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23.09.2016

16:57 Uhr

Tool der Woche

Recht bekommen ist oft teuer

Wenn der Arbeitgeber kündigt, der Vermieter Eigenbedarf anmeldet oder der Online-Shop die Ware nicht zurücknimmt, muss häufig ein Anwalt ran. Hilfreich ist dann eine Rechtsschutzversicherung. Dabei lohnt der Vergleich.

Ärger mit dem Mieter oder Vermieter? Dann könnte unter bestimmten Voraussetzungen eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein.

Rechtsschutzversicherung

Ärger mit dem Mieter oder Vermieter? Dann könnte unter bestimmten Voraussetzungen eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein.

FrankfurtWenn es um’s Geld geht, hört die Freundschaft schnell auf. Im privaten Bereich kann häufig noch ein klärendes Gespräch helfen. Doch beim Streit mit dem Reiseanbieter, dem Online-Shop oder dem Autoverkäufer kann das Einschalten eines Anwalts die einzige Lösung sein. Je nachdem, worum gestritten wird, können dabei hohe Kosten anfallen – denn das Honorar des Juristen richtet sich in der Regel nach dem Streitwert. Eine Rechtsschutzversicherung kann dann hilfreich sein.

Dabei gilt es aber einiges zu beachten. „Eine Rechtsschutzversicherung ist nicht gerade billig. Bevor man sie abschließt, sollten alle anderen zentralen Risiken abgesichert sein“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Elementar seien eine Haftpflicht- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer ein Haus besitze, sollte auch eine Wohngebäudeversicherung abschließen und zur Absicherung der Familie eigne sich eine Risikolebensversicherung. „Wenn das alles unter Dach und Fach ist, können sich Privatleute einer Rechtsschutzversicherung widmen“, so Boss.

Einen Rundum-Schutz bieten die Versicherungen aber nicht. „Viele Lebensbereiche werden von den Policen häufig gar nicht abgedeckt, so etwa Rechtsstreitigkeiten rund ums Familienerbrecht, den Hausbau, Grundstückskäufe sowie Wertpapiere und Spekulationsgeschäfte“, erklärt Boss.

In einer Analyse der Leistungsfälle im Jahr 2015 erkannte die Roland Rechtsschutz, dass Vertragsstreitigkeiten das größte Risiko im Privatbereich seien. Dazu zählen etwa Auseinandersetzungen über im Internet geschlossene Kaufverträge oder das Einfordern von Entschädigungen, wenn der Flug verspätet war.

Die Versicherungen, die keiner braucht

Unsinnige Policen

Ob Brillen, Handy oder Glas - in Deutschland kann man fast alles versichern lassen. Doch von vielen dieser Verträge profitiert nur einer - die Versicherungsgesellschaft. Der Bund der Versicherten hat die überflüssigsten Policen zusammengetragen.

Die Glasbruchversicherung

Eine kaputte Scheibe ist ärgerlich, aber kein finanzielles Desaster. Deshalb mache eine Glasbruchversicherung für die meisten keinen Sinn, so der Bund der Versicherten. Die Beiträge seien für die mögliche Schadenshöhe zu hoch. Ausnahme: Sie haben einen Wintergarten oder teure Spezialglasscheiben im Haus. Oder fußballverrückte Kinder.

Die Brillenversicherung

Kaum einem Brillenträger wurde sie nicht angeboten: Die Brillenversicherung. Dabei glauben viele, dass die Brille bei Bruch oder Beschädigung vollständig ersetzt würde. Doch falsch gedacht. Geht die Brille kaputt, gibt es nur Geld für die Sparvariante zurück. Wer eine hochwertige Fassung und aufwändige Gläser haben möchte, muss auch mit Brillenversicherung zuzahlen. Neue Gläser gibt es übrigens nur bei Beschädigung und bei einer starken Veränderung der Sehstärke (ab 0,5 Dioptrien). Wer das nicht zu befürchten hat, sollte seine Brille unversichert lassen.

Die Krankenhaustagesgeldversicherung

Die Krankenhaustagesgeldversicherung verspricht eine Zuzahlung für jeden Tag, den man in einer Klinik verbringen muss. Ob sie die finanzielle Grundlage fürs tägliche Obst oder für das Fernsehgerät im Krankenhaus sein muss, bezweifelt der BDV allerdings. Der Verein rät, für solche Fälle lieber Geld auf einem Tagesgeldkonto bereit zu halten.

Die Reisegepäckversicherung

Wer sich Geld von einer Reisegepäckversicherung verspricht, muss bestens auf seine Koffer aufpassen. Denn oft zahlen die Versicherer nur anteilig oder gar nicht, wenn sie ihren Kunden grob fahrlässiges Verhalten vorwerfen. Und was grob fahrlässig ist, ist Auslegungssache. Wertsachen wie Schmuck, Film- und Fotoapparate nur unzureichend mitversichert, bemängelt der BDV. Hinzu kommt, dass unter bestimmten Voraussetzungen das Gepäck ohnehin in der Hausratversicherung versichert ist.

Die Handyversicherung

Auch eine Handyversicherung bieten Verkäufer gerne und häufig an, meist gleich an der Kasse. Da hört sie sich auch besonders gut an - schließlich kostet ein Smartphone mehrere Hundert Euro. Es zu versichern, lohnt sich trotzdem nicht. Geht das Gerät verloren oder kaputt, ersetzt die Versicherung nur den Zeitwert des Handys und eine Selbstbeteiligung wird fällig. Wer Geld zurück möchte, für den gilt also: Das Handy zeitnah kaputt machen oder im Taxi liegen lassen.

Versicherung gegen „häusliche Notfälle”

Eine ausgefallene Heizung oder ein vergessener Schlüssel - das sind die „häuslichen Notfälle”, gegen die sich Verbraucher versichern können. Doch einmal einen Notdienst zu rufen, treibt einen nicht in den finanziellen Ruin. Eine Versicherung gegen häusliche Notfälle zieht einem dagegen unnötig Geld aus der Tasche. Auch, weil sie nur begrenzt zahlt. Wer zur Miete wohnt, muss sich ohnehin keine Sorgen machen. Mieter müssen nicht für Schäden an Mietsachen aufkommen, die sie nicht selbst verursacht haben, zum Beispiel bei einem Heizungsausfall.

Die Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr

Eine Police, bei der man seine eingezahlten Beiträge am Ende zurückbekommen soll - das verspricht die Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr. Dahinter steckt aber ein Koppelprodukt, nämlich eine Versicherung mit einem schlecht verzinsten Sparvertrag. Als „Milchmädchen-Rechnung“ bezeichnet der BDV solche Policen: Den Betrag, den der Kunde zurück bekommt, hat er vorher zusätzlich eingezahlt. Und auch die Versicherungsleistungen seien oft nicht ausreichend.

Die Insassenunfallversicherung

Die Angst vor Autounfällen ist groß, deshalb schließen viele Deutsche die Insassenhaftpflichtversicherung ab. Unnötigerweise, so der BDV. Verursacht der Fahrer einen Unfall und werden die Fahrgäste verletzt, tritt seine eigene Kfz-Haftpflicht ein. Trägt ein anderer Verkehrsteilnehmer die Schuld, zahlt dessen Versicherung. Eine Insassenunfallversicherung lohnt sich nur bei Fahrerflucht oder, wenn der Unfall durch einen Fußgänger verursacht wurde, der keine private Haftpflicht besitzt. Doch auch dem kann vorgebeugt werden, etwa durch eine Forderungsausfallabdeckung in der eigenen Haftpflichtversicherung.

Die Sterbegeldversicherung

Die Sterbegeldversicherung ist eine Kapitallebensversicherung. Wer sie abschließe, zahlt bei langer Laufzeit am Ende häufig mehr ein als die Hinterbliebenen herausbekommen, so der BDV. Wer seine Angehörigen entlasten wolle, sollte lieber rechtzeitig Geld beiseite legen.

Streit gibt es auch häufig rund um den Arbeitsplatz – etwa über ein unerfreuliches Arbeitszeugnis oder eine Kündigung. Im Roland-Ranking landen solche Fälle auf Platz zwei. Roland-Sprecher Jan Vaterrodt weist zudem darauf hin, dass bei arbeitsrechtlichen Streitigkeiten in der ersten Instanz jeder seine Kosten selbst tragen muss – auch der Gewinner des Verfahrens.

Doch auch in der heimischen Sphäre herrscht nicht immer Frieden: Typisch sind Nachbarschaftsstreitigkeiten, Probleme mit der Wohneigentumsgemeinschaft oder juristische Auseinandersetzungen zwischen Vermieter und Mieter.

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