Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.06.2013

19:24 Uhr

Verbraucherschutz

Banken wollen Dispo-Zinsen im Netz veröffentlichen

Verbraucher können Dispo-Zinsen künftig im Internet recherchieren. Die Banken kündigten an, die Zinsen für Girokonten auf ihren Webseiten zu veröffentlichen. Die höhere Transparenz soll für mehr Wettbewerb sorgen.

Die Zinsen für einen Dispo-Kredit sollen künftig online abrufbar sein. dpa

Die Zinsen für einen Dispo-Kredit sollen künftig online abrufbar sein.

FrankfurtDie deutschen Banken versprechen mehr Transparenz bei Dispo-Zinsen. Die drei großen Bankenverbände kündigten am Freitag an, die aktuellen Überziehungszinsen für Girokonten würden künftig auf den Internet-Seiten der einzelnen Banken veröffentlicht. Sie kommen damit einer Forderung von Verbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner nach. Sie begrüßte den Vorstoß der Verbände. „Das muss jetzt zügig von sämtlichen Banken in Deutschland umgesetzt werden – ohne Ausnahme“, forderte die CSU-Politikerin. Aigner verspricht sich davon sinkende Dispo-Zinsen, die bei vielen Banken heute deutlich über zehn Prozent liegen. „Wenn es mehr Transparenz gibt, gibt es mehr Möglichkeiten zu vergleichen und mehr Wettbewerb bei den Banken. Dann sinken auch die Preise.“

Verbraucherschützer hatten die hohen Dispo-Zinsen zuletzt verstärkt angeprangert. Auch Aigner hatte erklärt, sie sehe noch Spielraum nach unten, vor allem angesichts niedriger Leitzinsen. Nach Erhebungen der FMH Finanzberatung liegt der Dispo innerhalb des vereinbarten Limits im Schnitt bei fast 10,5 Prozent. Geht das Konto noch tiefer ins Minus, verlangen die Banken sogar fast 15 Prozent. Sparkassen und Raiffeisenbanken in ländlichen Regionen greifen Verbraucherschutz-Experten zufolge am stärksten zu.

Tipps zum Dispo-Kredit

Überziehung

Konten, auf denen regelmäßig Geld eingeht, kann man meist überziehen - das ist der Dispositionskredit. Ein Dispozins wird fällig, wenn ein Kunde blank ist, sein Konto aber weiter belastet und ins Minus rutscht. Das Limit beträgt oft zwei oder drei Monatsgehälter.

Quelle: Finanztest, Stephanie Pallasch, Projektleiterin „Geldanlage, Altersvorsorge, Kredit und Steuern“

Zinsentwicklung

Der Zinssatz für Dispositionskredite liegt im Schnitt über zehn Prozent und hat sich in den letzten Jahren nicht so verändert wie die Zinssätze für Geldanlagen oder auch für Baufinanzierungen. Als Paradebeispiel nennt die Stiftung Warentest die Commerzbank. Während sich die Marktzinsen nach unten bewegt haben, habe sich die Höhe der Dispozinsen bei dieser Bank kaum verändert.

Beträge

Der Dispositionskredit sollte als teuerste Kreditform nur für kleine Beträge und kurzfristig in Anspruch genommen werden.

Schuldenstrategie

Längerfristiger Kreditbedarf sollte über einen Raten- oder Abrufkredit abgedeckt werden.

Verhandeln

Grundsätzlich kann ein Kunde versuchen, den Zinssatz mit der Bank zu verhandeln. Wenn das nicht gelingt, könnte er sich eine neue Bankverbindung zu suchen.

Wechseln

Wenn sich Verbraucher wegen der schlechten Kreditkonditionen auf dem Girokonto eine neue Bankverbindung suchen möchte, sollte er nicht nur die Konditionen für den Überziehungskredit beachten, sondern auch weitere Kosten: für das Konto selbst oder für die Bargeldversorgung.

Ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums sagte, der Ausweis der Zinsen im Internet sei nur ein erster Schritt. „Wir werden den Druck aufrechterhalten, damit den Worten auch Taten folgen.“ Wenn nicht alle Banken der Empfehlung ihrer Verbände folgten, behalte sich Aigner eine Regulierung der Dispo-Zinsen vor. Eine Obergrenze werde es aber nicht geben. „Schon heute weisen mehr als drei Viertel der Sparkassen die Dispo-Zinssätze im Internet aus“, betonte Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon in einem Brief an seiner CSU-Parteifreundin Aigner am Freitag. Auch der Privatbanken-Verband erklärte, die meisten seiner Mitglieder erlaubten bereits einen Vergleich der Dispo-Zinsen.

Die Bankenverbände betonten, der Dispokredit sei nur für kurzfristige Kontoschwankungen gedacht. Wer längerfristig mehr Geld brauche als auf seinem Konto ist, solle besser auf einen Ratenkredit umschulden, der günstiger sei als der Dispo, riet der Genossenschaftsbanken-Verband BVR. Aigner forderte die Banken auf, aktiv auf Kunden zuzugehen, denen die Umschuldung anzuraten sei.

Aigner greift mit der Transparenz-Offensive zu einem Mittel, das sich bereits bei den Geldautomaten-Gebühren bewährt habe, wie ihr Sprecher sagte. Hier hatten sich die Banken dazu verpflichtet, den Kunden bei der Auszahlung am Automaten die fälligen Gebühren anzuzeigen. Die Spitzen-Gebühren für Kunden anderer Banken seien seither ebenso gesunken wie die Entgelte, die die Institute im Schnitt verlangen. Die Privatbanken hatten sogar einheitlich die Gebühren auf maximal 1,95 Euro gesenkt.

Von

rtr

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Was_solls

14.06.2013, 21:46 Uhr

"Banken wollen Dispo-Zinsen im Netz veröffentlichen"

Was soll das bringen?? Das Problem ist kein Wettbewerbsproblem für Internetvergleiche, sondern einer Unverschämtheitsproblem, daß hier teilweise 18% Überziehungszinsen (Beispiel: Kreissparkasse Limburg !) verlangt werden!!!!

Das muß einfach nur gesetzlich auf einen Anstandslevel begrenzt werden.

Stadtsparkasse_Duesseldorf

14.06.2013, 22:21 Uhr

Kreisparkasse Limburg ? Das ist doch noch gar nichts. Die Stadtparkasse Düsseldorf zockt ihre Kunden mit 19 Prozent ab und erlässt dem Schuldner Pooth (Maxfield - da werden sie geholfen) eben mal 8 Millionen Euro Schulden) KOTZ!!!!!

Account gelöscht!

15.06.2013, 00:04 Uhr

So ein Gesaller. Wer mit Geld umgehen kann, braucht keinen Dispo. Wer nicht, kann über die Milliarden Euro meckern, mit der wir Deutschen die Ing Dia stützen müssen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×