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30.10.2013

08:14 Uhr

Weltspartag

Vergesst das Sparschwein, lernt Investieren

VonKatharina Schneider

Regelmäßig das Sparschwein füttern – für Kinder ist das ein lehrreiches Ritual. Erwachsene sollten sich aber nach anderen Investments umsehen. Warum wir einen „Weltgeldtag“ und neue Anlagemodelle brauchen.

Nur das Sparschwein zu füttern, ist keine ausgewogene Anlagestrategie. Getty Images

Nur das Sparschwein zu füttern, ist keine ausgewogene Anlagestrategie.

DüsseldorfMünzen klimpern in der Spardose, Kinderaugen leuchten. Und voller Stolz wird die Dose noch einmal kräftig geschüttelt. Je kleiner der Nachwuchs ist, desto günstiger ist es für Eltern, ihm diese Freude zu machen. Denn bei den Jüngsten gilt meist die Devise „Hauptsache viel“ – etwa eine Handvoll Kleingeld. Dass die Geldstücke unterschiedlich wertvoll sind und Geldscheine – obwohl sie weder glänzen noch klimpern – noch wertvoller, das lernen sie erst später. Schritt für Schritt erweitern Kinder so ihr Wissen über Geld. Diese positive Neugier scheint mit steigendem Alter allerdings verloren zu gehen.

Am heutigen Weltspartag bringen wieder Tausende Kinder ihre Spardosen in die Banken und Sparkassen, lassen dort den Inhalt zählen und dann auf ihr Sparbuch überweisen. Und die Eltern? Laut dem aktuellen Vermögensbarometer des Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) steht auch bei den Erwachsenen das Sparbuch noch immer hoch im Kurs. 58 Prozent der Deutschen nutzen es zur Geldanlage. Geschlagen wird es nur von Rentenversicherungen, in die 63 Prozent der Deutschen investieren. Auf Platz drei und vier folgen die Lebensversicherung und die selbst genutzte Immobilie.

Was seit der Lehman-Pleite aus 100.000 Euro wurde

US-Dollar

93.951 Euro

Sparbuch

103.100 Euro

Tagesgeld

107.600 Euro

Zehnjährige US-Staatsanleihe

125.607 Euro

Bondindex Rex

128.958 Euro

Rohöl (Brent)

130.859 Euro

Zehnjährige Bundesanleihe

131.206 Euro

Dax

142.031 Euro

Nikkei-225

147.685 Euro

Dow Jones

173.651 Euro

Gold

180.185 Euro

FTSE China

181.333 Euro

MDax

193.279 Euro

Silber

214.136 Euro

Quelle

Thomson Reuters, FMH; Startdatum: 15. September 2008; in Euro gerechnet. Enddatum: 15. September 2013

Immerhin, dass sich mit den mickrigen Sparbuchzinsen nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen lässt, das scheint sich inzwischen herumgesprochen zu haben. Die Konsequenz, die Sparer offenbar daraus ziehen, ist jedoch fatal. Sie legen einfach weniger Geld zur Seite. Während die Sparquote 2008 noch bei 11,5 Prozent lag, sind es heute nur noch 10,3 Prozent. Von 100 Euro Nettoeinkommen werden also 10,30 Euro angespart. „Dieser Rückgang ist bedenklich, denn zehn Prozent sollte man allein schon für die Altersvorsorge zurücklegen“, sagt Georg Fahrenschon, Präsident des DSGV. „Wenn man darüber nicht hinausgeht, bleibt nichts mehr übrig, um sich langfristige Wünsche zu erfüllen oder sich gegen Risiken abzusichern.“

Was also tun? Hilft der heutige Feiertag des Sparens, um die Menschen zu überzeugen, dass sie ihren Konsum etwas einschränken und stärker an ihre Altersvorsorge denken sollten? „Wir wollen nicht den Konsum bremsen, sondern vermitteln, dass sich Sparen lohnt“, sagt Fahrenschon.

„Man kann gar nicht früh genug damit anfangen. Wie sinnvoll das ist, versteht jeder, dem man einmal den Zinseszinseffekt erklärt hat.“ Doch was tun, wenn die Zinsen so niedrig sind und bei Sparprodukten nach Abzug der Inflationsrate keine Rendite mehr bleibt? Da wundert es nicht, dass sich die Menschen lieber jetzt sofort etwas Schönes kaufen.

Kommentare (63)

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30.10.2013, 08:42 Uhr

Ach ja?? Fragen sie mal die Millionen Amerikaner, dessen Altersvorsorge in Anleihen aller Art festhängen und ohne die Notenbanken schon längst wertlos wären!

Account gelöscht!

30.10.2013, 08:44 Uhr

Zitat : Erwachsene sollten sich aber nach anderen Investments umsehen.

- genau, alle Erwachsenen auch zu Spekulanten umerziehen !

Hätten die Bänkster so gerne !

Mein Geld bleibt bei mir....es den Bänkstern anzuvertrauen heisst gleichzeitig, sich davon zu verabschieden !

Account gelöscht!

30.10.2013, 08:47 Uhr

So weit kommts noch, meine Kohle in den Hals von weltweiten Gelddealern, die Bomben und Volksverblödung brauchen, damit Zinsen herbei kommen.
Noe, da laßt euch mal was anderes einfallen als Menschen Zeugs anzudrehen, was sie garnicht brauchen.

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