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16.12.2016

16:00 Uhr

Tool der Woche

So riestern Sie richtig

VonKatharina Schneider

Vor Jahresende schnell noch einen Riester-Vertrag abzuschließen kann eine gute Idee sein. Es kommt aber auf das richtige Produkt an. Ob sich Wohn-Riester zur Immobilienfinanzierung lohnt, zeigt ein Vergleichsrechner.

Mit der richtigen Vorsorge ist ein schönes Leben im Ruhestand möglich. dpa

Rentner

Mit der richtigen Vorsorge ist ein schönes Leben im Ruhestand möglich.

FrankfurtJetzt schnell noch staatliche Zulagen sichern – mit dieser Aufforderung werden dieser Tage Riester-Verträge beworben. Wer bis Ende des Jahres einen Vertrag abschließt, bekommt die vollständige Zulage für 2016. Doch Vorsicht, die Angebotsauswahl bei Riester ist breit und die Qualitätsunterschiede groß. Von manchen Produkten raten Verbraucherschützer nachdrücklich ab, bei anderen dagegen kann der Verbraucher kaum etwas verkehrt machen.

Riester-Verträge dienen der Altersvorsorge und sollen helfen, die gesetzliche Rente aufzustocken. Die staatliche Förderung erhalten alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, aber beispielsweise auch Beamte. Pro Jahr gibt es eine staatliche Zulage von bis zu 154 Euro.

Die volle Zulage erhält, wer vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Brutto-Jahresbruttoeinkommens in den Vertrag einzahlt, maximal jedoch 2100 Euro – abzüglich der Zulagen. Pro Kind gibt es eine Zulage von 185 Euro – und sogar jeweils 300 Euro, wenn die Kinder ab 2008 geboren wurden. Dies gilt solange wie die Eltern Anspruch auf Kindergeld haben.

Ein Rechenbeispiel: Eine Mutter zweier nach 2008 geborener Kinder hat ein Jahresbruttoeinkommen von 30.000 Euro. Vier Prozent davon sind 1200 Euro. Abzüglich ihrer Zulagen in Höhe von 154 Euro und zwei Mal 300 Euro bleibt noch ein Einzahlungsbetrag in Höhe von 446 Euro. Die Förderung ist also höher als der Betrag, den die Mutter selbst für den Vertrag aufbringen muss. Für Familien kann sich Riester also vor allem wegen der Zulagen lohnen. Aber auch kinderlose Gutverdiener können profitieren, indem sie ihre Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.

Soweit die Theorie. In der Praxis wurden seit 2001 bereits 16,5 Millionen solcher Verträge abgeschlossen. Mit rund 11 Millionen handelt es sich laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales bei der Mehrheit um Versicherungsverträge, gefolgt von 3,1 Millionen Investmentfonds-Verträgen, 1,6 Millionen Wohnriester-Verträgen und nicht einmal 800.000 Banksparverträgen.

Kommentare (6)

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Herr Hans-Jörg Griesinger

16.12.2016, 17:00 Uhr

Das Problem bei der Riester-Rente ist die Laufzeit.
Die meisten abgeschlossenen Verträge gehen dabei von einer Laufzeit von 35-45 Jahren aus.
Für einen z. Bsp. ledigen Ü50 Jährigen ohne Kinder, macht Riestern keinen Sinn mehr.
Wenn der Sparer 25 Jahre alt ist und das Berufsleben noch vor sich hat, dann lohnt sich Riestern möglicherweise, wenn kein Jobverlust droht, aber für Ältere ist der Zug definitiv abgefahren.
Rein rechnerisch bringt es nichts mehr, da durch die kurze Restvertragslaufzeit von 10-15 Jahren, kaum noch Sparvermögen aufgebaut werden kann.
Zudem muß im Alter jederzeit mit Jobverlust gerechnet werden, was dann den Riester-Vertrag in Bezug auf Arbeitslosigkeit und Hartz IV in Frage stellt, da das Angesparte sowie vorhandene Vermögenswerte auf die Sozialhilfe angerechnet wird.
Es gibt zwar Freibeträge, diese liegen aber sehr niedrig.
Zudem werden anzunehmenderweise viele Sparer vor Eintritt der Rentenzahlung sterben, somit wurde umsonst angespart.
Die sich beschleunigende Geldentwertung und Teuerungsrate, sowie die Zinsentwicklungen kann auch niemand seriös voraussagen.
Es sieht für die Zukunft eher düster aus.


Herr Hans-Jörg Griesinger

16.12.2016, 17:19 Uhr

Beachten > WICHTIG:

Der Sparer kann bei allen Varianten erst bei Renteneintritt über sein Geld verfügen. Maximal 30 Prozent können dann als Kapitalsumme auf einmal ausgezahlt werden. Die restlichen 70 Prozent fließen als monatliche Rente. Wer sein Geld vorzeitig zurückhaben möchte, muss die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.

Erst bei Renteneintritt, so sieht es aus.
Brauche ich dringend Geld, komme ich an den Riester-Vertrag nicht ran.
Sterbe ich vor Vertragsablauf, war das jahrzenhntelange Ansparen komplett für die Katz.
Gerade für einkommensschwächere, öfter von Jobverlusten bedrohte Bevölkerungsschichten taugt diese private Vorsorge nichts.
Dort sollte man wieder auf die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung setzen, an der sich alle beteiligen und auch alle anhand ihrer Leistungsfähigkeit und ihren angehäuften Vermögenswerten einbezahlen.
Zudem können Bevölkerungsschichten mit hohen Einkommens- und Sparquoten diese staatliche Riester-Förderung mitnehmen, obwohl sie diese nicht benötigen, da sie auch ohne diese Förderungen selbst ausreichend privat vorsorgen könnten.



Account gelöscht!

16.12.2016, 17:30 Uhr

Wer sein Geld anderen Leuten überläßt ,ist ein Idiot , wer dazu noch den Staat braucht, für den gibt es keinen Titel.

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