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20.05.2015

15:11 Uhr

Verbraucherschützer zur Commerzbank

„Es gibt nicht nur die eine Wahrheit“

VonMartin Dowideit

„Ramsch“- so heißt das Niveau für die Kreditwürdigkeit, in das kein Unternehmen gerne einsortiert wird. Die Commerzbank liegt nur noch knapp darüber. Im Interview spricht Verbraucherschützer Markus Feck über die Folgen.

Für die Commerzbank bedeutet ein schlechteres Rating, dass sie womöglich für frisches Geld am Kapitalmarkt mehr zahlen muss. AFP

Commerzbank-Zentrale

Für die Commerzbank bedeutet ein schlechteres Rating, dass sie womöglich für frisches Geld am Kapitalmarkt mehr zahlen muss.

Markus Feck, Anwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, ist Experte für Finanzthemen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Fragen rund um die Geldanlage. Im Telefon-Interview spricht er am Mittwoch über die großflächige Herabstufung der Kreditwürdigkeit deutscher Banken durch die Rating-Agentur Fitch. Die Commerzbank hat es am stärksten erwischt, ihre Bonität beträgt jetzt „BBB“, zwei Stufen über „Ramsch“-Niveau.

Verbraucherschützer und Bank-Experte.

Markus Feck

Verbraucherschützer und Bank-Experte.

Herr Feck, die Commerzbank macht negative Schlagzeilen. Ihre Kreditwürdigkeit ist von Fitch um vier Stufen auf BBB gesenkt worden und liegt damit zwei Stufen über „Ramsch“-Niveau. Muss ich mir als Kunde der Bank Sorgen machen?

Für einen normalen Girokonto-Inhaber ist das überhaupt kein Grund zur Sorge. Denn wenn ich ein Guthaben habe von unter 100.000 Euro, müsste mich selbst eine Insolvenz der Commerzbank nicht schocken. Mein Geld wäre über die Einlagensicherung geschützt.

Die Rating-Agentur argumentiert, dass es im Fall einer ernsthaften Schieflage der Bank wegen neuer EU-Regeln nicht mehr unbedingt zu einer staatlichen Stützung käme, sondern eher zu einer Abwicklung der Bank käme.

Das gilt natürlich erst dann, wenn die Eigner kein weiteres Geld der Bank zuschießen. Die Bank wird ja vorher versuchen, sich am Kapitalmarkt Geld zu besorgen. Aber nochmal: Selbst wer sein Gehaltskonto bei einer nicht ganz so gut bewerteten Bank unterhält, muss sich um sein Guthaben im Rahmen der Einlagensicherung keine Sorgen machen.

Wie sieht das aus, wenn ich Zertifikate der Commerzbank oder einer Tochter besitze?

Rechtlich sind das Inhaberschuldverschreibungen und damit nicht von Einlagensicherung umfasst. Eine Insolvenz der Bank könnte dazu führen, dass man als Anleger Geld verliert. Aber in einer wirtschaftlich schwierigeren Situation, dürfte ein Institut wie die Commerzbank eher als Übernahmekandidat für Konkurrenten interessant sein – und damit wären auch die Zahlungsverpflichtungen gesichert.

Kommentare (6)

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Herr Josef Schmidt

20.05.2015, 15:26 Uhr

Interessant zu wissen wie hoch die Reserven der Einlagensicherung ist, 4 bis 5 Milliarden ? Bei der Kopfschmerzbank würde ich nicht mal ein Girokonto führen.

Account gelöscht!

20.05.2015, 15:49 Uhr

Die Commerzbank wird von Dilettanten verwaltet u. gehört dicht gemacht.
Die Verwalterriege hinter Schloss & Riegel!

Herr Lothar Bitschnau

20.05.2015, 15:53 Uhr

Hoch leben die Amis
.. und die deutsche Presse zu den deutschen Banken !
Alle zufrieden ?

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