer treuhänderischen Verantwortung aus, obwohl ESG-Kriterien nachweislich Risiken senken und Rendite-Risiko-Profile verbessern, wie jahrzehntelange wissenschaftliche Forschung ergab. Damit entgehen ihnen Chancen auf langfristig höhere Erträge oder stabilere Ertragsentwicklungen.

Wer also als Arbeitnehmer seiner Altersvorsorge nachhaltig investierende Bausteine beimischen möchte, muss seine Geldanlage in der Regel selbst in die Hand nehmen. Zum Beispiel durch den Einsatz geeigneter Investmentfonds. Eine Möglichkeit sich über einzelne Produkte zu informieren, bietet die Handelsblatt-Fondssuche.

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