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07.01.2004

13:24 Uhr

Werbemittel bei Arbeitskräftemangel

Keine Rückgang von Betriebsrenten erwartet

Trotz Einschnitten bei der Betriebsrente bei Gerling und der Commerzbank erwartet der Geschäftsführer der Heidelberger Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (AGA), Klaus Stiefermann, keine flächendeckende Abkehr von der betrieblichen Altervorsorge. Der Experte ging am Mittwoch sogar davon aus, dass die Zahl der Betriebsrenten mittelfristig wieder ansteigen werde.

HB FRANKFURT. Die Betriebsrente sei schon in den 80er und 90er Jahren ein Spiegelbild der Situation auf dem Arbeitsmarkt gewesen. Wenn es in einigen Jahren wie prognostiziert zu einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften kommen werde, würden die Betriebe vermutlich auch wieder verstärkt auf das Werbemittel der Betriebsrente zurückgreifen.

Rund 15 Millionen deutsche Arbeitnehmer haben nach Angaben Stiefermanns einen Anspruch auf eine Betriebsrente. Knapp fünf Millionen von ihnen arbeiten im Öffentlichen Dienst. Die Beiträge für die zusätzliche Alterversorgung werden in unterschiedlichen Anteilen von Arbeitgebern und Beschäftigten aufgebracht: Je nach Vereinbarung zahlt der Beschäftigte nur einen Teil oder sämtliche Beiträge. Auch die komplette Übernahme der Beiträge durch den Arbeitgeber ist möglich.

Das Geld kann dann auf fünf Arten bei externen Trägern oder im eigenen Unternehmen angelegt werden: Über eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse, eine Unterstützungskasse oder als sogenannte Direktzusage. Letzteres ist die beliebteste Anlageform.

Bei der Direktzusage werden die Beiträge vom Arbeitgeber direkt verwaltet werden und bietet damit den Unternehmen nach den Worten Stiefermanns einige Vorteile: Ein Konzern könne das Geld so bis zum Rentenbeginn in das Unternehmen investieren und zugleich für die späteren Rentenzahlungen steuerlich vergünstigte Rückstellungen bilden. Obwohl der Arbeitgeber das Risiko und die Verantwortung für die späteren Zahlungen trägt, werden ihm so de facto Steuern gestundet.

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