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28.01.2010

07:40 Uhr

Verbraucherrecht

Welche zweifelhaften Entgelte Banken erheben

VonJens Hagen

Nicht nur am Geldautomaten piesacken viele Banken ihre Kunden. Auch für Girokonten und Kredite erfinden sie immer neue Gebühren. Einige Entgelte verstoßen gegen höchstrichterliche Rechtssprechung.

Einige Banken erheben dutzende Gebührenvarianten, einige davon zu unrecht. gms

Einige Banken erheben dutzende Gebührenvarianten, einige davon zu unrecht.

DÜSSELDORF. Bei den Gebühren für Girokonto und Kredit beweisen manche Banker einen beachtlichen Einfallsreichtum. So kosten Überweisungen, die nicht am Terminal sondern in Papierform vorgenommen werden, fast überall extra. Wer seinen Kontoauszug nicht innerhalb von drei Monaten abholt, erhält ihn per Post. Einige Institute verlangen für den Service Sätze von bis zu fünf Euro. Andere Banken berechnen sogar Gebühren für die Bearbeitung des Nachlasses beim Todesfall.

Einige Posten verwundern selbst alt gediente Verbraucherschützer. Etwa wenn Banken ihren Kunden fünf Euro in Rechnung stellen, wenn der Brief mit der Pin-Nummer für die EC-Karte nicht ankommt und der Kunde eine neue braucht. Oder die bis zu 40 Euro, die manche Banken für den Aufwand von Kundenreklamationen nehmen, selbst wenn sie berechtigt sind.

Die Verbraucherzentralen scannen derzeit die Preis-Leistungsverzeichnisse nach unbotmäßigen Gebühren und wurden fündig. Die Juristen entdeckten in den Verzeichnissen etwa unklare Postenpreise, nach denen Inhaber eines Onlinekontos für jede Buchung extra zahlen sollen, die sie nicht selbst am PC ausgelöst haben.

Oder Benachrichtigungsentgelten bei Rücklastschriften. "Bereits drei höchstrichterliche Urteile haben es den Banken untersagt, Gebühren für Rücklastschriften zu verlangen", sagt Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Jetzt soll die Benachrichtigung dafür bis zu fünf Euro kosten. Benachrichtigungsentgelte seien laut Pauli gegenüber den Auftraggebern einer Zahlung zwar gesetzlich möglich, das ändere aber nichts an der Situation bei einer Einzusgermächtigungslastschrift.

Kommentare (4)

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Meier H

28.01.2010, 12:27 Uhr

Um das abzustellen gibt es die Abstimmung mit den Fuessen.
in der USA heist dies "www.moveyourmoney.info"
Es braucht nur einen Anfang um die Welle loszutreten.

Technikfan

28.01.2010, 13:25 Uhr

Man stelle sich mal vor, ein Notar verlange eine Gebühr für die beurkundung eines immobilienkaufvertrages? So was unmögliches! *ironie aus* im Ernst, es will doch wohl keiner ernsthaft verlangen, dass eine bank für die Nachlassbearbeitung keine Gebühr erheben darf!? Eine solche bearbeitung muss sorgfältig nach geltendem Recht durchgeführt werden. Fehler dabei könnten nicht nur rufschädigende, sondern auch rechtliche Konsequenzen haben. Da die verbliebenen in der Regel nach ihrem Verlust und in der Trauer schon genug um die Ohren haben, wird ihnen in der Regel der das bankgeschäft betreffende Teil von der Hausbank abgenommen und bei allen Fragen zum Thema sachkundig beistand geleistet. Dies ist eine nicht selbstverständliche Dienstleistung! Oder glaubt irgendjemand, dass es die Santander bank oder die iNGDiba juckt, ob das nette Tantchen oder nahe angehörige verstorben sind? Die Abwicklung muss dort der Kunde selber vornehmen, Meldungen an Finanzamt etc. machen, sich mit den Erben auseinander setzen, etc. .

Rücklastschriften kommen zumeist aus zwei Gründen vor: Erstens kann es vorkommen, dass keine Deckung auf dem Konto ist, dann muss der bankmitarbeiter händisch eingreifen und die Überziehung zulassen oder ablehnen. bei Ablehung ist die bank verpflichtet den Kunden innerhalb 24 Stunden zu benachrichtigen. Dies verursacht neben den Personalkosten weitere Kosten (Anschreiben, Porto, etc.), die die bank nur deshalb zu tragen hat, weil der Kunde sein Konto ggf. nicht im Griff hat. Zum Zweiten kann eine Rücklastschrift darin begründet sein, dass die Empfängerdaten nicht korrekt sind und sich nicht automatisiert zuordnen lassen. Auch hier ist Personal beteiligt, recherchiert manuell nach, wem die zahlung zugeordnet werden könnte, geht die Lastschrift dann zurück, weil eine manuelle zuordnung nicht möglich ist, fallen Gebühren an. Aber nicht für den eigenen Kunden, sondern für den Auftraggeber der Lastschrift. Und auch wenn das von der Presse gerne verscheiegen (oder auch einfach nicht verstanden) wird, diese Rücklastschriftgebühren sind absolut rechtens und dürfen sehr wohl erhoben werden!

Liebe Handelsblattredaktuere, bitte recherchiert Eure Artikel zukünftig besser und baut sie weniger reißerisch auf, das steht einem seriösen blatt besser, als dieser "bildDirDeineMeinung-Stil".

beste Grüße!

Ein kostenloses Online-Konto ist nur deswegen kostenlos, weil es in der Regel keinen personenbezogenen Aufwand verursacht. Die verbleibenden Transaktionskosten (die jede bank auch bei kostenlos angebotenen Konten hat) müssen quersubventioniert werden. Das geht einerseits über Darlehen, Kontokorrentkredite oder das Einlagengeschäft. Wenn die Kunden aber bei der bank A nur das Girokonto haben, bei der Direktbank b das Tagesgeldkonto, bei der Santander das Depot und bei der Nachbarbank die Hausfinanzierung fällt die Quersubventionierung ins Wasser.
Liebe Leute glaubt mir, sollten wir mal dahin kommen, dass sämtliche Kosten verursachungsgerecht an den Kunden weitergereicht werden, wünschten sich 99% aller bankkunden das alte System zurück! Denn dazu gehört dann auch die kostenpflichtige bankberatung (nicht nur bei Darlehen, sondern auch und gerade bei der Anlageberatung) und die bepreisung sämtlicher sonstiger Dienstleistungen.

Feuerwehrmann

28.01.2010, 13:30 Uhr

Anderes beispiel ich war gestern bei der Kasse und wollte auf ein Konto bei der selben Kasse Geld einzahlen, aber ich habs gelassen denn da ich nicht der inhaber des Kontos bin (Man kennt das ja Einzahlung statt überweisung) sollte ich 9,- EUR Gebühr zahlen??? Für nen betrag von 20,- EUR

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