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11.08.2015

13:21 Uhr

Weniger Geld für Jugendliche

„Ein Limit beim Taschengeld erreicht“

Kinder zwischen 6 und 13 Jahren bekommen etwas weniger Taschengeld als in den Vorjahren. Doch das heißt nicht unbedingt, dass die Eltern am Nachwuchs sparen. Denn vor allem Markenware bleibt bei der Jugend gefragt.

„Gehaltseinbußen“ für Kinder und Jugendliche. dpa

Taschengeld

„Gehaltseinbußen“ für Kinder und Jugendliche.

BerlinSmartphone, Markenklamotten und Spielkonsolen - Deutschlands Kinder haben einer Studie zufolge teure Wünsche. Von ihrem Taschengeld können sie die aber kaum erfüllen: Davon haben sie nämlich weniger. Derzeit bekommen 6- bis 13-Jährige im Schnitt monatlich 26,35 Euro, wie aus der KidsVerbraucherAnalyse hervorgeht, die der Egmont Ehapa Media Verlag am Dienstag in Berlin vorstellte.

Bei der Erhebung von 2014 waren es noch 27,50 Euro, 2013 sogar noch mehr. „Vielleicht ist ein Limit erreicht“, sagte Ralf Bauer, der die Marktforschung im Verlag leitet. Eine anderer Grund wäre für Kinder positiver: Möglicherweise spendierten Eltern ihnen inzwischen häufiger Kinokarte & Co, sodass das Taschengeld länger vorhalte.

Wie viel Taschengeld verdient ein 12-jähriges Kind?

Tatsächlich gibt der Nachwuchs das Geld vor allem für Kleinigkeiten aus: 63 Prozent investieren in Süßigkeiten, Kekse und Kaugummi. Jedes zweite Kind kauft Zeitschriften oder Comics. Auch Eis und Getränke stehen hoch im Kurs.

Auch ist beim Taschengeld noch lange nicht Schluss: Zu Feiertagen und zum Geburtstag können Kinder und Jugendliche erneut mit Barem rechnen. 10- bis 13-Jährige bekommen zu Weihnachten 96 Euro, zum Geburtstag 84 Euro und zu Ostern weitere 30 Euro zugesteckt. Insgesamt haben sie dadurch 209 Euro zusätzlich zur Verfügung. Bei den Jüngeren zwischen sechs und neun Jahren sind es insgesamt 165 Euro.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Bargeld und Einlagen

Den größten Anteil am Vermögen der deutschen Privathaushalte haben traditionell Bargeld und Einlagen. Das Banksparen – also beispielsweise Girokonten oder Tagesgeld – hat sogar an Beliebtheit zugelegt. Von Januar bis März 2015 machte der Posten einen Anteil von 39,7 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2001 lag dieser Anteil noch bei 34,9 Prozent.

Quelle: Deutsche Bundesbank

Versicherungen

Versicherungen machen den zweitgrößten Posten in der Vermögensstruktur der deutschen Haushalte aus. Zu diesem Posten zählen auch die Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen. Von Januar bis März 2015 lag der Anteil der Versicherungen am Haushaltsvermögen bei 37,4 Prozent, er ist damit im Vergleich zu Aktien und Fonds gestiegen. 2001 lag der Anteil noch bei 30,8 Prozent.

Anleihen

Die Renditen für Anleihen sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld unattraktiv. Die Haushalte reagieren darauf und investieren deutlich weniger in die Wertpapiere. 2001 lag der Anteil der Anleihen am Haushaltsvermögen noch bei 6,3 Prozent. In den ersten drei Monaten des Jahres 2015 ging die Quote auf 3,0 Prozent zurück.

Aktien und sonstige Anteilsrechte

Das in Aktien investierte Vermögen und der Anteil sonstiger Anteilsrechte am Vermögen der deutschen Haushalte sind gestiegen. Zu diesem Posten zählen auch Aktien, die nicht an einer Börse notiert sind. 2001 machten sonstige Anteilsrechte 9,4 Prozent am Gesamtvermögen aus. Im ersten Quartal 2015 lag der Anteil bei 10,8 Prozent.

Aktienfonds

Die indirekte Anlage in Aktien durch Aktienfonds hat an Beliebtheit gewonnen. 9,4 Prozent des Gesamtvermögens investierten die Haushalte von Januar bis März 2015 in Aktienfonds. 2001 lag der Wert noch bei 2,9 Prozent.

Groß bleiben vor allem die Markenwünsche: Sportschuhe bekannter Hersteller stehen demnach bei Kindern und Teenagern gleichermaßen hoch im Kurs - Tendenz steigend. Jugendliche zwischen sechs und 13 Jahren legen zudem bei Handy, Kleidungsstücken, Spielkonsolen sowie Taschen und Rucksäcken großen Wert auf Markennamen. Ob Limonade oder Müsli von bekannten Herstellern kommen, verliert für Kinder und Jugendliche der Studie zufolge aber an Bedeutung.

Auch der für 2015 ermittelte Taschengeldwert liegt noch deutlich über der Empfehlung des Deutschen Jugendinstituts (DJI): Ab zehn Jahren sollte das Taschengeld DJI-Experten zufolge monatlich bei etwa 15 Euro liegen und anfangs jedes Jahr um 2,50 Euro steigen - so dass 13-Jährige rund 22,50 Euro bekommen.

Für die Analyse führten die Forscher den Angaben zufolge 2494 Doppelinterviews mit Kindern zwischen sechs und 13 Jahren und einem Elternteil.

Von

dpa

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