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19.11.2013

10:15 Uhr

Wechselsaison

So finden Sie die günstigste Autoversicherung

VonJens Hagen

Bis Ende des Monats können die meisten Autofahrer ihren Autoversicherer wechseln. Das Sparpotenzial ist dabei enorm. Wie Kunden jetzt den günstigsten Tarif finden und welche Leistungen wichtig sind.

Schöne Aussichten: Bei einem Wechsel der Autoversicherung können Kunden sparen. Getty Images

Schöne Aussichten: Bei einem Wechsel der Autoversicherung können Kunden sparen.

Bei den Autoversicherern geht es derzeit zu wie in einem Taubenschlag. Die Wechselsaison, in der sich die meisten Versicherten noch bis Ende des Monats einen neuen Anbieter suchen können, erreicht allmählich ihren Höhepunkt. „Jeder Dritte der 17 Direktversicherer hat in den vergangenen drei Wochen seine Tarife nochmals geändert“, sagt Ivana Höltring, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung Nafi, die regelmäßig die mehr als 300 Tarife der rund 80 deutschen Kfz-Versicherer analysiert. „Diese schnelle Neujustierung der Prämien ist neu, früher waren die Gesellschaften deutlich langsamer.“

Der Grund für die neue Aktivität liegt in den veränderten Vertriebswegen. Vergleichsportale wie Check 24 sollen nach Angaben von Brancheninsidern zwischen 80 und 100 Euro Provision für die Vermittlung einer Vollkasko-Police verlangen. Das wäre mehr als doppelt so viel wie üblicherweise ein Versicherungsmakler erhält. Eine Sprecherin von Check 24 wollte die Angaben nicht kommentieren.

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Wechseln

Autofahrer können auch in diesem Jahr bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung Geld sparen und sich gleichzeitig mehr Leistung sichern. Genau vergleichen und rechtzeitig kündigen, rät der Verkehrsclub ADAC Autofahrern, die nach einer günstigeren Versicherung suchen.

Quelle: ADAC

Ordentlich kündigen

Möglich ist der Wechsel der Police in der Regel zum Ende des Kalenderjahres. Denn die meisten Versicherungsverträge laufen vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. In diesen Fällen muss spätestens bis zum 30. November 2013 gekündigt werden. Da dieses Datum auf einen Samstag fällt, reicht es aus, wenn das Kündigungsschreiben am Montag, den 2. Dezember 2013 bei der Versicherung eingeht.

Außerordentlich kündigen

Wer die termingerechte Kündigung verpasst, kann vom außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen. Das ist möglich, wenn sich die Versicherungsprämie erhöht, ohne dass ein Schadenfall die Ursache ist.

Erst neu abschließen

Den alten Vertrag sollte man erst dann kündigen, wenn der neue abgeschlossen ist. Denn bei der Teil- und Vollkasko dürfen Versicherer Verträge auch ablehnen.

Details prüfen

Autofahrer sollten vor einem Wechsel prüfen, ob der neue Versicherer den Vertrag in demselben Umfang akzeptiert wie der augenblickliche Anbieter.

Schriftform

Das Kündigungsschreiben sollte rechtzeitig per Einschreiben mit Rückschein abgeschickt werden.

Vergleichen

Man sollte immer mehrere Angebote einholen und die Versicherungsleistungen genau vergleichen. Denn: Billig ist nicht immer gut.

Alte Verträge

Auch bei langjährig bestehenden Verträgen lohnt sich ein Vergleich, denn die meisten Versicherer haben die bisherige Schadenfreiheitsstaffel von 25 auf 35 Jahre erweitert - aber nur für neue Verträge.

Rabatte

Sonder-Rabatte und -Einstufungen gehen in der Regel nicht mit auf den neuen Versicherer über. Also sollte man vorher prüfen, ob man so etwas bekommen hat.

Kasko

Nicht immer lohnt sich der Wechsel von der Voll- in die Teilkasko. Denn die Prämienhöhe der Vollkasko ist abhängig vom Schadenfreiheitsrabatt. In der Teilkasko gibt es diesen Rabatt meist nicht.

Selbstbeteiligung

Die Selbstbeteiligung kann bei der Voll- und der Teilkasko unterschiedlich hoch sein. Auch der Verzicht auf eine Selbstbeteiligung ist möglich. Oft sind die Prämienunterschiede zwischen den einzelnen Stufen aber so gering, dass sich eine höhere Selbstbeteiligung kaum lohnt.

Wegen der höheren Kosten im Internetvertrieb, so der Brancheninsider weiter, justieren die Direktversicherer nach. Wenn das Provisionsbudget knapp wird, gehen die Preise nach oben. Wenn nicht so viele Kunden wie geplant abschließen, gehen die Prämien runter.

Die Versicherer setzen nicht nur wegen der Marktmacht auf die Vergleichsportalvermittler. Sie erhalten die Kundendaten ganz für sich allein und können den Versicherten mit anderen Angeboten bewerben.
Kunden, die eine günstige und leistungsstarke Police ergattern möchten, sind wegen der niedrigen Provisionen aber zunehmend auf eigenes Know-how angewiesen. Die Beratungsfreude bei freien Vermittlern hält sich angesichts der niedrigen Vergütungen vielfach in Grenzen.

Verbraucherschützer wundern sich. „Da würde man doch annehmen, dass qualifizierte Vermittlungsleistung dann auch dementsprechend honoriert werden würde“, schreibt Axel Kleinlein, Vorstand beim Bund der Versicherten in seiner Kolumne bei Handelsblatt Online. „Aber Nein! Von Kfz-Verträgen kann kein Vermittler leben. Im Gegenteil. Eigentlich muss ein Vermittler draufzahlen, der ernsthaft mit hoher Qualität diese Verträge vermitteln will.“

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