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06.03.2011

17:16 Uhr

Versicherungen

Männerdiskriminierung ab 2013

VonThomas Schmitt

Nach dem Unisex-Urteil in der Versicherungsbranche darf das Geschlecht demnächst nicht mehr als Begründung unterschiedlicher Beiträge angeführt werden. Das wird gerade die Männer benachteiligen.

Eine Geldbörse mit Euroscheinen. Quelle: obs

Eine Geldbörse mit Euroscheinen.

Frankfurt Männer sollten schnell private Rentenversicherungen abschließen. Das empfiehlt der Herausgeber des Branchendienstes Map-Report, der Versicherungsexperte Manfred Poweleit. Denn ab 2013 gelte das Unisex-Urteil des Europäischen Gerichtshof, das ungleiche Sterbewahrscheinlichkeiten nicht mehr anerkenne. Für Männer bedeute dies offene Diskriminierung. Finanziell mache es dann keinen Sinn mehr, "sich freiwillig an diesem Frauenbeglückungsprogramm zu beteiligen", erklärte Poweleit.

Der Experte begründet seine Empfehlung mit folgender Rechnung. Angenommen ein Mann zahle 50.000 Euro in eine sofort beginnende Rentenversicherung ein. Im Schnitt bekomme er dann monatlich etwas weniger als 300 Euro ausbezahlt. Nehme man jetzt die Vorgaben des Gerichtes und runde die Monatsrente auf 300 Euro auf, so bezahlten Männlein wie Weiblein ab 2013 jeweils 50.000 Euro ein und bekämen jeweils 300 Euro Monatsrente ausbezahlt. Das klinge zwar gut, doch nur wenn man die Lebenserwartungen unberücksichtigt lasse.

Nach aktueller Sterbetafel 2007/2009 des Statistischen Bundesamtes hätten Männer eine Lebenserwartung von 77,33 Jahre, Frauen von 82,53 Jahre. Bei einer mit dem 65. Geburtstag beginnenden Rente bekomme der Mann also 12,33 Jahre lang das Geld, die Frau hingegen dürfe 17,53 Jahre lang ihre 300 Euro Rente einstreichen. In der Summe bekomme die Frau für ihre Einzahlung eine Gegenleistung von 63108 Euro, bei dem Mann hingegen seien es nur 44388 Euro. Die Frau bekomme also 18720 Euro oder 42,17 Prozent mehr als der Mann. Das sei keine Gerechtigkeit. "Nein, das ist offene Männerdiskriminierung", urteilt Poweleit. Die Unbequemlichkeit der Sterbetafeln werde offensichtlich wegdefiniert.

Richtig schwierig werde die Situation in der privaten Krankenversicherung, fügte Poweleit hinzu. In der Altersgruppe der über 85jährigen verursachten Frauen pro Kopf und Jahr 15330 Euro Krankheitskosten, weiß Poweleit. Die Männer lägen bei 11.490 Euro. Frauen hätten in der Altersgruppe obendrein einen Bevölkerungsanteil von 74 Prozent. Wenn man die hohe Lebenserwartung dieser Frauen nicht mehr in Prämienunterschieden abbilden dürfe, dann werde es spannend, wie die Krankenversicherung im Alter noch bezahlbar bleiben soll.

Kommentare (13)

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J0ker

06.03.2011, 19:56 Uhr

Vielen Dank für diesen Artikel. Wann lernen die Politiker endlich, dass die Frauen immer mehr bevorzugt werden und wir Männer den kürzeren ziehen... Es muss doch seine Gründe haben, dass wir (Männer) rund 5 Jahre früher unter die Erde gehen. Wie soll es nun weiter gehen nach Emanzipation, Frauenquote, Unisex-Versicherungen? Am besten werden Männer und Frauen zum "ES" gemacht, dann gibt es auf keiner Seite Probleme und alle werden gleich behandelt.

Account gelöscht!

06.03.2011, 21:54 Uhr

Sorry, aber für diese bahnbrechende Erkenntnis braucht man keinen Map-Report, da reichen die Mathematik-Erkenntnisse der Sekunderstufe I.
Solange Politik für die unteren IQ-Gruppen gemacht wird, ganz gleich ob in Berlin oder Brüssel, braucht man sich über solche Schlumpf-Urteile doch nicht mehr zu wundern...

Account gelöscht!

06.03.2011, 21:58 Uhr

Sorry, aber für diese Erkenntnis braucht man keinen MAP-Report, da reichen die Mathematik-Kenntnisse der Sekundarstufe I völlig aus.
Solange Politik ausschließlich für die unteren IQ-Gruppen gemacht wird, ganz gleich ob in Berlin oder Brüssel, werden wir uns an derartige Schlumpf-Urteile gewöhnen müssen...

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