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10.02.2017

12:21 Uhr

Tool der Woche – Strompreisvergleich

Günstiger geht eigentlich immer

VonJessica Schwarzer

Wer sich noch nie aktiv für einen neuen Stromtarif entschieden hat, der zahlt mehr als nötig. Das Sparpotenzial ist enorm, gerade in der kurzen Frist. Worauf Verbraucher achten müssen – ein Selbstversuch zum Nachmachen.

Wer den Stromanbieter wechselt, kann viel Geld sparen. Und einfach ist es obendrein. dpa

Stromtrasse im Morgenlicht

Wer den Stromanbieter wechselt, kann viel Geld sparen. Und einfach ist es obendrein.

DüsseldorfAm Anfang steht ein Schock: Mein Stromverbrauch ist mehr als doppelt so hoch wie der eines durchschnittlichen Single-Haushalts. Der Grund ist schnell gefunden: Wer wie ich sehr oft badet und dabei den etwas in die Jahre gekommenen Durchlauferhitzer regelmäßig zum Glühen bringt, muss sich nicht wundern. Wundern muss ich mich aber, als ich meinen Stromverbrauch in den Stromrechner auf Handelsblatt.com eingebe: Die mögliche Ersparnis ist riesig.

Damit geht es mir wie vielen. Experten zufolge zahlt mindestens ein Drittel der Haushalte in Deutschland zu viel für Strom. Wer wie ich noch nie den Stromtarif gewechselt hat, zählt auf jeden Fall drauf. Wer nämlich noch nie aktiv wurde, bezieht die Elektrizität aus der Grundversorgung. „Das Sparpotenzial ist enorm“, sagt auch Lundquist Neubauer von Verivox. Die Grundversorgung ist nämlich ein relativ teurer Tarif, den der Stromanbieter den meisten Kunden vor Ort garantiert. Auch wenn kein Vertrag zur Stromlieferung existiert, wird jeder Haushalt beliefert. Diesen Service lassen sich – wie in meinem Fall die Stadtwerke Düsseldorf – teuer bezahlen. Seine Nutzung sollte aber nur die Notlösung sein, denn man zahlt auf jeden Fall mehr als nötig.

Der Weg zum neuen Stromanbieter

Einfacher Wechsel

Wechseln ist einfach und ohne Risiko möglich. Verbraucher brauchen sich nur einen neuen Stromanbieter zu suchen und mit diesem einen Vertrag abzuschließen. Alles Weitere erledigt der neue Versorger. Wechselkosten gibt es. Auch geht der Wechsel in der Regel zügig: In der Grundversorgung beträgt die Kündigungsfrist nur zwei Wochen.
Quelle: Verbraucherzentrale Energieberatung

Laufzeit und Kündigungsfrist

Experten empfehlen, keine zu lange Laufzeit zu vereinbaren, also nicht länger als ein Jahr. Auch die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen. Achten Sie auf das Kleingedruckte.

Vorauszahlungen oder Strompakete

Die Verbraucherschützer raten, Vorauszahlungen und Strompakete, also den Einkauf einer vorab vereinbarten Strommenge, zu vermeiden.

Einzugsermächtigung

Eine Einzugsermächtigung für die monatlichen Abschlagszahlungen wird standardmäßig gefordert. Falls Sie das nicht wünschen, erkundigen Sie sich vorab nach anderen Zahlungsweisen.

Kündigung des alten Vertrags

Verbraucher müssen hier nicht aktiv werden. Sie bevollmächtigen den neuen Stromanbieter den alten Liefervertrag zu kündigen. Der neue Anbieter kümmert sich um alles Weitere.

Risiken

Technische Arbeiten oder gar ein neuer Zähler sind nicht erforderlich. Es entstehen keine Wechselgebühren. Auch wenn sich der neue Anbieter einmal vom Markt zurückzieht oder in Konkurs fällt oder der neue Vertrag gekündigt wird: Die Lichter gehen nicht aus. Der Haushaltskunde wird in der Ersatzversorgung unverzüglich zu dem Grundpreis vom örtlichen Anbieter versorgt. Und es sind keine Strafentgelte zu befürchten.

Preisanstieg

Die Ökostrom-Umlage (auch EEG-Umlage genannt) steigt 2017 von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Prognosen gehen davon aus, dass sie sich noch mindestens die nächsten drei Jahre in Folge erhöhen wird. Stark gestiegen sind zum Jahreswechsel 2017 auch die Netzentgelte in vielen Regionen in Deutschland. Haben Sie einmal genug von ihrem neuen Anbieter oder steigen bei diesem die Preise stärker als bei anderen, können Sie unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist einen neuen Anbieter suchen oder zurück zu ihrem alten Stromversorger wechseln.

Kündigungsfristen

In der Grundversorgung beträgt die Kündigungsfrist nur zwei Wochen. Haben Sie aber bei Ihrem Grundversorger ein anderes Stromprodukt gewählt oder sind bereits zu einem anderen Stromanbieter gewechselt, gelten die vereinbarten Kündigungsfristen aus diesem sogenannten Sondervertrag, die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt sind. Sonderverträge gewähren bei Preiserhöhungen oftmals ein Sonderkündigungsrecht.
Quelle: Verbraucherzentrale Energieberatung

Das soll sich bei mir jetzt ändern, schließlich kann ich meinen Anbieter frei wählen. Das geht übrigens schon seit der Liberalisierung des Strommarkts im Jahr 1998. Gut 75 Prozent aller Haushalte bleiben allerdings auch fast 20 Jahre nach Einführung dieser neuen Freiheit ihrem lokalen Grundversorger treu, ein Drittel nutzen den teuren Grundtarif. Heute gibt es dabei mehr als 1.000 Stromlieferanten, und jeder bietet im Durchschnitt mehr als zehn Tarife an. Da allein den Überblick zu behalten, ist natürlich völlig unmöglich. Aber dafür gibt es den Stromrechner im Internet.

Die Abfrage ist denkbar einfach: Postleitzahl plus jährlichen Verbrauch – den findet man auf der letzten Rechnung des Anbieters – eingeben, und schon geht es los. Die Überraschung ist groß. Mehr als 250 Euro könnte ich sparen, beim Top-Anbieter sogar gut 290 Euro. Das klingt super – und ist wirklich eine Menge Geld, wenn man bedenkt, dass ich aktuell gut 980 Euro jährlich zahle – fast 30 Prozent mehr. Ich bin begeistert.

Nur der Zusatz „im 1. Jahr“ macht mich stutzig. Denn in der Tat: bei genauem Hinschauen wird die monatliche Zahlung gar nicht wirklich günstiger. Ein paar Cent, maximal zwei Euro zahle ich weniger, manchmal muss ich aber auch mehr bezahlen. Eine Mogelpackung? Nein, der Wechsel lohnt sich trotzdem. Mit bis zu 220 Euro Sofortbonus lockt mich der neue Anbieter, auch mit einem Neukundenbonus werde ich geködert: Je nach Anbieter beträgt dieser bis zu 160 Euro. Diese Boni fallen mal höher und mal niedriger aus, und irgendwie komme ich bei den Top-Angeboten immer auf ungefähr dieselbe Summe: fast 300 Euro.


Kommentare (26)

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Account gelöscht!

10.02.2017, 12:42 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Toni Ebert

10.02.2017, 12:56 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

10.02.2017, 13:00 Uhr

Die politischen Korrektis in den Medien und im Establishment gehören einer eisenharten Rechthabersekte an. Und weil das so ist, ist die Welt für die politischen Korrektis so in Ordnung, wie sie sie gern hätten. Obama war eben perfekt, sagen wir mal mindestens beinahe und auch seine Außenministerin Hillary gehörte zu diesem Perfektheitssystem. Obama hat richtig gemacht, was er nur richtig machen konnte, und alles, was Mist ist, heißt Donald Trump

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