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07.11.2013

17:13 Uhr

Versicherung

Private Krankenversicherung will Beitrag leichter erhöhen

Kleinere Beitragserhöhungen statt abrupte Sprünge: Die privaten Versicherungsunternehmen fordern, die Kalkulationsgrundlage zu reformieren. Unterm Strich sollen die Versicherten aber nicht mehr bezahlen als bisher.

Der PKV-Verband tritt zudem dafür ein, Arbeitnehmern bereits am einem geringeren Einkommen als bisher einen Wechsel in die private Krankenversicherung zu ermöglichen. dpa

Der PKV-Verband tritt zudem dafür ein, Arbeitnehmern bereits am einem geringeren Einkommen als bisher einen Wechsel in die private Krankenversicherung zu ermöglichen.

BerlinDie privaten Versicherungsunternehmen fordern von der künftigen Regierung erleichterte Möglichkeiten für Beitragserhöhungen. Die Kalkulationsgrundlagen müssten reformiert werden, um abrupte Beitragssprünge zu vermeiden, sagte der Chef des PKV-Verbands, Uwe Laue, am Donnerstag in Berlin. Privatversicherer können ihre Beiträge bislang nur dann anheben, wenn die tatsächlichen Kosten um mindestens fünf Prozent über den kalkulierten Kosten liegen. Ab einer Differenz von zehn Prozent müssen sie den Satz erhöhen.

PKV-Direktor Volker Leienbach sagte, viele Jahre fielen hintereinander oft Steigerungen unter dieser Schwelle an. Die Unternehmen könnten aufgrund der eingebauten Grenzen die Beiträge aber nicht anheben. Nach Jahren folge dann ein großer Beitragsschub. Die Versicherer möchten die Schwelle daher senken, um öfter kleinere Beitragsanhebungen vornehmen zu können. Es gehe nicht darum, dass die Versicherten über die Jahre gerechnet mehr zahlen sollten, sagte Verbandssprecher Stefan Reker.

Der PKV-Verband tritt zudem dafür ein, Arbeitnehmern bereits am einem geringeren Einkommen als bisher einen Wechsel in die private Krankenversicherung zu ermöglichen. Im Jahr 2014 ist ein solcher Wechsel erst ab einem Jahreseinkommen von 53.550 Euro möglich. Die PKV möchte die weitaus niedrigere Bemessungsgrenze von 48.600 Euro zugrunde legen.

Die Branche wendet sich auch gegen die Mitnahme von Altersrückstellungen bei einem Wechsel zwischen privaten Unternehmen. Bislang ist ein solcher Wechsel nur Neumitgliedern möglich. Altkunden verlieren jedoch sämtliche oder zumindest einen großen Teil der für sie gebildeten Rücklagen, wenn sie sich bei einem anderen privaten Versicherer anmelden. Union und SPD arbeiten hier an Änderungen. Die SPD will sogar ein Wechselrecht von der PKV in die gesetzliche Krankenversicherung.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Chaos

08.11.2013, 08:02 Uhr

PKV sollte nur für Mehrleistungen und bessere Leistungen, also Zusatzleistungen gegenüber der GKV Mehrkosten verlangen.
Warum denn einfach mal so den 2,5 fachen Gebührensatz für Ärzte hinlegen für teils GKV Leistungen.
PKV darf es nur als freiwillige Versicherung geben, niemals als Zwangsversicherung für Krankenvollversicherung.
Man kann eigentlich in unserem Gesundheitssystem keinen Wettbewerb erkennen. In der PKV ist man bei einer Gesellschaft gefangen, in der GKV sind alle Beiträge auf dem gleichen Satz eingefroren.
Alles was von Versicherungseiten und der Politik zur Gesundheits und Pflegesituation 2013 vorgebracht werden, sind Lobbyinteressen und haben mit einer zielgeführten, verbesserten, für alle bezahlbaren Versorgung nichts zu tun.
Allein aus diesem Grund, sollte die SPD Basis die Koalitionsgespräche schnellstens platzen lassen. Das ganze ist unglaubwürdig.
Wer neuer Gesundheitsminister wird, spielt in diesem System keine Rolle, Marionettentheater unter Leitung der Gesundheitspolitik.
Jetzt kündigt Herr Laue schon die neusten Tariferhöhungen an, danach folgt die Ärztevereinigung und schreit nach höheren Gebührensätzen. Vorschläge für Einsparungen hört man da nicht.

Leser

08.11.2013, 08:58 Uhr

So ist das nicht richtig!

In der PKV ist man seit 2009 NICHT bei einer Gesellschaft gefangen. Man kann wechseln unter Mitnahme großer Teile der Altersrückstellungen.Kunden vor 2009 konnten seinerzeit ebenfalls innerhalb von 6 Monaten die Gesellschaft wechseln.

Die Kunden vor 2009 die es verpasst haben, können jederzeit bei Ihrer eigenen Gesellschaft den Vertrag optimieren. Oftmals gibt es beim Unternehmen bessere Tarifserien mit einem besseren Preis-Leistungsverhätnis.
Hier sollte man als Kunde ruhig hartnäckig bleiben, weil der Kunde hat das Recht auf die Umstellung.

Deutlich sparen kann man in günstigeren Tarifserien.
Die Leistungen von Einsteigertarifen der PKV liegen immer noch über dem GKV-Niveau, wie z.B. bei Brille, Zahnersatz etc. Die Mindestanforderungen an diese Tarife wurden z.T.von den Versicherern bei den neuen Unisextarifen ab 2013 deutlich erhöht wie z.B. bei Sitzungszahl für Psychotherapie, Hilfsmittelkatalog etc.



Ausgewogen

08.11.2013, 13:23 Uhr

"um abrupte Beitragssprünge zu vermeiden, sagte der Chef des PKV-Verbands, Uwe Laue"

Vielleicht sollte Herr Laue den Vorschlag machen, dass bei den Einkommensschwächsten mit den höchsten Beiträgen, in der Regel Rentner, eine Beitragserhöhung an die Rentenerhöhung gekoppelt sein soll.
Ganz einfach:
Gute Löhne in Deutschland, kein Lohndumping.
Dadurch höhere Rentensteigerungen.
Dadurch bessere GKV/PKV Einnahmen.
Man kann auch im Gesundheitsgewerbe den Leuten nicht mehr verkaufen, als an Kaufkraft vorhanden ist. Da muss man auch auf Überproduktion achten.

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