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27.05.2014

12:34 Uhr

Umfrage

Kein Geld für unerwartete Ausgaben

Plötzlich notwendige Anschaffungen stellen viele Deutsche vor Probleme. Wenn etwas kaputt geht, können sie es nicht aus eigener Tasche bezahlen. Auch eine vollwertige Mahlzeit ist nicht für jeden selbstverständlich.

Wenn die Waschmaschine plötzlich streikt, kann nicht jeder die Reparatur aus eigener Tasche zahlen. dpa

Wenn die Waschmaschine plötzlich streikt, kann nicht jeder die Reparatur aus eigener Tasche zahlen.

WiesbadenEin Drittel der Bevölkerung in Deutschland kann sich unerwartete Ausgaben von mehr als 940 Euro nicht leisten. Auf Urlaubsreisen verzichtet aus finanziellen Gründen gut jeder Fünfte (22 Prozent). Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Die Zahlen basieren auf der Erhebung Leben in Europa (EU-SILC) für 2012, die von Selbsteinschätzungen ausgeht. Danach ist fast jeder Fünfte in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen.

Deutschland schneidet im EU-Vergleich jedoch gut ab. Mehr als 40 Prozent der Menschen innerhalb der Europäischen Union können plötzliche notwendige höhere Anschaffungen oder Reparaturen nicht aus der eigenen Tasche bezahlen. Mehr als jedem Dritten (39,6 Prozent) fehlt das Geld für eine Urlaubsreise von wenigstens einer Woche.

Geldanlage: So sparen die Deutschen

Platz 10

Festverzinsliche Wertpapiere: 8 Prozent
Bei den Geldanlagen der Deutschen gibt 2014 laut einer TNS-Umfrage deutliche Unterschiede zum Vorjahr. Mehr als 2000 Bürger über 14 Jahren nahmen an der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts zum Sparverhalten der Deutschen teil.
Quelle: Verband der privaten Bausparkassen

Platz 9

Aktien: 14 Prozent

Patz 8

Investmentfonds: 20 Prozent

Platz 7

Riester-Rente: 22 Prozent

Platz 6

Immobilien: 25 Prozent

Platz 5

Kurzfristige Geldanlagen: 32 Prozent

Platz 4

Renten- und Kapital-LV: 35 Prozent

Platz 3

Sparen auf Girokonto: 37 Prozent

Platz 2

Bausparvertrag: 37 Prozent

Platz 1

Sparbuch und Spareinlagen: 51 Prozent

Die beliebteste Geldanlage ist mit 51 Prozent zwar immer noch das Sparbuch. Es verzeichnete im Vergleich zu 2013 jedoch einen Rückgang um vier Prozentpunkte.

Eine vollwertige Mahlzeit - mit Fleisch, Fisch oder auch vegetarisch - ist in der EU längst nicht für jeden Alltag. Etwa jeder zwölfte Bundesbürger (8,2 Prozent) kann sich dies laut Statistik nicht einmal jeden zweiten Tag leisten. Im EU-Durchschnitt sind es noch weniger Menschen (11,0 Prozent).

Ein Auto ist für 7,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland finanziell nicht drin. Dieser Anteil ist seit 2008 (5,1 Prozent) kontinuierlich leicht gestiegen. 4,8 Prozent der Haushalte gaben an, ihre Miete oder ihre Rechnungen für Versorgungsleistungen nicht rechtzeitig bezahlen zu können.

2008 sagten das noch 5,6 Prozent. Bei den anderen Faktoren der materiellen Entbehrung ist der Anteil der betroffenen Bevölkerung seit 2008 stetig leicht gesunken.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

27.05.2014, 12:53 Uhr

Na? Jetzt bitte wieder die üblichen Kommentare zu den o.g. Minderleistern und Sozialschmarotzern, die es doch einfach nicht besser verdient haben. Wenn sie es besser verdient hätten, würden sie doch mehr verdienen. Logisch, oder? Oder vielleicht doch nur die Feststellung, dass wir, speziell, aber nicht nur die Handelsblattleser, sondern alle, uns schnell Gedanken machen sollten, was diese zunehmende Menge an Menschen tun wird, wenn sie den Erhalt des Status quo als nicht mehr erstrebenswert ansieht. Es soll dann keiner sagen, man hätte es nicht kommen sehen, Volksaufstände, Chaos, Kriege, Nationalismus, Faschismus... man muss nicht in die Ferne schweifen, um nach zerfallenden Staaten zu suchen - und nach kapitalistischer Logik werden dann nämlich alle, die dort mit hinein gezogen werden, es schlicht nicht besser verdient haben. Prost Mahlzeit!

Account gelöscht!

27.05.2014, 13:29 Uhr

Ich finde, man muss das differenziert sehen. Es gibt sicher alleinerziehende Mütter und Leute, die unverschuldet in eine dumme Situation gekommen sind. Manch andere können aber einfach nicht mit Geld umgehen.

Account gelöscht!

27.05.2014, 13:32 Uhr

Das stimmt natürlich.
Trotzdem muss die Frage nach dem Verhältnis gestellt werden.

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