Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.11.2011

14:08 Uhr

Versicherer in Anlagenot

Wohin mit den Billionen?

VonMichael Detering

Die Krise an den Finanzmärkten stellt die Anlageprofis der Branche vor eine schwere Belastungsprobe. Versicherer streuen ihr Kapital zwar besonders breit, allerdings spüren auch sie die Folgen der Schuldenkrise.

Ein Mann springt von einem Stein auf den anderen. Für Anlageprofis ist der Spagat zwischen Rendite und Risiko während der Schuldenkrise besonders schwierig. Reuters

Ein Mann springt von einem Stein auf den anderen. Für Anlageprofis ist der Spagat zwischen Rendite und Risiko während der Schuldenkrise besonders schwierig.

FrankfurtDie Aktien- und Anleihemärkte spielen verrückt. Viele private Anleger und Banken haben in den vergangenen Monaten viel Geld verloren. Auch die Versicherungsbranche verzeichnet hohe Abschreibungen, etwa auf griechische Staatsanleihen oder Bankbeteiligungen, trotzdem ist die Branche bisher insgesamt relativ glimpflich durch die Krise gekommen. Der Präsident des Versichererverbandes GDV, Rolf-Peter Hoenen, gibt sich entsprechend selbstbewusst: „Es gibt keinen Akteur, der sein Kapital breiter streut, langfristiger und sicherer anlegt als wir Versicherer. Wir sind der Risikospezialist schlechthin.

Die Versicherer gehören zu den größten institutionellen Investoren in Deutschland. Sie verwalten 1,3 Billionen Euro an Kundengeldern, die sie an den Märkten anlegen. Die Anlageprofis der Allianz, Münchener Rück und anderer Gesellschaften haben keine leichte Aufgabe: Die Rendite muss gut sein, damit etwa den Lebensversicherungskunden attraktive Zinsen gezahlt werden können, zugleich muss aber das Risiko möglichst gering sein. Um das zu erreichen, setzt die Branche vor allem auf Diversifizierung. Von Pfandbriefen über Aktien bis hin zu Immobilien ist alles im Portfolio vorhanden. Bisher läuft das Geschäft noch ordentlich, 2011 werden die Lebensversicherer eine Nettoverzinsung von über vier Prozent erzielen, heißt es beim GDV.

Beunruhigte Anleger: „Die Unsicherheit ist körperlich zu spüren“

Beunruhigte Anleger

„Die Unsicherheit ist körperlich zu spüren“

Die jüngste Krise schafft völlig neue Verhältnisse für Vermögensverwalter. Statt Rendite wollen Kunden vorrangig Rat und Sicherheit. Eine nervenschonende Anlegestrategie liegt deshalb im Trend.

Doch die Probleme werden größer, deutlich größer. Nicht nur die direkten Folgen der Schuldenkrise bekommen die Versicherer zu spüren (siehe Kasten). Die größten Sorgen bereiten den Versicherern die niedrigen Zinsen. Die Niedrigzinspolitik sei „weit schlimmer als jede Abschreibung auf griechische Staatsanleihen“, sagt GDV-Präsident Hoenen. Das meiste Geld investieren die Versicherer in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Unternehmens- oder Staatsanleihen. Wenn Anleihen auslaufen, ist es nun schwieriger, eine lukrative Neuanlage zu finden. Ein Zinsrückgang um einen Prozentpunkt bedeutet für die Versicherungsbranche einen Rückgang der Kapitalergebnisse bei den Neuanlagen von rund einer Milliarde Euro, heißt es beim GDV.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Mischael

27.11.2011, 16:31 Uhr

@ Lowabras,

erstmal zur Info, eine Kapital-Lebensversicherung schliesst heute eh niemand mehr ab, eher eine Rentenversicherung, z. B. Riester, Rürup oder betriebliche Altersversorgung.

Herzlichen Glückwunsch, sie haben gekündigt und die Stornokosten für den vorzeitigen Ablauf bezahlt, kann mir aber vorstellen dass sie mit Fonds oder anderen Geldanlagemöglichkeiten auch schon Geld verloren haben, manche verlieren immer!

Hab selten so einen schwachsinnigen Artikel ohne Inhalt gelesen!!! Die Fonds/Aktien sind doch genauso im Keller, Gold und Immobilien überteuert, auf dem Sparbuch kriegt man keine Zinsen, im Sparstrumpf erst recht nicht, das ist doch völlig klar dass sich die Versicherungen auch nicht von einer wirtschaftlichen Entwicklung abkapseln können!!!

PS: Wo die Versicherungen ihr Geld anlegen dürfen und wieviel jeweils, regelt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, da müssen sich die Versicherungen dran halten!!!

Account gelöscht!

27.11.2011, 20:34 Uhr

Wohin mit den Billionen: In den Aktienmarkt. Das Niveau ist zur Zeit sehr günstig. Mag sein dass es kurzfristig noch günstiger wird aber mittel bis langfristig wird man da profitieren können.
Allerdings habe ich vor kurzem irgendwo gelesen (war es Kostolany?)dass Versicherung erst dann einsteigen wenn der Aktienmarkt überteuert ist und dann verkaufen wenn er unten ist...
Grüße,

Torty

FINGER_WEG_VON_SARKO

28.11.2011, 05:13 Uhr

# Bundesanleihen etwa sind zwar sicher, aber werfen viel zu geringe Erträge ab. Interessanter seien derzeit französische Papiere, sagte ein Anlageexperte am Rande der GDV-Jahrestagung in Berlin. Der Markt verlange von dem vergleichsweise gut aufgestellten Staat eigentlich ungerechtfertigt hohe Renditen.#

Der Anlageexperte durfte sich wegen seiner irrigen Meinung über die Bonität Frankreichs nur am Rande der GDV-Jahrestagung in
Berlin aufhalten. Der selbsternannte Experte hat nicht mitbekommen, dass es sich kürzlich um ein offizielles Unsolicited Downgrade Rating gehandelt hat. Ein Versicherer muss in diesem Fall nach den Regeln der BaFin die Finger von FRANZ-ANLEIHEN lassen, auch wenn die Physkerin Merkel und der Jurist Schäuble anderer Meinung sind, weil sie ihrem Sarkophag helfen wollen.

Der Markt verlange von dem vergleichsweise nicht so gut aufgestellten Staat die gerechtfertigten höheren Renditen.
Also, Versicherer: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Finger weg von "lukrativen" Anleihen. Versicherer dürfen nur "sichere" Anleihen kaufen. Und die von Sarkophag sind nicht mehr sicher genug. Lasst Euch was besseres einfällen, dafür genehmigt Ihr Euch Eure exorbitanten Saläre und Boni. Bei Diekmann angefangen, Bruder vom Bruder?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×