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17.07.2013

13:13 Uhr

Walter Riester kontert

„Kampagne gegen die Riester-Rente ist gefährlich“

VonThomas Schmitt

Die Deutschen lassen die staatlich geförderte Altersvorsorge links liegen. Doch Ex-Minister Walter Riester lässt auf sein Baby nichts kommen: Ein Abschluss lohnt sich für jeden, sagt er im Interview mit Handelsblatt Online und erklärt, warum die Kritiker falsch liegen.

Walter Riester hat die staatlich geförderte Altersvorsorge im Bundestag durchgeboxt. Auch mehr als ein Jahrzehnt später tritt er leidenschaftlich für das Produkt Riester-Rente ein, das seinen Namen trägt. ap

Walter Riester hat die staatlich geförderte Altersvorsorge im Bundestag durchgeboxt. Auch mehr als ein Jahrzehnt später tritt er leidenschaftlich für das Produkt Riester-Rente ein, das seinen Namen trägt.

Herr Riester, Sie haben als Minister die private, staatlich geförderte Altersvorsorge geschaffen. Elf Jahre später verkaufen sich diese Finanzprodukte nur noch sehr schleppend. Hat die Riester-Rente ihre besten Zeiten schon hinter sich?
Nein! Wir erleben aktuell, dass die Kampagne gegen die Riester-Rente wirkt. Millionen Menschen sind dadurch verunsichert worden. Die pauschale Kritik an der Riester-Rente ist falsch und gefährlich.

Die Kritiker haben vor allem die Versicherungsbranche im Auge.
Der Normalbürger denkt aber doch nicht so. Er bezieht die Kritik auf alle Riester-Varianten, also nicht nur auf die Versicherungslösung, sondern auch den Banksparplan, das Investmentsparen und den Wohn-Riester, der einen Einstieg ins Wohneigentum bietet.

Was halten Sie denn von der Kritik an den Kosten der Versicherungsbranche?
Entscheidend ist doch etwas anderes: Der Gesetzgeber wollte die Versicherungslösung für die ergänzende Rente. Ohne die Versicherungen geht es gar nicht in der Riester-Rente. Denn auch Banken und Fonds benötigen ja in der Auszahlungsphase ab dem 85. Lebensjahr die Rentenlösung. Diese kann nur die Versicherungswirtschaft liefern. Ein Teil des gebildeten Kapitals muss deshalb in die Versicherungslösung.

Die Riester-Kritiker beklagen viele Webfehler: große Bürokratie, geringe Renditen und hohe Kosten. Selbst der Gesetzgeber hat reagiert. Liegen diese Akteure alle so daneben?
Ja, davon bin ich überzeugt. Aber gehen wir auf die Kritikpunkt doch im Einzelnen ein.

Gerne! Was sagen Sie denn zum Vorwurf, dass die Riester-Rente zu viel Bürokratie gebracht hat?
Richtig ist, der Gesetzgeber verlangt in der Altersvorsorge von den Anbietern, dass sie deutlich mehr informieren und umfassender beraten. Richtig ist auch, dass der Anbieter auf Wunsch des Sparers die Beantragung der Zulagen und die weitere Bearbeitung voll und kostenfrei übernehmen muss. Dies gilt seit 2005, trifft jedoch den Anbieter, nicht den Kunden.

Kommentare (56)

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abgeriestert

17.07.2013, 13:26 Uhr

Riester hier und Riester da:
ganz kompletter Trarara.

hermann.12

17.07.2013, 13:32 Uhr

Riester kann sagen was er will, die Riesterrente ist vollständiger Mist.
Der Ansatz ist zu theoretisch und berücksichtigt nicht die Strukturen, die für den Vertrieb gebraucht werden. sie ist schlicht nicht marktkonform und wird durch die komplizierte Förderungsweise noch unwirtschaftlicher.
Für die absoluten Geringverdiener ist sie letztlich immer zu niedrig, weil selbst hohe Förderungen gegenüber der früheren staatlichen Absicherung Peanuts sind und besser verdienende sind gut beraten eher einen normalen Vertrag abzuschließen, weil die Beschränkungen der Verträge in Kosten ausgedrückt weit höher sind als der Ertragsgewinn.
Als es noch Förderung ohne Zuzahlung gab, habe ich noch empfohlen die Förderbeiträge mitzunehmen, seitdem rate ich grundsätzlich ab.

H.

Hairbert

17.07.2013, 13:33 Uhr

Herr Riester:
Es geht nicht um eine Kampagne, sondern um auf Erfahrung basierende Kritik - aber die konnten Sie schon seinerzeit als Gewerkschaftler nicht akzeptieren.
Ich habe damals im TV ein für Sie beschämendes Gepräch mit einem süddeutschen Unternehmer gesehen: Unberechtigt austeilen konnten Sie - aber berechtigt einstecken nicht !

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