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19.12.2011

12:50 Uhr

Überschussbeteiligung

Aachen Münchener zahlt Spitzenzinsen

VonThomas Schmitt

Die Aachen Münchener schreibt unter den größten Lebensversicherern für 2012 die höchste laufende Verzinsung gut. Damit liegt der Partner des Finanzvertriebs DVAG nun vor Allianz, R+V, Ergo und Debeka.

Das Logo der Aachen Münchener dpa

Das Logo der Aachen Münchener

FrankfurtNur wenige Lebensversicherer schaffen für 2012 noch Zinsgutschriften von vier Prozent oder mehr. Die meisten Branchengrößen müssen wegen der sinkenden Renditen an den Kapitalmärkten ihre Überschussbeteiligung um 0,1 bis 0,4 Prozentpunkt senken. Die überraschende Ausnahme ist bisher die Generali-Tochter Aachen Münchener Leben. Der Partner des größten Finanzvertriebs DVAG zahlt seinen Kunden wie für die Jahre 2009 bis 2011 wieder 4,2 Prozent. 

Damit erreicht der zweitgrößte deutsche Lebensversicherer im Vergleich mit den größten der Branche nun eine Spitzenstellung. Denn selbst ein Versicherer mit traditionell hoher laufender Verzinsung, die Debeka, ist nun mit ihrer Überschussbeteiligung an die Marke von vier Prozent herangerückt: „Die laufende Zinsüberschussbeteiligung – einschließlich des Garantiezinses – wird im kommenden Jahr auf 4,1 Prozent nach 4,3 Prozent im Jahr 2011 festgesetzt“, teilte der Versicherungsverein aus Koblenz mit. 

Überschussbeteiligung: Weniger Zinsen für Lebensversicherungen

Überschussbeteiligung

Weniger Zinsen für Lebensversicherungen

Die Renditen auf Kapital-Lebensversicherungen bleiben auf Talfahrt.

Zum Vergleich: Die Allianz liegt für 2012 bei vier Prozent, und die zu den Genossenschaftsbanken gehörende R+V Leben teilte 3,85 Prozent mit. Ein weiterer großer Lebensversicherer der Generali Deutschland, die Generali Leben, senkte ihre Überschussbeteiligung sogar von 4,0 auf 3,6 Prozent. Bei der Ergo Leben sind es nun 3,8 Prozent statt vier Prozent.

Im Branchenschnitt könnte die laufende Verzinsung des Sparguthabens in den Verträgen im nächsten Jahr die wichtige Marke von vier Prozent unterschreiten, vermuten Manager und Analysten. 2011 lag die durchschnittliche Verzinsung bei 4,1 Prozent. Zur Jahrtausendwende hatten viele Anbieter sogar noch mehr als sieben Prozent gezahlt. „Wir erwarten, dass die historisch hohen Zinsen der Vergangenheit so schnell nicht wiederkommen werden“, sagte ein Sprecher der Allianz.

Alternativen zur Kündigung der Lebensversicherung

Umsatteln

Kunden mit Kapital oder fondsgebundene Lebenspolicen können ihren Vertrag oft durch eine günstigere Risiko-Lebenspolice ersetzen, empfiehlt der Bund der Versicherten.

Kurzläufer

Sprechen Sie mit Ihrer Gesellschaft über eine kürzere Laufzeit. Aus steuerlichen Gründen sollte die Police mindestens zwölf Jahre laufen. Bis dahin können Sie die Police beitragsfrei stellen, die Prämie reduzieren oder verlangen, dass für den Beitrag die angesammelten Überschussanteile verwendet werden.

Beitragsfrei stellen

Wer eine Versicherung beitragsfrei stellen lässt, muss wissen, dass danach nichts mehr verändert werden darf.

Die Versicherer leiden unter dem Zinsrückgang an den Finanzmärkten. Sie legen die Prämien ihrer Kunden an den Kapitalmärkten an, vor allem in Anleihen, aber auch in Aktien oder Immobilien. Gesetzlich sind sie verpflichtet, ihre Kunden mit 90 Prozent an den erwirtschafteten Kapitalüberschüssen zu beteiligen. Doch da die Zinsen im Keller sind, nehmen die Versicherer weniger ein - und können weniger Überschüsse gutschreiben.

Zusätzlich zur laufenden Verzinsung zahlen die Lebensversicherer für im nächsten Jahr auslaufende Verträge noch einen Schlussüberschuss. Das ist sozusagen eine Prämie dafür, dass der Kunde bis Vertragsende durchgehalten hat. Zusammen mit der Überschussbeteiligung ergibt dies dann die häufig genannte Gesamtverzinsung des Vertrages. Je nach Situation des Unternehmens ist dieser Zinssatz auch unterschiedlich hoch. 

Der Schlussbonus liegt zum Beispiel bei der Aachen München im nächsten Jahr bei 0,5 Prozent, es ergibt sich also eine Gesamtverzinsung von 4,7 Prozent. Bei der Debeka sind die Werte ähnlich, weil der Schlussüberschuss etwas höher ausfällt: „Für den größten Teil der Verträge liegt die Gesamtver­zin­sung der Sparanteile ab Januar dann bei 4,7 bis 4,8 Prozent (bisher 4,9 bis 5,0 Prozent)“, heißt es in einer Mitteilung.

 

Kommentare (40)

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Strukki01

19.12.2011, 14:21 Uhr

Was soll diese Werbeveranstaltung fü die DVAG. Werden die Artikel jetzt höchstbietend verkauft?

Individuum

19.12.2011, 15:49 Uhr

Also ich habe auch keine guten Erfahrungen mit der DVAG / Aachen Münchner gemacht... das Thema Badenia (überteuerte Schrottimmobilien) war ja da auch noch verstrickt... Glück hatte wer rechtzeitig abgesprungen ist mit Hilfe eines Rechtsanwaltes. Nie wieder!

exilenz

19.12.2011, 19:07 Uhr

+++ DANKE! +++

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