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19.08.2016

15:33 Uhr

Tool der Woche – Tagesgeld

Minizinsen sind besser als gar keine

VonGertrud Hussla

Mindestens eine halbe Billion Euro lassen die Deutschen auf dem Girokonto vergammeln. Tendenz steigend. An diesem Geld verdienen nur die Banken. Dabei gibt es auch noch deutlich rentablere Wege, Notreserven zu parken.

Die Niedrigzinsen veranlassen viele Sparer dazu, ihr Geld einfach auf dem Girokonto liegen zu lassen. gms

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Die Niedrigzinsen veranlassen viele Sparer dazu, ihr Geld einfach auf dem Girokonto liegen zu lassen.

DüsseldorfJetzt also auch die Postbank. Immer mehr Banken haben das Girokonto als Geldquelle entdeckt und nehmen Gebühren. Für ihre Kunden aber ist das Gehaltskonto die schlechteste Lösung, um Reserven für die plötzliche Handwerkerrechnung oder eine neues Auto zu halten. Das Girokonto kostet, bringt aber null Zinsen.

Doch das scheint viele Deutsche nicht zu stören. Mindestens eine halbe Billion Euro haben deutsche Privatpersonen auf dem Girokonto geparkt und verschenken damit jeden Monat ordentlich Geld. Denn selbst im Umfeld niedriger Zinsen lohnt es sich noch Geld auf ein Tagesgeldkonto zu schichten. Häufig sind die Zinsen nämlich dort immer noch höher, als die derzeit extrem niedrige Inflation von 0,4 Prozent.

Max Herbst von der Finanzberatung FMH rechnet es auf seiner Webseite vor: Wer 10.000 Euro etwa bei der österreichischen Austrian Anadi Bank parkt, hat nach drei Monaten schon 29 Euro mehr auf dem Konto. Dafür könnte man schon mal nett ins Kino gehen, samt Drinks und Popcorn für zwei. Wer sich nach einem Tagesgeldkonto umsieht, will im Durchschnitt aber sogar 44.800 Euro für acht Monate anlegen, hat Herbst aus über 50.000 anonym ausgewerteten Kundenanfragen auf seiner Webseite ermittelt.

Bei dieser Anlagesumme und diesem Anlagezeitraum beträgt der Unterschied zwischen einem Null-Prozent-Konto und dem besten Angebot bereits 299 Euro. Das reicht schon für einen Wochenendtrip. Wer wert auf die deutsche Einlagensicherung lege, könne sich gegenüber einem Null-Prozent-Konto immerhin um bis zu 209 Euro verbessern, errechnete Herbst.

Positiver Realzins

Viele Banken, vor allem Direktbanken, locken mit Tagesgeldzinsen, die deutlich über der derzeitigen Inflationsrate von 0,4 Prozent liegen. Interessant ist übrigens, dass immer mehr Institute darauf verzichten, Neukunden mit Konditionen zu locken, Bestandskunden aber mit weit niedrigeren Zinsen abspeisen. Gerade die Klassenbeste, die Anadi Bank, hält sich konstant an die versprochenen 1,15 Prozent. Bei anderen aber gelten die Top-Zinsen nur für ein paar Monate oder nur bis zu einer bestimmten Geldsumme, danach ist die Verzinsung schlechter als bei anderen Tagesgeld-Konten. So locken etwa die ING Diba oder die Consors Bank (in der Tabelle rot gekennzeichnet). Auch das ist bei der Kontowahl zu berücksichtigen. „Wer nichts verschenken will, muss sich einfach die Arbeit machen und nach Möglichkeiten suchen, Geld sinnvoll zu parken. Daran geht nichts vorbei“, sagt Herbst. Die komplette Tabelle inklusive Angaben zur Einlagensicherung ist als Tool der Woche zu finden.

Teils deutlich über der Inflationsrate
Tagesgeldsätze in Deutschland zugelassener Banken*)
AnbieterZinsZins
NeukundenBestandskunden
Austrian Anadi Bank 1,15 %

1,15%

Volkswagen Bank 1,10 %

0,30%

Audi Bank 1,10 %

0,30%

Consorsbank1,00 %

0,20%

ING-DiBa1,00 %

0,35%

Renault Bank direkt 0,80 %

0,60%

HKB Bank0,75 %

0,65%

MoneYou 0,70 %

0,70%

DKB Deutsche Kreditbank 0,60 %

0,60%

DenizBank0,60 %

0,60%

NIBC Direct 0,60 %

0,60%

akf bank0,50 %

0,50%

RaboDirect0,50 %

0,50%

1822direkt0,50 %

0,30%

GarantiBank0,40 %

0,40%

Merkur Bank 0,40 %

0,40%

pbbdirekt0,40 %

0,40%

Santander Direkt Bank0,35 %

0,35%

CosmosDirekt0,34 %

0,34%

*) Anlagesumme 10 000 Euro
Quelle: FMH-Finanzberatung
Stand: 18.8.2016

Kommentare (1)

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Herr Heinz Keizer

19.08.2016, 17:57 Uhr

"An diesem Geld verdienen nur die Banken"

indem sie Strafzinsen bei der EZB zahlen müssen. ?

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