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14.10.2016

07:18 Uhr

Verbraucherschützer testen

Sparbuch weg – das wird teuer

VonKatharina Schneider

Wer sein Sparbuch verloren hat, muss für den Ersatz häufig hohe Gebühren zahlen, das zeigt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW. Kunden, die Geld parken wollen, raten sie deshalb zu einem anderen Konto.

Wer das Papierheft verliert, muss teils viel Geld für ein Neues zahlen. dpa

Sparbuch

Wer das Papierheft verliert, muss teils viel Geld für ein Neues zahlen.

FrankfurtFreiwillig würden sich viele Deutsche nie von ihm trennen. Das Sparbuch ist fester Bestandteil der deutschen Geldanlagekultur. Selbst der aktuelle Durchschnittszins von 0,04 Prozent schreckt die treuen Sparer nicht ab, sie horten weiter Milliardenbeträge und verzichten auf Rendite. Doch was tun, wenn das Papierheft einmal abhandenkommt? Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zeigt, dass es dann teuer werden kann.

Wer sein Sparbuch verloren hat, muss es sperren lassen, so wie auch eine verlorene Bank- oder Kreditkarte. Das sollte möglichst schnell geschehen, denn ein Sparbuch gehört zu den sogenannten „hinkenden Inhaberpapieren“. Die Bank darf zwar bei der Auszahlung verlangen, dass der Kunde zusätzlich zum Sparbuch auch seinen Ausweis vorlegt, ist dazu aber nicht verpflichtet. Wer ein fremdes Sparbuch in die Hände bekommt, könnte das Konto also leerräumen.

Wofür sparen Sie?

Handy

Dass die Deutschen ein Sparer-Volk sind, ist unumstritten. Doch wofür genau wird eigentlich gespart? Rund sechs Prozent gaben in einer „Yougov“-Umfrage an, dass sie für ein neues Handy sparen.

Unterhaltungselektronik

PlayStation 4 oder Xbox One? Acht Prozent der Befragten legen ihre Geld für eine neue Konsole zurück.

Computer

Zehn Prozent sparen auf einen neuen Computer.

Wohnungseinrichtung

Für das heimelige Gefühl bedarf es einer entsprechenden Wohnungseinrichtung. Ein Fünftel legen dafür ihr Geld zurück.

Haus oder Eigentumswohnung

An den eigenen Grundbesitz denken 25 Prozent. Sie legen ihr Geld für ein Haus oder eine Eigentumswohnung auf die hohe Kante.

Auto

Auch für die fahrbaren Untersatz will gesorgt sein. 27 Prozent sparen auf ein neues Auto.

Alterssicherung

Für über die Hälfte der Befragten steht die eigene Zukunft an erster Stelle. 55 Prozent gaben an, dass sie für die Alterssicherung Geld zurückhalten.

Im Test der Verbraucherschützer hat lediglich die Sparkasse Duisburg für das Sperren und die Ausstellen eines Ersatzsparbuchs keine Gebühr verlangt – allerdings nur, wenn das Guthaben unter 500 Euro lag. Ansonsten wurden hier 40 Euro fällig. „Weitaus kulanter waren Sparda West und Targobank, die es für das neue Buch bei drei Euro beließen“, schildern die Verbraucherschützer. Relativ günstig habe auch die Volksbank Ruhr-Mitte abgeschnitten, mit 5,50 Euro.

Mit Sätzen zwischen 10 und 20 Euro kategorisieren die Verbraucherschützer die Deutsche Bank, Sparkasse Bochum, Commerzbank, Postbank und Hypo-Vereinsbank ins mittlere Preisfeld. Bei der Sparkasse Wuppertal fanden sie eine Staffelung vor: Bei Verlust und weniger als 5.000 Euro Guthaben mussten Kunden 15 Euro zahlen, bei Diebstahl oder höherem Guthaben 25 Euro. Bei der VR-Bank Rhein-Sieg wurden 50 Euro fällig.

Angesichts „solcher insgesamt hoher Entgelte und der momentan ohnehin geringen Verzinsung“ rät die Verbraucherzentrale NRW zum Abschied vom Sparbuch. Eine bessere Alternative sei ein Tagesgeldkonto. Dabei ist das Geld kurzfristig verfügbar, für spontanes Abheben von größeren Beträgen fallen keine Gebühren an und es gibt kein physisches Tagesgeld-Buch, das man verlieren könnte. Einen Tagesgeld-Vergleich gibt es beispielsweise auf Handelsblatt Online.

Die deutschen Banken leiden unter den Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank und müssen sogar Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld dort parken. Gebühren für Serviceleistungen sind vor diesem Hintergrund eine wichtige Einnahmequelle für die Institute. Ein Vergleich der Zeitschrift „Finanztest“ zeigte vor Kurzem beispielsweise, dass die Zahl der kostenlosen Girokonten stark zurückgegangen ist. Auch die Gebühren für Kreditkarten oder Papier-Überweisungen wurden zuletzt angehoben.

Kommentare (3)

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14.10.2016, 09:46 Uhr

In welcher Steinzeit lebt Ihr?!
Es gibt in Bayern schon seit Jahren kein Sparbuch mehr. Das Sparbuch wird hier schon längst als normales Konto mit entsprechenden Kontoauszügen geführt.

Novi Prinz

14.10.2016, 12:48 Uhr

Sparbuch ist Sparbuch , es kommt nicht darauf an , wie es geführt wird .
Grundsetzlich gilt , wer das Papier hat , hat die Rechte aus dem Papier !
So kann st du heute noch Sparbücher einlösen die 1950 oder sogar früher ausgestellt sind !

Herr Peter Delli

14.10.2016, 17:30 Uhr

Sparbuch ist immer teuer, die blödest denkbare Anlage.

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