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09.01.2015

10:31 Uhr

Weniger Minus

Sozialversicherung verringert ihr Defizit

Die Sozialversicherung konnte in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 ihre Verluste verringern. Zur Sozialversicherung gehören auch die Krankenkassen, bei denen das Finanzloch gegen den Trend größer wurde.

Die Krankenkassen vergrößerten ihr Defizit1,1 Milliarden Euro auf nun 5,0 Milliarden Euro. dpa

Die Krankenkassen vergrößerten ihr Defizit1,1 Milliarden Euro auf nun 5,0 Milliarden Euro.

WiesbadenDas Minus der Sozialversicherung ist in den ersten neun Monaten 2014 kleiner geworden. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, lag das Defizit bei 3,6 Milliarden Euro und damit 0,5 Milliarden Euro unter dem des Vorjahreszeitraums. Einnahmen von 407,3 Milliarden Euro (plus 3,2 Prozent) standen Ausgaben von 410,9 Milliarden Euro (plus 3,0 Prozent) gegenüber.

Unter Sozialversicherung werden unter anderem gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung, allgemeine Rentenversicherung, soziale Pflegeversicherung und die Bundesagentur für Arbeit zusammengefasst. Rückschlüsse auf das Jahresergebnis 2014 können die Statistiker wegen starker Schwankungen innerhalb eines Jahres noch nicht ziehen.

Die Rentenversicherung kam auf ein Plus von rund einer Milliarde Euro nach einem Minus von 2,6 Milliarden im 1. bis 3. Quartal 2013. Unter dem Strich standen 197,1 Milliarden Euro (plus 3,4 Prozent) an Einnahmen und 196,2 Milliarden Euro (plus 1,5 Prozent) an Ausgaben.

Kennzahlen der Versicherungswirtschaft

Infobox

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat im Statistischen Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2014 die neuesten Kennzahlen der deutschen Versicherer veröffentlicht. Nachfolgenden finden Sie die wichtigsten Entwicklungen von 1980 bis heute.

Anzahl der Versicherungsunternehmen

Lebensversicherungsunternehmen
1980: 108
2000: 119
2013: 90

Krankenversicherungsunternehmen
1980: 51
2000: 55
2013: 48

Schadens-/Unfallversicherungsunternehmen
1980: 344
2000: 254
2013: 210

Rückversicherungsunternehmen
1980: 33
2000: 41
2013: 29

Beiträge der Lebensversicherungen

1980: 13,2 Milliarden Euro
2000: 61,2 Milliarden Euro
2013: 90,8 Milliarden Euro

Beiträge der Unfallversicherungen

1980: 17,9 Milliarden Euro
2000: 49,4 Milliarden Euro
2013: 60,6 Milliarden Euro

Beiträge der Krankenversicherungen

1980: 4,8 Milliarden Euro
2000: 20,7 Milliarden Euro
2013: 35,8 Milliarden Euro

Beiträge der Rückversicherer

1980: 7,1 Milliarden Euro
2000: 28,8 Milliarden Euro
2012: 43,9 Milliarden Euro
2013: k.A.

Leistungen der Erstversicherer

Lebensversicherer
1980: 15,2 Milliarden Euro
2000: 88,1 Milliarden Euro
2013: 116,2 Milliarden Euro

Krankenversicherer
1980: 4,6 Milliarden Euro
2000: 24,1 Milliarden Euro
2012: 40,7 Milliarden Euro
2013: k.A.

Schadens-/Unfallversicherer
1980: 14,3 Milliarden Euro
2000: 40,4 Milliarden Euro
2013: 49,6 Milliarden Euro

Anteil der Erstversicherungsbeiträge

Lebensversicherung

1980: 36,7 Prozent
2000: 46,6, Prozent
2013: 48,5 Prozent

Krankenversicherung

1980: 13,4 Prozent
2000: 15,8 Prozent
2013: 19,1 Prozent

Schadens-/Unfallversicherung
1980: 49,9 Prozent
2000: 37,6 Prozent
2013: 32,3 Prozent

Kapitalanlagenbestand der Erst- und Rückversicherer

1980: 126,2 Milliarden Euro
2000: 802,7 Milliarden Euro
2013: 1393 Milliarden Euro

Bestand an Versicherungsverträgen

Lebensversicherungen
1980: 65,8 Millionen
2000: 87,6 Millionen
2005: 96,9 Millionen
2013: 91,8 Millionen

PKV
1980: 24,1 Millionen
2000: 47,8 Millionen
2012: 68,1 Millionen

Schadens-/Unfallversicherungen
1980: 157,8 Millionen
2000: 262,1 Millionen
2013: 299,7 Millionen

Dagegen nahm das Minus bei der gesetzlichen Krankenversicherung zu - von 1,1 Milliarden Euro auf nun 5,0 Milliarden Euro. Die Ausgaben (155,1 Milliarden Euro) stiegen durch Prämienzahlungen der Kassen, freiwillige Leistungen und höhere Arzneimittelausgaben deutlich um 5,0 Prozent, die Einnahmen (150,1 Milliarden Euro) trotz Senkung des Bundeszuschusses an den Gesundheitsfonds im Vergleichszeitraum um immerhin 3,0 Prozent.

Die Bundesagentur für Arbeit kam auf ein Plus von 100 Millionen Euro, die Pflegeversicherung schloss den Zeitraum ausgeglichen ab.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

09.01.2015, 14:17 Uhr

Das Minus bei den Krankenkassen resultiert aus der Kürzung des Gesundheitsfonds durch den Finanzminister! Ist das etwa schon vergessen?
Nach den Sonderzahlungen vom November sind die Überschüsse der BA auf über 1,4 Milliarden 2014 und insgesamt auf 3,1 Milliarden gestiegen? Ist auch das vergessen?

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