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10.10.2012

16:31 Uhr

Vermögensreport

Euro-Krise frisst Sparguthaben auf

Einmal im Jahr legt die Schweizer Großbank Credit Suisse einen Vermögensreport vor. Das Ergebnis: Die Menschen sind ärmer geworden. In den kommenden Jahren soll sich das allerdings grundlegend ändern.

Für eine Handvoll Dollar. dpa

Für eine Handvoll Dollar.

DüsseldorfEs gibt nicht viele Menschen, denen die Euro-Krise nichts anhaben kann. Den Amerikanern vielleicht. Ihr Vermögen ist in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen, ein wenig zumindest. Im Durchschnitt verfügt jeder Amerikaner derzeit über 262.351 US-Dollar, ein Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zu diesem Ergebnis kommt die Credit Suisse.

Jedes Jahr legt die Schweizer Großbank ihren Global-Wealth-Report vor. Relevant sind für den Vermögensbericht die vergangenen zwölf Monate, also die Phase von Mitte 2011 bis Mitte 2012.  Gemessen am aktuellen Dollarkurs ist das private Vermögen der Menschen weltweit in dieser Zeit um 5,2 Prozent auf 223 Billionen Dollar gesunken.

Vermögensreport 2012

Top 10

Schweden
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 237.297
Veränderung zum Vorjahr: -17 %

Quelle: Credit Suisse

Top 9

Großbritannien
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 250.005
Veränderung zum Vorjahr: - 6 %

Top 8

Singapur
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 258.117
Veränderung zum Vorjahr: - 4 %

Top 7

USA
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 262.351
Veränderung zum Vorjahr: + 1 %

Top 6

Frankreich
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 265.463
Veränderung zum Vorjahr: - 15 %

Top 5

Japan
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 269.708
Veränderung zum Vorjahr: +1 %

Top 4

Luxemburg
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 277.119
Veränderung zum Vorjahr: - 14 %

Top 3

Norwegen
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 325.989
Veränderung zum Vorjahr: - 7 %

Top 2

Australien
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 354.986
Veränderung zum Vorjahr: - 11 %

Top 1

Schweiz
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 468.186
Veränderung zum Vorjahr: - 13 %

Schuld daran, schreiben die Autoren der Studie, sei die Eurokrise gewesen und die sich daraus ergebenen Wechselkursschwankungen. „Die wirtschaftlichen Unsicherheiten des vergangenen Jahres haben einen großen Schatten auf die Vermögen der privaten Haushalte geworfen“, meint Richard Kersley vom Credit Suisse Research Institute.

Zu den großen Verlierern zählen logischerweise die Europäer. Auf dem alten Kontinent sanken die Vermögen um insgesamt 10,9 Billionen Dollar. Weniger haben auch die Asiaten auf dem Konto. In der Region Asien-Pazifik, China und Indien inbegriffen, sanken die Vermögen um immerhin 1,4 Billionen Dollar. Einer der wenigen Gewinner waren dagegen die Japaner; sie verfügen im Schnitt über 269.708 Dollar, das ist ein Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum.

Aber noch eines wird  deutlich aus dem Vermögensreport der Schweizer Banker: Während der Kontostand sinkt, ist die Verschuldung der privaten Haushalte in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, seit dem Jahr 2000 um immerhin 81 Prozent. In Relation zum Nettovermögen liegt die Haushaltverschuldung in den Industrieländern im Durchschnitt bei 20 bis 30 Prozent, in Einzelfällen auch deutlich höher. Irland (44 Prozent) ist so ein Beispiel oder die Niederlande (45 Prozent) und Dänemark (51 Prozent).  

Für die kommenden Jahre erwarten die Experten der Credit Suisse allerdings einen deutlichen Anstieg der Kontostände. Weltweit, so die Prognose, dürften die Vermögen bis 2017 um fast 50 Prozent auf 330 Billionen Dollar steigen. Die Zahl der Millionäre klettert in derselben Zeit von 18 auf 46 Millionen, schätzen die Schweizer Banker.

 

 

 

 

 

 

Von

pan

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

10.10.2012, 15:58 Uhr

"Im Durchschnitt verfügt jeder Amerikaner derzeit über 262.351 US-Dollar"
Was für ein herrliches Beispiel dafür,dass jeder eine Statistik lesen kann,wie es ihm gefällt.Aussage gleich Null.

Unkenrufer

10.10.2012, 16:04 Uhr

Es ist nicht nur der gesunkene Wechselkurs des EURO, der zu Vermögensverlusten geführt hat. Schon die Niedrigzinspolitik der EZB bewirkt, dass die Nominalzinsen für Einlagen in der Regel niedriger sind als die Inflationsrate, also reale Verluste eintreten. Es ist pervers, dass der Steuerbürger auf die Zinseinkünfte auch noch Kapitalertragssteuern bezahlen muss, obwohl er bereits einen realen Verlust erlitten hat!

MBoudik

10.10.2012, 16:19 Uhr

Guter Kommentar.

Diese Statistiken sagen gar nichts aus.

Ersten: Keine Aussage über die Verteilung des Vermögens.

Zweitens: In USA, Schweiz etc. legen die Leute für die Rente großteils privat oder per Betriebsrente effektiv Gelder zurück. Wir haben den Generationen-Vertrag.

Wenn „Frau Oberstudienrätin“ mit einer Pension von Euro 3.500,-- monatlich (und den sonstigen Vergünstigungen) in Rente – sorry Pension - geht, muss die ehemals Selbständige schon mal locker 950.000 Euro angespart haben, um aus diesen Vermögen eine solche – lebenslange – Rente/Pension zu erzielen…

Es bleibt die Frage: Was ist Eigentum überhaupt.

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