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24.04.2014

11:45 Uhr

Tool der Woche: Sparbuch-Vergleich

Trost fürs Sparschwein

VonDörte Jochims

Mit 1,0 Prozent gilt die Inflationsrate in Deutschland als extrem niedrig. Doch um diesen Betrag zu verdienen, brauchen Anleger beim schlechtesten Sparbuch 19 Jahre. Wo es noch auskömmliche Sparbuchzinsen gibt.

Viele Tagesgeldbanken senken ihre Zinsen. Getty Images

Viele Tagesgeldbanken senken ihre Zinsen.

Düsseldorf„Glücklich ist, wer rechtzeitig darauf schaut, dass er es hat, wenn er es braucht“ - mit diesem Spruch warb der Moderator und Lebensberater Josef Kirschner jahrelang für Sparprodukte in Österreich.

Das Ziel, etwas für die Zukunft zurückzulegen, verfolgten Generationen privater Anleger mit einem  Sparbuch. Es ist der Klassiker der Geldanlage und wurde in Deutschland erstmals 1818 bei der Berliner Sparkasse erwähnt. Seither wurden hier fast eineinhalb Jahrhunderte lang Ein- und Auszahlungen ebenso sorgfältig vermerkt wie die Zinsgutschriften. Noch immer zählt es zu den wichtigsten Anlageprodukten der Deutschen. Mehr als 500 Milliarden Euro haben Sparer hier investiert.

Die besten Zinsen für Sparbücher

Sparbuch-Vergleich

Vor allem in Niedrigzinsphasen gilt es, die besten Banken auszuwählen. Ein Anbieter sollte mehr bieten als 0,5 Prozent Zins. Denn so hoch ist die Inflationsrate im Euroraum. Noch besser ist es, wenn auch die Teuerungsrate in Deutschland von derzeit 1,0 Prozent übertroffen wird. Nur so verlieren Sparer real gesehen kein Geld. Sparfüchse achten zudem darauf, dass der Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Jahr nicht überschritten wird. Denn nur bis zu diesem Betrag bleiben Zinseinnahmen steuerfrei. Die Angebote im Vergleich sind nach der Höhe der Zinsen sortiert. Stand ist April 2014. Die Daten stammen von der FMH-Finanzberatung.

Platz 1 (überregionale Anbieter): Merkur Bank

1959 in München gegründet, bietet die Privatbank mit dem „Zins Plus“- Konto und 1,3 Prozent die höchsten Sparbuchzinsen unter den überregionalen Anbietern. Das Institut behandelt zudem Neu- und Bestandskunden gleich und informiert Anleger stets drei Monate vor einer Zinsänderung.

Platz 2: GEFA-Bank

Die Mittelstandsbank bietet derzeit 1,25 Prozent. Im Jahresschnitt waren es 1,26 Prozent. Das Verrechnungskonto ist ein Tagesgeldkonto.

Platz 3: Santander

0,6 Prozent erhalten Kunden beim „Top-Sparbuch“. Die Rendite seit Januar liegt bei 0,68 Prozent. Die Zinsangaben gelten allerdings nur für Neuanlagen.

Platz 4: BMW Bank

Das „BMW Online Sparkonto“ der Autobank ist mit 0,6 Prozent verzinst. und ist ein reines Internetprodukt. Den Kontoauszug gibt es halbjährig online. Das Guthaben wird nach Antrag im Internet oder per Telefon-Auftrag auf ein Referenzkonto ausgezahlt. Die Offerte gilt sowohl für Neu- wie auch für Altkunden.

Platz 5: Gallinat-Bank

Mit diesem Sparkonto der Mittelstandsbank aus Essen erzielen Kunden aktuell 0,5 Prozent.

Platz 6: SKG Bank

Das „Tele-Konto Plus“ bietet 0,5 Prozent.

Platz 7: Umweltbank

Das „Umweltsparbuch“ wird grundsätzlich mit 0,4 Prozent verzinst. Das ist immerhin fast doppelt soviel, wie der Durchschnittskunde erhält. Sparer erhalten zudem einen Bonus in Höhe von 0,25 Prozent, wenn sie bis Ende des Jahres keine Auszahlungen getätigt haben. Die Auszahlung erfolgt auf ein Referenzkonto. Sparer müssen mindestens 500 Euro einzahlen.

Platz 8: Postbank

Die „Sparcard direct“ ist zwar nur mit 0,4 Prozent verzinst. Doch für Reisefreudige kann sie sich dennoch lohnen: Zehn Abhebungen pro Jahr sind im Ausland mit der Sparcard und PIN an Automaten mit Visa Kennzeichnung kostenfrei.

Platz 9: Targobank

Die ehemaligen City-Banker locken beim „Doppelsparen“ zwar nur mit Zinsen von 0,3 Prozent. Doch steigt die Einlage pro Jahr um mindestens 600 Euro, verdoppelt sich der Satz auf 0,6 Prozent.

Platz 1 (regionale Anbieter): PSD Bank Koblenz

Das „PSD Spar Online-Konto“ landet im Zinsvergleich bei den regionalen Anbietern mit einem Zins von 1,1 Prozent auf den ersten Platz. Die Summe für Neuanlagen ist auf 50.000 Euro begrenzt.

Platz 2: Berliner Sparkasse

0,75 Prozent gibt es für das „Sparkassenbuch Gold“. Die Kündigungsfrist beträgt allerdings hier sechs Monate, sonst fällt der Zins auf 0,1 Prozent.

Platz 3: PSD Bank Hessen-Thüringen

Beim „PSDSpardirekt“- Sparbuch erhalten Kunden immerhin 0,4 Prozent.

Doch sind manche Produkte nicht viel besser als der berühmte Sparstrumpf, der einst ganz groß in Mode war: So bietet die Degussa-Bank  bei ihrem Sparbuch gerade mal 0,05 Prozent Zins. Bei der Deutschen Bank sind es magere 0,1 Prozent. So lässt sich eine Inflationsrate von derzeit 1,0 Prozent in Deutschland jedoch nicht ausgleichen. Bei 0,05 Prozent Zins würden Anleger absurde 19 Jahre brauchen um ihre Einlage auf 1,0 Prozent zu vermehren.

„Dennoch sollten Minizinsen keine Ausrede sein, um mit dem Sparen einfach aufzuhören“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. Wer nicht regelmäßig Geld zurücklege, dem fehle schlicht die Basis, die sich verzinsen kann. Eine Umfrage des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes ist daher alarmierend.

Sie zeigt, dass zwölf Prozent der Deutschen wegen der niedrigen Zinsen weniger sparen. Immerhin sieben Prozent sparen deshalb mehr und zwölf Prozent sehen sich nach attraktiveren Sparformen um.

Denn nur wer genügend Geld zurücklegt und verfügbar hält, erspart sich in kleineren und größeren Notfällen teure Dispozinsen oder Nachteile, wenn Festgeldanlagen vorzeitig aufgelöst oder Wertpapiere voreilig verkauft werden müssen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.04.2014, 14:21 Uhr

wenn ich bei einer BAnk ein Tagesgeldkonto und ein Girokonto habe, gilt die Sicherung dann für beide zusammen oder Pro Konto?

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