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04.11.2012

16:35 Uhr

Überzogene Gebühren

SPD nimmt Dispo-Zinsen ins Visier

Immer noch kassieren Banken von ihren Kunden völlig überhöhte Dispo-Zinsen. Dem will die SPD nun dringend mit einer Gesetzesinitiative ein Ende bereiten. Maximal acht Prozent sollen die Institute noch nehmen dürfen.

Eine Gesetzesinitiative soll hohen Dispo-Zinsen ein Ende bereiten. dpa

Eine Gesetzesinitiative soll hohen Dispo-Zinsen ein Ende bereiten.

BerlinDie SPD will mit einer Gesetzesinitiative gegen überzogene Bankgebühren vorgehen. Dispo-Zinsen bei Kontoüberziehung müssten auf maximal 8 Prozent begrenzt werden, sagte die SPD-Verbraucherpolitikerin Kerstin Tack der Nachrichtenagentur dpa.

Zudem sollten die Kosten für die Abhebung an Automaten auf 2 Euro gedeckelt werden. Es sei nicht länger hinnehmbar, dass die Kreditinstitute von den Kunden überhöhte oder oft auch versteckte Gebühren kassierten.

Welche Banken die niedrigsten Dispozinsen haben

Platz 10

Die PSD Bank Nürnberg fordert Dispozinsen in Höhe von 8,1 Prozent und ist damit der einzige Top-10-Anbieter über acht Prozent.

Quelle: FMH-Finanzberatung, Stand: 17.1.2013

Platz 9

Bei der DKB Deutsche Kreditbank liegen die Dispozinsen bei 7,9 Prozent.

Platz 8

Die PSD Bank Hessen Thüringen Giro Direkt verlangt Dispozinsen in Höhe von 7,77 Prozent.

Platz 7

Die Direktbank 1822direkt verlangt Dispozinsen in Höhe von 7,74 Prozent. Auch die PSD Bank Niederbayern-Oberpfalz und die PSD GiroDirekt und die PSD Bank RheinNeckarSaar Giro Direkt liegen hier.

Platz 6

Bei der PSD Bank Kiel liegen die Dispozinsen bei 7,71 Prozent.

Platz 5

Die DKB Deutsche Kreditbank verlangt Dispozinsen in Höhe von 7,90 Prozent.

Platz 4

Bei der PSD Bank Braunschweig muss der Kunde Dispozinsen in Höhe von 7,45 Prozent zahlen.

Platz 3

Die PSD Bank Berlin-Brandenburg verlangt Dispozinsen in Höhe von 6,99 Prozent. Bei der PSD Bank Westfalen-Lippe sind es 7 Prozent.

Platz 2

Bei der DAB Bank (Direktbank) liegen die Dispozinsen bei 6,95 Prozent.

Platz 1

Die niedrigsten Dispozinsen gibt es bei der Deutschen Skatbank (Direktbank). Hier liegen die Zinsen bei 5,25 Prozent.

Die SPD-Politikerin kritisierte, dass Banken immer noch Hunderttausenden ein eigenes Girokonto verweigerten. Damit werde eine ausdrückliche Empfehlung der Kreditwirtschaft unterlaufen, für jeden Interessenten ein Konto mit Guthaben einzurichten.

Deutschland müsse dabei endlich mit vielen anderen europäischen Ländern gleichziehen, die eine solche Regelung bereits hätten. Wer nur auf die Verwendung von Bargeld angewiesen sei, könne nur schwer eine Wohnung oder einen Arbeitsplatz finden.

Dispo-Zinsen: Welche Banken am stärksten zulangen

Dispo-Zinsen

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Die Kreditzinsen auf den Girokonten der Banken sind teuer und intransparent.

Weiter schlägt die SPD-Bundestagsfraktion die Einsetzung von Wächtern über die Finanzmärkte vor. „Sie sollen unlautere Praktiken aufspüren und Missstände an die Aufsichtsbehörden weitergeben“, sagte Tack.

Finanziert werden sollten die bei den Verbraucherzentralen angesiedelten Wächter aus Bußgeldern und Kartellstrafen. „Die Verbraucher müssen gegenüber den Unternehmen auf Augenhöhe agieren können. Deshalb muss die Macht der Verbraucher gestärkt werden“, meinte die SPD-Politikerin.

Von

dpa

Kommentare (15)

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Bankier

04.11.2012, 17:14 Uhr

Deckelung der Dispozinsen? Geht für mich in Ordnung.
Wobei ich immer noch der Meinung bin, dass die meisten Leute den Dispo einfach falsch nutzen, nämlich ständig.
Erst deshalb ist er für Banken eine attraktive Einnahmequelle geworden.

Wenn bei einer Auszahlung am Geldautomaten Gebühren fällig werden, müssen diese vor der Auszahlung angezeigt werden. Das ist schon jetzt der Fall.
Eine Deckelung dieser Gebühr auf 2,- finde ich unfair den Sparkassen und Volksbanken gegenüber, die mit ihrer Filialdichte auch entsprechend ein dichtes Automatennetz aufgebaut haben. Das kostet viel Geld in Anschaffung und Wartung.
Warum sollte man dieses Netz also Nichtkunden für wenig Geld zur Verfügung stellen?

Und ja, ich bin Mitarbeiter einer Volksbank.

Dispo

04.11.2012, 17:27 Uhr

erneut muss ich auf das vorbildliche Niederlande hinweisen: schon seit etlichen Jahren sind Dispozinsen dort gesetzlich gedeckelt -- mindestens schon seit Anfang 2004 oder so und zwar meines Wissens bei ca. 6%, das war zumindest 2005 noch der zulässige Höchstsatz.

man hätte sowas also schon lange umsetzen können, da bekannterweise dort abgezockt wird.

und an dem Vorkommentator: die Reallöhne in DE sinken, ebenso wie es in den USA auch passiert ist. Als letzte Möglichkeit müssen viele dann auf Kredite und Dispokredite zurückgreifen.

ich kenn die Statistik jetzt nicht, aber zumindest in meinem Bekanntenkreis leben viele allein über den Dispo. Irgendwie muss man nicht steigende Löhne bei steigenden kosten ja kompensieren.

AntroPOloge

04.11.2012, 17:34 Uhr

Die SPD besetzt ein weiteres Thema der Regierungskoalition.

Frau Ilse Aigner hat hier unglücklich und farblos bis überhaupt nichts erreicht. Wie so wenig aus dem Verbraucherministerium bisher zum Wohle der Verbraucher umgesetzt wurde. Man fragt sich, wozu gibt es überhaupt das Verbraucherministerium.

Die CSU mit ihren Spitzenpolitikern schwingen lieber Stammtischparolen. Nicht mal das Thema Dispozinsen können sie akurat abarbeiten und bilden sich tatsächlich ein in der Europolitik mitspielen zu wollen.

Regionalliga ist nicht Bundesliga.

CSU-Politik ist nicht Bundes- oder Europapolitik.

Frau Ilse Aigner, wann werden sie etwas gegen hohe Dispozinsen unternehmen? Oder bereiten Sie sich schon auf die Rückkehr nach Bayern vor?

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