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15.08.2013

13:39 Uhr

Tool der Woche

Wo Geldanleger günstig handeln

VonJens Hagen

In Zeiten niedriger Renditen achten Anleger besonders auf die Kosten. Manche Online-Broker verlangen für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren fünfmal mehr als andere. Welche Institute günstige Depots anbieten.

Börsenhändler: Niedrige Kosten sind die Voraussetzung für eine auskömmliche Rendite. Reuters

Börsenhändler: Niedrige Kosten sind die Voraussetzung für eine auskömmliche Rendite.

DüsseldorfDie fetten Jahre in der Geldanlage sind vorbei. „Die Renditeerwartungen für ein konservatives Portfolio bewegen sich im derzeitigen Umfeld zwischen etwa 2,5 Prozent bei einem Horizont von einem Jahr und jährlich 4,3 Prozent bei einem Anlagehorizont von zehn Jahren“, sagt Lars Edler, Leiter Taktische Asset-Allokation bei Sal Oppenheim.

Der Blick in die Vergangenheit schmerzt. Noch vor einigen Jahren waren langfristige Renditen von acht Prozent bei Renten und zwölf Prozent bei Aktien drin. Vor fünf Jahren lag bereits die Rendite einer zehnjährigen deutschen Staatsanleihe bei über vier Prozent. Heute liegt sie bei rund 1,7 Prozent. „Steigen die Zinsen, ist es bereits als Erfolg zu werten, wenn die Kursverluste nicht den Kupon aufzehren“, sagt Edler.

Die Aussichten sind ebenfalls nicht berauschend. Die Zinsen sind wegen der expansiven Geldpolitik der Notenbanken historisch niedrig. Trotzdem fürchten Anleger die Zinswende. Denn dann steigen die Risiken für Anleger: Bei Anleihen, deren Kurse in der Vergangenheit massiv von den fallenden Zinsen profitiert haben, drohen sogar Verluste.

Auch die Aktienmärkte reagieren empfindlich, wie die Kursverluste nach Äußerungen von US-Notenbankchef Bernanke nach der Juni-Sitzung der US-Notenbank zeigen. Bernanke sprach von einer absehbaren Drosselung der Anleihekäufe. „Das ist ein Zeichen dafür, dass ein Teil der Kursgewinne zuvor eher von der reichlich vorhandenen Liquidität als von steigenden Unternehmensgewinnen getrieben war“, sagt Edler.

Konservatives Depot

Aktien

Für Handelsblatt Online hat Sal. Oppenheim ein Musterdepots entworfen. Das konservative Depot setzt auf Sicherheit, die Aktienquote liegt nur bei 15 Prozent.
Aktien nach Regionen:
Europa: 7,7 Prozent
USA: 2,8 Prozent
Japan: 0,7 Prozent
Emerging Markets: 2,8 Prozent
Sonderthemen: 1,0 Prozent

Renten

Insgesamt: 72,5 Prozent
Staatsanleihen/Pfandbriefe: 54,4 Prozent
Unternehmensanleihen: 18,1 Prozent

Alternative Investments

Insgesamt: 12,5 Prozent
Absolute Return: 10,0 Prozent
Rohstoffe: 2,5 Prozent

Der Oppenheim-Banker macht Anlegern wenig Hoffnung. Viele Staaten und Privathaushalte würden aktuell Schulden abbauen. Ebenfalls wachstumshemmend sei die Entwicklung von Produktivität und Bevölkerung. „Auf die Aktienkurse wirkt das schwache Wachstum zum Teil dämpfend“, sagt Edler. Wie sollen Anleger auf diese Entwicklungen reagieren? Edler empfiehlt die Zusammensetzung im Depot den neuen Gegebenheiten anzupassen, etwa auf marktneutrale Strategien und Absolute Return setzten.

Das allein dürfte nicht in Zeiten von Minirenditen nicht reichen. „Anleger sollten auf ein effizientes Transaktionsmanagement achten, um Kostenbestandteile wie beispielsweise Brokergebühren minimieren“, sagt Edler. „Wir legen sehr viel Wert auf ein effizientes Kostenmanagement, denn dies ist bekanntlich der einzig wirkliche Free Lunch in der Vermögensverwaltung“.

Kommentare (7)

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dirkbusse

15.08.2013, 15:36 Uhr

Ich habe diverse Broker durchprobiert und bin bei der DKB hängengeblieben, keine Verwaltungskosten und günstige Orderkosten von 10-20 Euro. Was auch wichtig ist, man bekommt den Briefkasten nicht zugemüllt mit Printbriefen betr. Dividenden, Orderbestäigungen und -streichungen was mich bewogen hat, die netbank zu verlassen, die eigentlich auch recht günstig ist. Was flatex betrifft, so sollte man im Kleingedruckten der AGB lesen, dass die einen gewissen Prozentsatz der erhaltenen Dividenden einstreichen und damit nur für Vieltrader in Frage kommen

Republikaner

15.08.2013, 16:39 Uhr

Günstig handeln ist doch wohl heutzutage das geringste Problem - wo bekomme ich gute Informationen her, das ist doch der Knackpunkt! Betreuung, Beratung und Service - und am Jahresende ein super Ergebnis darum geht's doch. Der Rest ist für die Sparbrötchen, die mit einem Sparbuch am besten fahren. Abzüglich Abschlagsteuer - eingeführt von einem Herrn Steinbrück und der gefühlten Geldentwertung von 10% sowieso ein Bombengeschäft. Ob ich mir da noch 0,001 Gebühren spare ist eine ziemlich hirnrissige Überlegung.

florian

15.08.2013, 16:48 Uhr

Sehr geehrte Redaktion,
ich habe mir ihren Vergleich einmal etwas näher betrachtet und die Preise der Anbieter auf der jeweiligen Homepage verglichen. Bei Flatex haben Sie die Gebühren des außerbörslichen Direkthandels angesetzt hingegen bei anderen Brokern die Ordergebühren für Trades an der XETRA. Wenn man nämlich bei Flatex auch die Gebühren des XETRA-Handels betrachten würde, da wäre das Minimum pro Order bei 7 Euro und Flatex würde in dem Vergleich nicht mehr ganz so gut dastehen. Trotzdem ein guter Vergleich.

Viele Grüße
Ein interessierter Leser

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