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30.01.2007

08:40 Uhr

Versicherungsbranche

Vermittlergesetz verwirrt

VonRita Lansch

Das neue Vermittlergesetz für die Versicherungsbranche lässt noch zahlreiche Fragen offen, obwohl es schon im kommenden Mai in Kraft treten soll. Das wurde auf einer Fachtagung der Forschungsstelle für Versicherungswesen in Münster deutlich.

Ein Versicherungsvertreter bei der Arbeit

Ein Versicherungsvertreter bei der Arbeit

MÜNSTER. Das Gesetz wurde durch die EU angestoßen – es soll eine bessere Beratung der Kunden sicherstellen. Das größte Problem dabei: Versicherungsvermittler müssen sich in diesem Jahr erstmals in ein öffentliches Register eintragen lassen. Dabei ist vielen nicht klar, in welche Schublade sie gehören. „Was bin ich?“, fragte daher ein Vermittler den zuständigen Ministerialrat Ulrich Schönleiter aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit.

Der Kunde soll künftig direkt erkennen können, ob er es mit einem Vertreter zu tun hat, der nur die Angebote einer oder weniger Versicherer vermittelt oder mit einem Makler, der aus der Fülle des Marktes alles besorgen kann. Diese Einsortierung dient der Harmonisierung in Europa: Die registrierten Vermittler dürfen dann auch grenzüberschreitend tätig werden. Doch in Deutschland gibt viele Varianten von Vertriebspersonal: Manche arbeiten nur für eine Gesellschaft, andere für eine größere Anzahl, ohne gleich die ganze Breite des Marktes anzubieten – hier kommt es zu Abgrenzungsproblemen. Außerdem gibt es die Vermittler der Finanzvertriebe, die ebenfalls über sehr unterschiedlich breite Produktpaletten verfügen.

Dazu kommt: Manche Vermittler arbeiten gar nicht selbstständig, sondern als Angestellte. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche nebenamtliche Vermittler. Dazu kommen noch die zahlreichen Brillen-, Reise-, Auto-, Kaffee- und sonstigen Verkäufer sowie Bank- und Sparkassenangestellte oder beamtete Gelegenheitsvermittler. Nicht zu vergessen sind professionelle Makler und ungebundene Versicherungsberater. Letztere verzichten auf Provisionen vom Versicherer und nehmen stattdessen ein Honorar vom Kunden. Insgesamt, schätzt Schönleiter, gebe es 500 000 Vermittler unterschiedlichster Art, das mache die Sache kompliziert. „25 Formulare wird es geben“, schätzt daher Bodo Risch von der IHK Nord Westfalen.

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