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26.10.2015

08:17 Uhr

Wechsel des Girokontos

Krötenwanderung leicht gemacht

VonKathrin Witsch

Das Girokonto zu wechseln, ist für viele qualvoll wie ein Zahnarztbesuch. Doch inzwischen übernehmen Apps die Umstellung von Daueraufträgen, Lastschriften und regelmäßigen Zahlungen. Ganz freiwillig geschieht das nicht.

Die eigenen Kröten auf ein neues Girokonto zu bringen, ist lästig - kann aber viel Geld sparen helfen. Imago

Warnhinweis

Die eigenen Kröten auf ein neues Girokonto zu bringen, ist lästig - kann aber viel Geld sparen helfen.

FrankfurtStundenlanges Schlange stehen in der Bankfiliale, ohne Ende Formulare und ein Zeitaufwand, den die meisten Bankkunden nicht in Kauf nehmen wollen. Kurz: Wer sein Konto wechseln wollte, der hatte es nicht leicht. Vor anderthalb Jahren dann die Umstellung auf den digitalen Trend: Via Video-Identifikations-Verfahren konnte der Kontowechsel auch bequem vom Schreibtisch aus vollzogen werden.

Jetzt geht die Digitalisierung den nächsten Schritt: Daueraufträge, Lastschriften und andere regelmäßige Zahlungen werden automatisch vom alten auf das neue Konto umgestellt. Verbraucher müssen sich nicht mehr mit dem aufwendigen Papierkram herumschlagen, müssen ihren Arbeitgeber oder Vermieter nicht mehr selbst informieren.

Größte deutsche Direktbanken nach Kundenzahl

Platz 10

Norisbank

500.000 Kunden (12/2014)

Platz 9

DAB Bank

582.000 Kunden (12/2014)

Platz 8

Advanzia Bank

660.000 Kunden (10/2015)

Platz 7

BMW Bank

770.000 Kunden (Ende 2012)

Platz 6

Consorsbank

843.000 Kunden (09/2015)

Platz 5

Mercedes-Benz Bank

1,112 Millionen Kunden (12/2014)

Platz 4

Volkswagen Bank

1,184 Millionen Kunden (12/2014)

Platz 3

Comdirect Bank

1,957 Millionen Kunden (08/2015)

Platz 2

DKB, Deutsche Kreditbank AG

3,16 Millionen Kunden (09/2015)

Platz 1

ING-Diba

7,975 Millionen Kunden (12/2015)

Quelle

modern-banking.de, Stand: Ende 2015

All das erledigt jetzt eine App. Zumindest bei Comdirect, Wüstenrot-Bank, der PSD Bank Berlin Brandenburg und seit dem ersten Oktober auch bei der Commerzbank. Andere ziehen bald nach: Die zweitgrößte Direktbank DKB will noch in diesem Jahr mit einer App auf den Markt, die kleinere PSD Bank Rhein-Ruhr noch in diesem Monat. Das Prinzip ist einfach: Der Kunde loggt sich in seinem Konto ein, die App filtert die Daten aller Zahlungspartner und Daueraufträge wie Miete, Strom und Gas. Anschließend wählt der Kunde aus, wen er informieren möchte und mit einer Unterschrift auf dem Smartphone ist der Kontowechsel erledigt.

Dabei dürfte er Datenschutz eine besonders heikle Rolle spielen. Deswegen versichert die Commerzbank auf ihrer Seite beispielsweise, dass die Bankdaten zweckgebunden einzig für den Wechsel genutzt werden. Nach erfolgreicher Durchführung seien sie mit dem „schließen der App automatisch gelöscht.“

Bankwechsel: Konto, wechsele dich!

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Wer sein Konto wechseln möchte, muss Lastschriften und Daueraufträge umstellen. Viele Deutsche scheuen den Aufwand, zeigt eine aktuelle Studie. Ein Gesetz könnte den Umzug zur neuen Bank bald erleichtern.

Florian Christ, Geschäftsführer des Fintechs Fino Digital stellt die App für Kunden der Commerzbank bereit: „Die Daten befinden sich immer nur auf dem Smartphone des Kunden. Sie werden in keiner Datenbank gespeichert.“ Entscheidet der Kunde sich dafür, die Benachrichtigung über den Kontowechsel seiner Zahlungsempfänger der App zu überlassen, wird die entsprechende PDF beispielsweise kurzfristig in einen digitalen Postkorb gelegt, bis sie zum Zahlungsempfänger weiter geleitet wird.

„Wenn es raus ist, ist es nicht nur erledigt, sondern auch gelöscht,“ erklärt Christ. Auch Matthias Eireiner, Geschäftsführer des Start Ups Finreach, dass die Kontowechsel App für die DKB Bank betreut, betont, dass die Fintechs mindestens den gleichen Datenschutzrichtlinien wie denen ihrer Auftrag gebenden Banken unterliegen.

Kommentare (4)

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Frau Annette Bollmohr

26.10.2015, 10:21 Uhr

"Ganz freiwillig geschieht das nicht."

Tja, der Mensch ist bei allem, was nicht gerade seinem persönlichen Lustprinzip folgt nun mal von Natur aus faul.

Heißt:
Er braucht einen Grund, um in die Gänge zu kommen und am Status quo etwas zu ändern.

Und dass der die Mühe wert ist, muss möglichst jedem einleuchten.

Dann braucht's auch gar nicht mehr so viel Überzeugungs"arbeit".
Die meisten von uns sind ja nicht doof, auch wenn einige (besonders Politiker) das anscheinend gerne glauben wollen..

Live and learn ;) !!

Herr walter rehm

26.10.2015, 10:24 Uhr

Natürlich wird das über Apps...Programme und Systeme gemacht
wie auch der Aktienhandel nur noch von diesen neuen Derivaten,diesen FUTURES bestimmt wird
alles mit Hochfrequenzrechnern in Nanosekunden...die besten Kurse gibt es merkwürdiger Weise immer VORbörslich....das Tagestief immer VOR Xetrastart
Montag vor einer Woche war das wieder so...ok am Dienstag dann erst um ca. 10 Uhr,Mittwoch sogar erst um 11 Uhr, dafür Donnerstag das Tagestief um 09:07 Uhr,zwar NACH Xetrastart aber schon knapp
Freitag dann wieder um 09:10 Uhr...und heute erst um 09.34 Uhr....aber irgendwann klappt das wieder mit dem Tiefstkurs VOR Xetrastart

Herr aus NRW

26.10.2015, 11:30 Uhr

Die Voba bei uns hat die Preise für das Girokonto ab dem 1.1.16 um 45% (!) erhöht.
Gutenhabenzinsen auf dem Tagesgeldkonto: Satte 0,05% (!). KEIN Zahlendreher. Wer da keine Konsequenzen zieht, ist selber Schuld.

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