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06.01.2009

17:10 Uhr

Vermögensbilanz

Börsenkrise kostet die Deutschen 110 Milliarden

Erst zwei Mal seit Bestehen der Bundesrepublik ist das Geldvermögen der Deutschen in einem Jahr gesunken: 2002 mit dem Platzen der Internetblase und nun erneut im Zuge der großen Finanzkrise. Insgesamt büßten die Privathaushalte 110 Mrd. Euro ein. Die Risikolust der deutschen Anleger hat das stark beeinträchtigt.

HB BERLIN. Die Finanzkrise hat die privaten Haushalte nach Berechnungen der Allianz im vergangenen Jahr rund 110 Mrd. Euro gekostet. "Durch den Absturz an den Börsen ging das Geldvermögen der Deutschen damit zum zweiten Mal seit Bestehen der Bundesrepublik zurück", hieß es in der am Dienstag veröffentlichten Studie. Demnach betrug das Geldvermögen Ende 2008 rund 4,49 Billionen Euro. Das seien rund 2,5 Prozent weniger als Ende 2007. Das Minus fiel damit größer aus als 2002: Das Platzen der Internetblase hatte die Vermögen damals um knapp ein Prozent schrumpfen lassen.

Im abgelaufenen Jahr legten die Deutschen wieder mehr Geld auf die hohe Kante. Die Sparquote sei von 10,8 auf geschätzte 11,4 Prozent gestiegen, hieß es. Das habe allerdings nicht ausgereicht, um die Bewertungsverluste beim Geldvermögen auszugleichen. Allein der deutsche Leitindex Dax hatte das Börsenjahr mit einem Verlust von rund 40 Prozent beendet - das war der zweitstärkste Rückgang nach 2002.

Die Deutschen mieden wegen der Finanzkrise und der Börsenturbulenzen riskante Anlageformen. "Sicherheit überwiegt als Anlagemotiv", sagte Allianz-Expertin Renate Finke zu Reuters. Mit etwa 38 Prozent liegt der weitaus größte Teil der Geldvermögen als Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie als Sparbriefe bei Banken. "Einen so hohen Anteil verzeichnete diese Anlagekategorie zuletzt vor zehn Jahren", sagte Finke.

Kapitalmarktprodukte wie Aktien, Fonds oder Anleihen erreichten nur noch einen Anteil von 28 Prozent. 2006 lagen Bank- und Kapitalmarktanlagen noch in etwa gleichauf. Die Kurseinbrüche an den Börsen hätten dieses Gewicht nun "grundlegend verschoben", sagte Finke. Ebenfalls 28 Prozent des Geldvermögens steckt in Versicherungen. Der Anteil sei damit gestiegen, hieß es. Pensionsrückstellungen blieben mit einem Gewicht von sechs Prozent weitgehend konstant.

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