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05.07.2012

15:54 Uhr

Weniger Rendite

Zinssenkung trifft Sparer

Auch wenn der Konkurrenzkampf der Banken für attraktive Angebote sorgen kann, müssen Sparer in den nächsten Wochen mit sinkenden Zinsen rechnen. Auch Immobilienbesitzer leiden: Baugeld wird trotz EZB-Entscheid teurer.

Ein Sparschwein im Röntgen-Gerät. Nur bei den Zinssätzen für Tagesgeldkonten rechnen Experten mit weiteren Zinssenkungen. dpa

Ein Sparschwein im Röntgen-Gerät. Nur bei den Zinssätzen für Tagesgeldkonten rechnen Experten mit weiteren Zinssenkungen.

Nach der historischen Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag müssen Sparer nur teilweise mit noch schlechteren Konditionen rechnen. Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die viele Verbraucher in der Krise als sichere Häfen sehen, böten für Tagesgeld derzeit ohnehin meist Zinsen von unter einem Prozent, sagte der Chef der Frankfurter Finanzberatung FMH, Max Herbst. „Da wird sich nicht viel ändern." Zahlreiche andere Banken zahlten aber noch immer attraktive Zinsen. Hier könnten sich die Konditionen um 0,1 bis 0,15 Prozentpunkte verschlechtern.

Mit Zinssenkungen beim Tagesgeld sei innerhalb der kommenden drei bis vier Wochen zu rechnen, sagte Herbst. Jedoch sei davon auszugehen, dass viele Kreditinstitute zunächst die Lage und das Verhalten der Konkurrenz genau beobachteten, um die Angemessenheit einer Zinssenkung zu bewerten. Im Kampf um das Geld von Sparern wollten manche Institute „Kunden nicht durch niedrige Zinsen verschrecken".

Auch Marcus Preu vom Finanzportal Biallo geht davon aus, dass nur Teile der Kreditwirtschaft die Konditionen für Sparer beim Tagesgeld noch weiter verschlechtern. „Letztlich kommt es auf die Zielsetzung der jeweiligen Bank an", sagte Preu. Nutze sie Tagesgeld zur Kundengewinnung, könnten Sparer dort auch weiter mit überdurchschnittlichen Zinsen rechnen.

Im Durchschnitt aber werde das Zinsniveau beim Tagesgeld etwas sinken. Derzeit bekämen Anleger im Schnitt 1,12 Prozent für Tagesgeld. Dieser von Biallo berechnete Indexwert werde „mit der Senkung des Leitzinses weiter bröckeln".

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Kommentare (9)

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05.07.2012, 17:09 Uhr

Zinssenkungen sind Enteignung! Und zwar Enteignung von Kleinsparern.

Aber wählt nur alle weiter schön die etablierten Parteien, die Euch an den Europäischen Moloch verraten...

seniorbanker

05.07.2012, 17:47 Uhr

Auch die 0,1% oder 0,2%, die demnächst bei den Tagesgeld- und Festzinsen gekürzt werden, machen auf die Summe der Spareinlagen eine ordentliche Summe aus. Wieder einmal zugunsten der südlichenPeripherie EU-Länder günstiger finanzieren können.
Ulrich Fielitz

charles@engadin

05.07.2012, 18:01 Uhr

ach jetzt ...

Sollen die Kleinsparer ihr Geld eben ausgeben, oder in Realwerten investieren. Im augenblicklichen Nachfrageloch wird eben die Nachfrage gefördert - und nicht die Deflation.

"Taler Taler, du sollst wandern..." singe ich meinem Sohn auch immer vor, und klempere dabei mit seinen Gold- und Silbermünzen.
Einen viel kleineren Kleinsparer als den Sohnemann gibt es wohl kaum - und dennoch: eine Zinssenkung ist nicht zu seinem Nachteil...

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