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05.06.2012

14:30 Uhr

Umfrage zeigt

Deutschen erwarten Betriebsrente vom Arbeitgeber

Im Kampf um Fachkräfte können sich Firmen mit ihren Vorsorgeleistungen abheben. 75 Prozent der Deutschen wünschen sich, dass sich ihr Unternehmen aktiv um eine zusätzliche Altersvorsorge kümmer t.

Zehn Prozent der Deutschen erwarten, dass die gesetzliche Rente reicht, um den Ruhestand finanziell abzusichern. dpa

Zehn Prozent der Deutschen erwarten, dass die gesetzliche Rente reicht, um den Ruhestand finanziell abzusichern.

Drei Viertel der Arbeitnehmer in Deutschland erwarten von ihrem Arbeitgeber eine betriebliche Altersversorgung. 75 Prozent wünschen sich, dass sich ihr Unternehmen aktiv um eine zusätzlich Vorsorge für den Ruhestand neben der gesetzlichen Rente kümmert, wie eine am Dienstag veröffentlichte Untersuchung der Unternehmensberatung Towers Watson ergab. Demnach gehen nur rund zehn Prozent der Befragten davon aus, dass die gesetzliche Rente alleine reicht, um den Ruhestand finanziell abzusichern.

75 Prozent der Deutschen seien bereit, Teile ihrer Löhne und Gehälter für eine garantierte betriebliche Altersrente zurückzulegen, teilte Towers Watson in Frankfurt am Main mit. Dabei sei die Bereitschaft für eine solche Vorsorge über die unterschiedlichen Einkommensklassen und Bildungsniveaus hinweg im Wesentlichen gleich hoch.

Mehr als der Hälfte (56 Prozent) der Befragten ist Sicherheit bei der betrieblichen Versorgung wichtiger als eine hohe Rendite, wie Towers Watson mitteilte. Für rund 59 Prozent ist demnach ein Schutz vor Inflation von besonderer Bedeutung. Nahezu alle Beschäftigten wünschten sich Wahlmöglichkeiten bei der Gestaltung der betrieblichen Vorsorge. Besonders wichtig sei den Arbeitnehmern dabei unter anderem eine Auswahl zwischen möglichen Anlageformen oder aus verschiedenen Möglichkeiten, wie das Geld später ausgezahlt wird.

Besonders jungen Arbeitnehmern sei die betriebliche Altersvorsorge wichtig, teilte Towers Watson mit. Rund ein Drittel (32 Prozent) der Beschäftigten unter 35 Jahren halte die Betriebsrente für die wichtigste Einkommensquelle im Alter. Damit sei die Wertschätzung der betrieblichen Versorgung fast so hoch wie jene für die gesetzliche Vorsorge (33 Prozent). Unter den Arbeitnehmern insgesamt hält den Angaben zufolge nur knapp ein Fünftel (19 Prozent) die Betriebsrente für die wichtigste Einkommensquelle im Alter, zwei Fünftel (38 Prozent) halten sie hingegen für das zweitwichtigste finanzielle Standbein im Alter.

Betriebliche Vorsorgemöglichkeiten seien für Unternehmen ein zunehmend wichtiges Instrument, um in der Konkurrenz mit anderen Firmen neue Arbeitskräfte zu gewinnen und bereits beschäftigte Mitarbeiter zu binden, sagte Thomas Jasper, Experte für betriebliche Altersversorgung bei Towers Watson. "Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels suchen Unternehmen nach Differenzierungsmöglichkeiten, um sich als gute Arbeitgeber zu präsentieren." Die betriebliche Altersversorgung biete Firmen eine solche Möglichkeit, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Für die Studie ließ Towers Watson im Januar 2012 rund 2100 Arbeitnehmer befragen. Von diesen verfügten rund 80 Prozent über eine betriebliche Altersversorgung.

Kommentare (4)

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neulig

06.06.2012, 23:14 Uhr

Die hier genannten Ergebnisse sind wertlos, da es sich offensichtlich nicht um eine unabhängige oder ausgewogene Studie handelt, wie der letzte Absatz bestätigt. Wenn 80% (!) der Befragten über eine betriebliche Altersvorsorge verfügten, ist es sogar eher erstaunlich, dass nur 75% der Arbeitnehmer von Ihrem Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge erwarten. Also 5% finden diese, trotzdem sie diese haben, gar nicht für notwendig!
Warum hat man nicht nur die befragt, die keine betriebliche Altersvorsorge haben? Vielleicht hat man diese befragt und die Ergebnisse sahen eben nicht so aus es der Auftrageber der Studie sich gewünscht hat.
Die betriebliche Altersvorsorge (kurz BAV) hat nämlich einige Fallen, die bei vielen Versicherten greifen und letztendlich zu einer schlechten Sparform führen, wenn sie diese komplett selbst zahlen:
1. Die volle Krankenversicherungsbeitragspfllicht bei der Auszahlung. Wer gesetzlich versichert ist (immerhin ca. 90%), der muss letztlich mehr als doppelte an Krankenversicherungsbeiträgen abführen als er vorher gespart hat. Lag sein Einkommen sogar über der Beitragsgrenze, muss er trotzdem er keine Ersparnisse hatte, Beiträge in Höhe von später vielleicht 15% oder auch 20% der Ablaufsumme entrichten. Die tatsächliche Rendite sinkt dadurch beträchtlich.
2. Die Rendite einer BAV sind grundsätzlich sehr niedrig bis bestenfalls mittelmäßig, da es sich für Arbeitnehmer um eine Garantieversicherung (ähnlich eines Riestervertrages) handelt. Viele Anbieter werden nach Kosten eben nicht Mal die Inflation von ca. 2,5% ausgleichen.
Fortsetzung nächster Kommentar

neulig

06.06.2012, 23:23 Uhr

Fortsetzung:
3. Die Verrentung der betrieblichen Altersvorsorge ist aufgrund der dynamischen Rentenform (statt variabel) sehr schlecht. Die mögliche komplette Einmalauszahlung hingegen verursacht eine maximale Steuerbelastung, die bei wahrscheinlich steigender Steuerlast sogar höher als die kompletten vorhergehenden Steuerersparnisse sein kann bzw. in den meisten Fällen ist. Insbesondere für Versicherte, die erst in 20 bis 40 Jahren in Rente gehen, wenn die gesetzliche Rente schon komplett zu versteuern ist (ab 2040).
4. In vielen Fällen verlieren die Versicherten gleichzeitig Rentenansprüche, da ca. 20% der Ersparnis durch die BAV eigentlich in die Rentenversicherung geflossen wären. Ausnahme bei Besserverdienern (ab ca. 75.000 Euro).
Mein Fazit: Wer nicht in der PKV ist und die Beiträge für die BAV komplett selber entrichten muss, sollte diese zumindest nicht als Altersvorsorge verwenden.

PS: Die Tatsache, dass junge Menschen die BAV fast so gut finden wie die gesetzliche Rentenversicherung ist m. E. nicht positiv zu werten, sondern zeugt m. E. von großer Unwissenheit. Die demografische Entwicklung wird neben der Steuerlast die gesetzlichen Renten dieser Menschen stark reduzieren.

RolfEickhoff

26.06.2012, 18:35 Uhr

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ich rate dem Kommentator zu Bleistift und Taschenrechner. Hätte er einmal die Anlagemöglichkeiten in allen Konsequenzen durchgerechnet, käme er nicht auf ein so absurdes Fazit.
Rolf Eickhoff

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