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27.03.2012

15:24 Uhr

Vermögenswirksame Leitungen

Verschmähtes Geschenk vom Chef

VonJessica Schwarzer

Viele Arbeitnehmer haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen, nutzen sie aber nicht. Dabei können sie damit ganz einfach ein finanzielles Polster aufbauen. Häufig gibt es vom Staat sogar noch Geld dazu.

Drei Sparschweine in den Farben Schwarz, Rot und Gold stehen auf dem Rasen vor dem Reichstag. dpa

Drei Sparschweine in den Farben Schwarz, Rot und Gold stehen auf dem Rasen vor dem Reichstag.

DüsseldorfKaum zu glauben: Der Chef verschenkt Geld, und nur die wenigsten nehmen es an. Gemeint sind vermögenswirksame Leistungen (VL), mit denen sich Arbeitnehmer ganz leicht ein finanzielles Polster aufbauen können. Dieses Gehalts-Extra erhalten viele Mitarbeiter von ihren Chefs – Monat für Monat je nach Branche bis zu 40 Euro. Vom Staat gibt es häufig noch eine Zulage.

Doch Schätzungen zufolge nehmen nur rund 60 Prozent der 23 Millionen Berechtigten die vermögenswirksamen Leistungen auch in Anspruch. Ein Fehler, meint Ralf Scherfling. „Wenn der Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt, sollte man sie auch mitnehmen“, sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW. Denn mit den Jahren läppert sich das Geld in den VL-Verträgen. „Es ist überraschend, wie viele auf das geschenkte Geld verzichten.“

VL-Sparen

Förderung

Die Arbeitnehmersparzulage in Höhe von 43 Euro im Monat erhalten Ledige, die nicht mehr als 17900 Euro pro Jahr verdienen (Verheiratete: 35800 Euro), wenn das Geld in einen Bausparvertrag fließt oder ein Baukredit getilgt wird. Beim Aktienfondssparen beträgt die Zulage 80 Euro und die Grenze liegt bei 20000 Euro (40000 Euro).

Höhe

Die Höhe der VL ist im Tarif- oder Arbeitsvertrag geregelt. Banken zahlen ihren Mitarbeitern beispielsweise 40 Euro pro Monat. Beschäftigte in der Eisen- und Stahlindustrie und im Kfz-Gewerbe West erhalten laut Stiftung Warentest 26,59 Euro monatlich. Auch Beamte bekommen vermögenswirksame Leistungen, wenn auch nur 6,65 Euro im Monat.

Berechtigte

Wer Vermögenswirksame Leistungen bekommt, ist in Tarif- und Arbeitsverträgen geregelt. VL erhält übrigens - anders als die staatliche Zulage - auch, wer mehr verdient.

Laufzeit

Sparer können erst nach Ablauf eines VL-Vertrages über das Geld verfügen. Im Falle von Aktienfonds und Bausparverträgen geschieht das nach sieben Jahren.

Über die Gründe können Experten nur spekulieren. Viele wissen scheinbar gar nicht, dass sie Anspruch auf den Zuschlag haben, obwohl es ausdrücklich im Tarif- oder Arbeitsvertrag geregelt ist. Banken zahlen ihren Mitarbeitern beispielsweise 40 Euro pro Monat. Beschäftigte in der Eisen- und Stahlindustrie und im Kfz-Gewerbe West erhalten laut Stiftung Warentest 26,59 Euro monatlich. Auch Beamte bekommen vermögenswirksame Leistungen, wenn auch nur 6,65 Euro im Monat.

Die auf den ersten Blick sehr geringen Summen sind wohl ein weiterer Grund, warum viele das Geschenk vom Chef verschmähen. „Einige glauben vielleicht, dass sich das Ganze dann gar nicht lohnt“, so Scherfling. Oft scheuen die potenziellen VL-Sparer aber auch den bürokratischen Aufwand. Der hält sich allerdings in Grenzen: Wer Anspruch auf das Gehalts-Extra hat, der entscheidet sich zuerst für ein passendes Anlageprodukt. Je nach Risikoaversion und persönlicher Lebensplanung stehen Bausparverträge, Banksparpläne und Fondssparpläne zur Auswahl. Ist der Vertrag abgeschlossen, muss nur noch der Arbeitgeber benachrichtigt werden. Der überweist das Geld dann an den Anbieter. Wer die Summe freiwillig erhöhen möchte, kann das übrigens tun.

Kommentare (6)

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Warum_wohl

27.03.2012, 16:00 Uhr

Wer profitiert denn wirklich von diesem "Geschenk"? Der AG-Anteil wird voll versteuert und unterliegt den Sozialabgaben. Damit bleiben von 40 EUR schon nur noch einmal 20 EUR übrig. Wenn ich die jetzt in einen Bausparvertrag investiere, zahle ich die ersten Jahre für die Provisionen und Gebühren. Später wird die Verzinsung komplett durch die Inflation aufgefangen.

Geld vom Staat gibt es aber nur, wenn ich privat auch noch meinen Anteil dazu gebe! Trotz "Geschenk" ist es ein Zuzahlgeschäft für den Arbeitnehmer!

Daher ist der Artikel irreführend und nichts anderes als eine kostenlose Werbung für Bausparkassen.

Account gelöscht!

27.03.2012, 16:02 Uhr

43,- im MONAT??? Schön wärs. Ich dachte immer das die Förderung bei 9% auf 470,- im JAHR liegt?? :-) Liebes HB bitte mal euren Spoilerinhalt prüfen.

Account gelöscht!

27.03.2012, 16:05 Uhr

Nach Ihrer Logig sind nach rund 7 Jahren ca EUR 2000 (ohne Eigenaufwand) nix wert? ;-)

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