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16.05.2012

12:34 Uhr

Vergleich

Welche Kreditkarten in die Reisetasche gehören

VonJens Hagen

Jetzt beginnt wieder die Reisesaison. Mit der richtigen Kreditkarte können Urlauber schnell hunderte Euro sparen. Ein Vergleich zeigt, welche Produkte etwas taugen - und warum Reisende eine Zweitkarte mitnehmen sollten.

Kreditkarten: Wer mehrere dabei hat, reist günstiger und sicherer. dpa

Kreditkarten: Wer mehrere dabei hat, reist günstiger und sicherer.

Dass auch Menschen, die täglich mit großen Summe jonglieren, plötzlich ohne Geld dastehen können, erfuhr Marianna Gurmann im Urlaub. Während ihrer Familienreise nach Israel meldete sich die Hausbank bei der Portfoliomanagerin der Vermögensverwaltung Absolute Creative Investment. Ihre Kreditkarte sei ab jetzt gesperrt, es gebe unerklärliche Zahlungsauffälligkeiten. „Ein unheimliches Gefühl, zumal auch die EC-Karte nicht funktionierte und die Bank auf die Schnelle keine Ersatzkarte stellen konnte“, sagt Gurmann.

Die Auflösung kam später per Anruf Ihres Kartenunternehmens. Jemand hatte ihre Daten aus einem Hotelbuchungssystem entwendet und wollte für 50.000 Euro in Frankreich einkaufen. Die Kreditkartenfirma stoppte den Kauf. „Ich halte die Kartensysteme für extrem unsicher und zahle eigentlich nur für Flug, Bahn oder Hotel im Ausland“, sagt Gurmann. Bei Dienstreisen könne sie sich Unsicherheiten bei ihren Zahlungsmitteln nicht leisten. „Seit dieser Erfahrung schicke ich meine Kreditkartendaten nur noch per Fax und habe immer eine zweite Karte dabei“.

Die Zahl der Datendiebstähle macht vielen Kunden Angst. In Nordamerika gelangten Hacker Anfang März an die Daten von rund 1,5 Millionen Kreditkartenbesitzern. Weltweit gibt es weitere Fälle. Ende vergangenen Jahres wurden fast 30.000 Kreditkarten von Banken in Serbien wegen Betrugs gesperrt worden. Kriminelle sollen sich die Daten der gesperrten Karten der Unternehmen Visa und Mastercard über das österreichische Mineralölunternehmen OMV in Wien besorgt haben.

Durch einen Hackerangriff auf die US-Großbank Citigroup sind im Sommer vergangenen Jahres Schäden in Millionenhöhe entstanden, weil die Daten von mehr als 3000 Kreditkarteninhabern in falsche Hände gelangten.

Auch wenn den Kunden in der Regel kein finanzieller Schaden entsteht, wenn er nicht grob fahrlässig mit seiner Karte agiert, steht der Kartenbesitzer in solchen Fällen ohne Zahlungsmittel da. Wer bei Kreditkarten auf Nummer sicher gehen möchte, braucht daher mindestens zwei. Diese Regel gilt nicht nur, weil kriminelle Hacker immer wieder Kundendaten ausspähen.

Wann die EC-und Kreditkarten im Ausland nicht funktionieren

EC-Karte

Mit Maestro-Karten, die das Girokonto sofort belasten, können Bankkunden normalerweise weltweit zahlen oder Geld abheben. Besonders viele Vertragspartner und Geldautomaten stehen in Europa. Trotzdem funktionieren die Karten häufig nicht. Das kann mehrere Gründe haben. Vor Reiseantritt notieren sich Urlauber für alle Fälle Karten- und Kontonummer.

Auffällige Konto-Bewegungen

Bei jeder von einer EC-Karte ausgelösten Buchung läuft im Rechenzentrum der Banken eine Sicherheitssoftware mit, die Betrug frühzeitig erkennen und durch Kartensperren verhindern soll. Dabei kann es auch zu ungewollten Sperren kommen. Für Kunden ist es schwierig, sich darauf einzustellen. So zog ein Institut in Barcelona die Karte eines Studenten wegen auffälliger Bewegungen ein. Er hatte in kurzer Zeit zweimal hintereinander am selben Automaten Geld abgehoben.

Dispo-Auslandssperre

Postbank, Deutsche Bank sowie einige Volks- und Raiffeisenbanken haben die Möglichkeit zur Überziehung bei den EC-Karten fürs außereuropäische Ausland gesperrt. De facto gilt hier ein Null-Limit. Kunden können es auf Anfrage vor einer Reise heraufsetzen lassen. Wer das nicht tut, steht womöglich mit leeren Händen da. Nötig ist dazu ein Anruf in der Filiale.

Minus auf dem Konto

Ist das Konto im Minus, bewegt sich aber innerhalb des Verfügungsrahmens können Kunden im Inland problemlos Geld mit ihrer Karte ziehen. Im Ausland steht dieser Verfügungsrahmen bei manchen Banken plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Vor allem Länder außerhalb der Eurozone sind von dieser Regelung oft betroffen.

Technische Pannen

Neben Defekten an Chips oder Magnetstreifen ist ein weiterer Grund für das Nichtfunktionieren der Karten die Umstellung der Institute auf ein neues Bezahlsystem. So wird bei EC-Karten in Deutschland seit einigen Jahren mit dem Maestro-System bezahlt. Das ist ein Abbuchungsdienst vom Kreditkarten-Unternehmen MasterCard, das mittels Magnetstreifen funktioniert. Da Chipkarten als sicherer gelten, führen manche Institute so genanntes V-Pay ein, das Konkurrenz-Produkt von Visa. Vor allem die Postbank rüstet hier um. Wermutstropfen: Einkaufen mit der neuen Karte Glückssache. Denn längst nicht alle Händler haben umgerüstet. Und in beliebten Urlaubsländern wie den USA oder Ägypten funktioniert die Technik generell nicht.

Kreditkarten

Mit ihnen kann man grundsätzlich weltweit zahlen, solange Vertragspartner und Bankautomaten die jeweiligen Karten annehmen. Zum Geldabheben sind Kreditkarten allerdings meist teurer als EC-Karten. Zudem wird selten beim Bezahlen im Inland der PIN verlangt. Viele Kreditkartenbesitzer sollten sich ihre Geheimnummer daher vor dem Urlaub gut einprägen und sich vor Reiseantritt die Kartennummer notieren. Zudem sollten sie sicherstellen, dass die letzte Abrechnung bezahlt ist.

Auffällige Kontobewegungen

Auch bei Kreditkarten sind auffällige Kontenbewegungen und die Auslieferung von defekten Karten ein Thema. Bei auffälligen Käufen oder Abhebungen können Sicherheitsbeamte ohne Nachfrage die Bezahlfunktion abstellen.

Geldreservierungen

Manche Reiseveranstalter, Airlines und Hotels lassen bei einer Reservierung die entsprechende Summe oft im Voraus blocken. Dann ist der Rahmen schneller ausgereizt als gedacht.

Alternative I: Reiseschecks

Sie können vor Antritt der Reise gegen Gebühr in der entsprechenden Landeswährung gekauft werden. Zahlreiche Geldinstitute nehmen sie weltweit an. Vorteil: Die Schecks sind versichert und werden bei Verlust vor Ort binnen 24 Stunden ersetzt, sofern sich der Kunde als Käufer ausweisen kann.

Alterbnative II: Bargeld

Auch wenn es verpönt ist, Cash gehört in jede Urlaubskasse. In einigen Ländern gelten allerdings Obergrenze für die Einführung von Devisen.

Alternative III: Blitzüberweisung

Wenn alle Stricke reißen, das Portemonnaie futsch ist und Urlauber ohne Geld dastehen, besteht die Möglichkeit einer Blitzüberweisung. Der Finanzdienstleister Western Union bietet sie in Zusammenarbeit mit der Postbank und der Reisebank an. Auch MoneyGram ist hier in Kooperation mit den Sparkassen tätig. Damit kann binnen weniger Minuten Geld von einer Postfiliale an eine Auszahlstelle im Urlaubsland überwiesen werden. Wer nicht selbst Online-Kunde bei der Postbank ist, braucht eine Vertrauensperson, die während des Urlaubs in Deutschland ist und sich in eine Postfiliale begeben kann. Nach dem Ausfüllen eines Formulars informiert sie den Urlauber über die Auftragsnummer und teilt mit, wo er sich sein Geld auszahlen lassen kann. Der Empfänger sucht die Agentur auf und erhält mit der Auftragsnummer und der persönlichen Identifikation das Geld.

Die Karte streikt auch, wenn beim Einkauf bestimmte Obergrenzen überschritten werden. Das gilt auch, wenn die Kunden selber im Limit bleiben. Denn manche Reiseveranstalter, Airlines oder Hotels lassen bei einer Reservierung die entsprechende Summe oft im Voraus blocken und schöpfen so das Kreditlimit des Kunden aus. Bei außergewöhnlichen Kontobewegungen können Sicherheitsmitarbeiter die Karte sperren.

Kommentare (8)

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Robert

16.05.2012, 12:49 Uhr

Wenn alle Stricke reißen, das Portemonnaie futsch ist und Urlauber ohne Geld dastehen, besteht die Möglichkeit einer Blitzüberweisung. ... Der Empfänger sucht die Agentur auf und erhält mit der Auftragsnummer und der persönlichen Identifikation das Geld.

Wie sieht den die persönliche Indentifikation aus, wenn das Portemonnaie (Ausweis, etc.) weg ist?

romilly.kk23

16.05.2012, 13:02 Uhr

Mit Reiseschecks habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Während eines Mallorca Urlaubes vor 2 Jahren wollte ich einen American Express eintauschen und musste ein halbes Dutzend Banken abklappern, bis ich ein fand, die mir dafür Bargeld gab !!

Stefan

16.05.2012, 13:09 Uhr

Der Beitrag strotzt ja nur so von orthographischen Fehlern :)
Und 1.000 bis 2.000 EUR Ersparnis bei einem Umsatz von 10.000 EUR? Bei 1-2% Auslandseinsatzgebühr sind das aber 100-200 EUR -.-

Am besten man nimmt eine VISA Card - da kann man bei jeder Bank, sei es In- oder Ausland, kostenlos Bargeld abheben. Und wenn man nicht unbedingt Kunde der Sparkasse (-.-) ist, wird diese problemlos erkannt und auch keine Gebühr auferlegt.

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