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06.01.2010

10:47 Uhr

Wachsendes Vermögen

Sparer profitieren von steigenden Aktienkursen

VonThomas Schmitt

Nach dem Krisenjahr 2008 ist das Geldvermögen der Deutschen im vergangenen Jahr wieder gewachsen - auf mehr als 4,6 Billionen Euro. Doch die Krise hat Spuren im Verhalten der Anleger hinterlassen.

Die Deutschen haben wieder mehr Geld in der Tasche. Quelle: Michael S. Schwarzer

Die Deutschen haben wieder mehr Geld in der Tasche.

FRANKFURT. Die Deutschen sind im vergangenen Jahr wieder reicher geworden. Nach Schätzungen des Vermögensverwalters Allianz Global Investors stieg das Geldvermögen der Bundesbürger auf 4 640 Mrd. Euro. Das ist gegenüber 2008 ein Anstieg von 4,4 Prozent oder knapp 200 Mrd. Euro. Im Krisenjahr 2008 war das Geldvermögen dagegen erstmals seit 2002 gesunken, insbesondere wegen des damaligen Kurseinbruchs an den Börsen.

Mehr als die Hälfte des Zuwachses im vergangenen Jahr entfällt auf neue Gelder, die in die verschiedenen Sparformen geflossen sind. Knapp 40 Prozent des Anstiegs macht die Börsenerholung aus. Das errechnete die Tochtergesellschaft des Versicherungskonzerns Allianz aufgrund von Zahlen der Deutschen Bundesbank.

Aktien, Fonds und andere Kapitalmarktprodukte stiegen zwar im Zuge der Erholung an den Märkten wieder in der Gunst der Deutschen. Doch ihr Anteil liegt mit knapp 28 Prozent deutlich unter den Rekordwerten um die Jahrtausendwende und unter den Spar- und Sichteinlagen bei Banken und Sparkassen.

Mehr als 38 Prozent des Geldvermögens der Deutschen liegen noch immer bei Kreditinstituten. Dieser Anteil war im Krisenjahr 2008 mit über 39 Prozent sogar auf den höchsten Stand seit 1995 hochgeschnellt - von 35,7 Prozent im Jahr 2007.

Am liebsten parken die Deutschen ihre Sparcents nach wie vor auf Konten, über die sie kurzfristig verfügen können. Inzwischen übertreffen die sogenannten Sichteinlagen mit gut 630 Mrd. Euro sogar die Spareinlagen von 580 Mrd. Euro. Das meiste Geld zogen die privaten Anleger im vergangenen Jahr von Terminkonten mit Bindungsfristen bis zu einem Jahr ab, weil deren Verzinsung auf ein Prozent gesunken ist.

Leicht zurück ging 2009 der Anteil der Versicherungen im Vergleich zu 2008. Gut 28 Prozent ihres Geldes haben die Deutschen dort angelegt. Vor zehn Jahren waren es weniger als 25 Prozent und Anfang der neunziger Jahre erst gut 20 Prozent. Auch die Pensionsrückstellungen hätten ihr Gewicht bei knapp sechs Prozent weitgehend konstant gehalten, stellt Allianz Global Investors fest.

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