Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.06.2015

11:23 Uhr

Vorstand Carl-Ludwig Thiele

Bundesbank will nicht an Ihr Bargeld

Manche Ökonomen sehen Bargeld als Nachteil: Einer Geldpolitik mit Negativzinsen kann jeder ausweichen, indem er Bargeld hortet. Die Bundesbank hat damit kein Problem – und will auch sonst nicht dem Bargeld an den Kragen.

Wer Bargeld hat, muss keine Negativzinsen fürchten. dpa

Geldbörse

Wer Bargeld hat, muss keine Negativzinsen fürchten.

FrankfurtDie Bundesbank will den Bürgern vor dem Hintergrund der ultraniedrigen Zinsen nicht vorschreiben, wie viel Bargeld sie halten dürfen. Verbraucher würden derzeit zwar nicht in großem Umfang in Scheine und Münzen umschichten, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Montag in Berlin laut Redetext. Sollten die Banken aber negative Zinsen auf ihre Kunden abwälzen, könnten diese mit dem verstärkten Horten von Bargeld reagieren. „Restriktionen der Bargeldhaltung, wie sie vor diesem Hintergrund vereinzelt diskutiert werden, lehnt die Bundesbank ab“, sagte Thiele. Viele Verbraucher seien wegen der niedrigen Zinsen verunsichert und fragten sich, was diese für sie bedeuten.

Die Leitzinsen im Euro-Raum liegen schon seit September 2014 auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Der Einlagenzinssatz ist mit minus 0,20 Prozent sogar negativ: Banken müssen einen Strafzins bezahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, statt es über Kredite an Unternehmen und Privatkunden weiterzureichen.

Geldschein-Verbot: Wo der „Krieg gegen das Bargeld“ tobt

Geldschein-Verbot

Wo der „Krieg gegen das Bargeld“ tobt

Dänemark will dem Handel erlauben, Geldscheine abzulehnen. Was hinter den Verboten von Cash steckt.

Zuletzt hatten sich wiederholt Ökonomen dafür ausgesprochen, Scheine und Münzen abzuschaffen - so etwa der Wirtschaftsweise Peter Bofinger und der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff im Handelsblatt-Interview. Bargeld ist aber hierzulande immer noch das beliebteste Zahlungsmittel: Fast 80 Prozent aller Einkäufe werden bar bezahlt. Zwar gebe es inzwischen eine Fülle von Karten und neue Bezahlmethoden über Smartphone und E-Mail, so Thiele. Doch die Bundesbank verhalte sich neutral: „Jeder sollte bezahlen können, wie er will.“

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Spiegel

01.06.2015, 14:50 Uhr

„Jeder sollte bezahlen können, wie er will.“

in einiger Zeit.....
„Jeder konnte bezahlen, wie er wollte.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×