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05.12.2014

14:44 Uhr

Vormundschaftsverfügung - Teil V der Serie

So sorgen Eltern für ihre Kinder vor

VonKatharina Schneider

Für Eltern ist es eine der schlimmsten Vorstellungen: Ihnen stößt etwas zu und niemand ist da, der sich um ihre Kinder kümmert. Damit im Notfall kein Fremder zum Vormund wird, sollten sie dieses Schriftstück verfassen.

Wer kümmert sich um den Nachwuchs, wenn die Eltern es nicht können? Das sollten sie regeln. dpa

Wer kümmert sich um den Nachwuchs, wenn die Eltern es nicht können? Das sollten sie regeln.

DüsseldorfMit der Patentante und dem Patenonkel versteht sich der Nachwuchs prima und die Großeltern gibt es auch noch. Viele Eltern glauben, dass ihr Kind im Notfall schon gut versorgt werden wird. Tatsächlich ist die Patenschaft aber nicht mehr als ein kirchliches Ehrenamt. Und die Großeltern werden auch nicht automatisch zum Vormund. Wenn Eltern sichergehen wollen, dass ihr Kind nicht in fremde Obhut gerät, sollten sie eine Vormundschaftsverfügung verfassen.

Für den Fall, dass die Eltern das gemeinsame Sorgerecht haben und ein Elternteil stirbt, ist die gesetzliche Regelung eindeutig: Dann bekommt der andere automatisch die sogenannte Alleinsorge. Schwierig kann es für einen Vater oder eine Mutter aber schon dann werden, wenn das andere Elternteil das Sorgerecht nur vorübergehend nicht ausüben kann – etwa wegen Krankheit oder eines Auslandsaufenthalts. „Dann sind gegenseitige Vollmachten sinnvoll“, sagt Eva Becker, Fachanwältin für Familienrecht.

„Darin sollte stehen, dass ein Elternteil bei Verhinderung des anderen das Sorgerecht für beide wirksam ausüben darf“, so Becker. Wichtig sind solche Vollmachten beispielsweise bei medizinischen Entscheidungen, Bankgeschäften oder beim Kontakt mit Behörden. „Die Zeiten, in denen Mutti für ihren Sohn problemlos alleine ein Konto eröffnen oder Vati die Tochter nach einem Umzug in der neuen Stadt anmelden konnte, sind vorbei“, sagt die Berliner Anwältin.

Eine Vollmacht oder eine vertragliche Regelung ist auch dann wichtig, wenn beide Eltern vorübergehend nicht ihrer elterlichen Sorge nachkommen können. „Man denke etwa an Urlauber, die beispielsweise wegen eines Wirbelsturms nicht zum geplanten Zeitpunkt nach Hause reisen können“, sagt Becker. Wenn ein Kind dann bei der Oma ist und krank wird, braucht die Großmutter eine Vollmacht, um medizinische Entscheidungen für den Enkel treffen zu können.

Wichtiges zur Vorsorgevollmacht

Was ist die Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht ist eine besondere Art der Vollmacht und rechtlich gesehen ein Auftrag. Darin können eine oder mehrere Personen benannt werden, die alle Aufgaben für Sie erledigen, wenn Sie es selbst nicht können.

Wann brauche ich eine Vorsorgevollmacht?

Nicht nur alte Menschen können auf Hilfe angewiesen sein und in die Lage geraten, selbst keine Entscheidungen mehr treffen zu können. Durch einen Unfall oder eine plötzliche Krankheit kann das jeden treffen. Bis zum 18. Geburtstag sind automatisch die Eltern bevollmächtigt. Doch danach können ohne explizite Vollmacht nicht einmal die Ehepartner für einander entscheiden. Dann setzt das Gericht einen Bevollmächtigten ein. Um seinen Vertreter selbst zu bestimmen, sollte jeder über 18 Jahre eine Vorsorgevollmacht erstellen.

Was kann der Bevollmächtigte regeln?

Der Bevollmächtigte kann mit vielfältigen Aufgaben betraut werden. Er kann zum Beispiel über medizinische Behandlungen entscheiden sowie Regelungen zum Vermögen und zum Aufenthaltsort treffen. Die Person kann etwa als Vertreter gegenüber der Bank, der Krankenkasse oder gegenüber Ärzten agieren.

Welche Voraussetzungen muss der Bevollmächtigte erfüllen?

Der Bevollmächtigte muss Ihr uneingeschränktes Vertrauen genießen. Er sollte in der Lage sein, Ihre Interessen durchzusetzen. Zudem muss er gegebenenfalls auch schwierige Situationen meistern und sehr weitreichende Entscheidungen treffen.

Was tun ohne Vertrauensperson?

Wer alleinstehend ist und keine Vertrauensperson hat, kann sich an Betreuungsvereine, Wohlfahrtsverbände, Kirchen oder Anwälte wenden, die eine Betreuung übernehmen.

Wie lange gilt die Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht kann jederzeit geändert werden. Hat ein Notar sie beurkundet, sollte sie schriftlich widerrufen werden.

Wo sollten die Dokumente verwahrt werden?

Die Originale der Dokumente sollten am besten in einem Notfallordner in der eigenen Wohnung aufbewahrt werden. Der Bevollmächtigte sollte den Ort kennen und zudem Kopien der Unterlagen haben. Gegen eine einmalige Gebühr kann die Vorsorgevollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister registriert werden.

Quelle

„Das Vorsorge-Set“, Stiftung Warentest, ISBN: 978-3-86851-360-8 (12,90 Euro)

Für den Fall, dass beide Elternteile sterben, können sie eine Person als Vormund für ihr Kind benennen oder auch bestimmte Personen von der Vormundschaft ausschließen. „Die Entscheidung trifft am Ende das Familiengericht, deshalb sollten Eltern möglichst ausführlich und nachvollziehbar begründen, warum eine Person Vormund werden soll und eine andere nicht“, rät Martina Mainz-Kwasniok, Fachanwältin für Familienrecht. Wie bei einer Betreuungsverfügung haben die Betroffenen lediglich ein Vorschlagsrecht.

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