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03.10.2012

13:35 Uhr

Wie sammele ich ein Vermögen?

Das Leiden der deutschen Sparer

VonChristian Panster

Die Deutschen sollen sparen, damit die Rente reicht; zumindest wird ihnen das unentwegt eingeredet. Viele fragen sich, wie das funktionieren soll? In Wahrheit wird den Sparern das Leben nämlich unnötig schwer gemacht.

Norbert Blüm: Die Rente ist sicher! ap

Norbert Blüm: Die Rente ist sicher!

DüsseldorfIst Norbert Blüm eigentlich ein Schwindler? Oder doch eher hoffnungsloser Optimist? Rund 25 Jahre sind seit jenen Tagen vergangen, als der Rüsselsheimer, damals noch Bundesarbeitsminister, vollmundig verkündete, die Renten seien sicher. Oder besser, mit Blüms Worten: sischer!

Heute glaubt dem  Versprechen kein Mensch mehr. Jeder weiß, dass es im Alter nur reichen wird, wenn man nebenbei möglichst viele Euro beiseitelegt. Schuld daran ist der demografische Wandel. Immer weniger jungen Arbeitnehmern stehen künftig immer mehr Ruheständler gegenüber. Die Alten werden sich also bescheiden müssen, um die Jungen nicht zu überfordern.

Allein auf die gesetzliche Rentenversicherung sollte sich deshalb niemand mehr verlassen – wehe dem. Altersarmut könnte in 20, 30 Jahren zu einem weit verbreiteten Phänomen werden. Blüms Erben, die heutige Politikergeneration, weiß das. Zumindest tut sie so. In Berlin wird dieser Tage eifrig diskutiert, wie man die staatlich geförderte Riester-Rente, benannt nach einem Nach-Nach-Nachfolger Blüms, verbessern könne. Und überhaupt, wie sich den Rentnern in spe finanziell helfen ließe. Die Grünen fordern schon einen Staatsfonds! Auch die SPD feilt an neuen Rentenkonzepten.

In Wahrheit wurde dem Kleinsparer in den vergangenen Jahren nicht geholfen, ganz im Gegenteil. Die staatlich geförderte Riester-Rente war gut gemeint, aber bestimmt nicht gut gemacht. Die üppigen Geschenke, die der Staat an seine Schützlinge austeilt, kommen bei denen nicht oder nur teilweise an. Stattdessen machen die Versicherer und Fondsgesellschaften das große Geschäft.

Vermögensreport

Platz 20

Finnland
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 232
Veränderung zum Vorjahr: - 3,5%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 19.105*
Brutto: 43.042

Quelle: Allianz

*Das Nettovermögen ist bereinigt um die Verbindlichkeiten.

Platz 19

Portugal
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 384
Veränderung zum Vorjahr: -3,3%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 19.572
Brutto: 35.953

Platz 18

Irland
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 300
Veränderung zum Vorjahr: +0,5 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 25.461
Brutto: 66.252

Platz 17

Australien
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 2110
Veränderung zum Vorjahr: +0,5 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 37.330
Brutto: 93.359

Platz 16

Deutschland
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 4715
Veränderung zum Vorjahr: +1,2 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 38.521
Brutto: 57.384

Platz 15

Österreich
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 509
Veränderung zum Vorjahr: 0 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 40.648
Brutto: 60.509

Platz 14

Schweden
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 736
Veränderung zum Vorjahr: -2,4 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 42.104
Brutto: 77.962

Platz 13

Frankreich
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 4002
Veränderung zum Vorjahr: -0,2%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 42.643
Brutto: 63.392

Platz 12

Italien
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 3549
Veränderung zum Vorjahr: -3,1%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 42.875
Brutto: 58.380

Platz 11

Dänemark
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 632
Veränderung zum Vorjahr: +2,9%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 49.220
Brutto: 113.463

Platz 10

Israel
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 482
Veränderung zum Vorjahr: -2,2%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 51.562
Brutto: 63.695

Platz 9

Großbritannien
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 5128
Veränderung zum Vorjahr: -0,4%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 52.600
Brutto: 82.162

Platz 8

Singapur
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 435
Veränderung zum Vorjahr: +5,5%

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 58.215
Brutto: 83.911

Platz 7

Kanada
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 3281
Veränderung zum Vorjahr: -0,5 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 59.913
Brutto: 95.530

Platz 6

Taiwan
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 1646
Veränderung zum Vorjahr: +2,1 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 60.893
Brutto: 70.938

Platz 5

Niederlande
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 1832
Veränderung zum Vorjahr: +3,6 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 61.315
Brutto: 109.943

Platz 4

Belgien
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 940
Veränderung zum Vorjahr: +4,4 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 68.491
Brutto: 87.455

Platz 3

USA
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 38.693
Veränderung zum Vorjahr: +1,7 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 90.417
Brutto: 123.586

Platz 2

Japan
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 15.572
Veränderung zum Vorjahr: - 0,4 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 93.087
Brutto: 123.099

Platz 1

Schweiz
Gesamtvermögen (brutto, in Mrd.): 1654
Veränderung zum Vorjahr: +2,5 %

Pro-Kopf-Vermögen (in Euro)
Netto: 138.062
Brutto: 214.794

Ein großer Teil der Zulagen wird nämlich aufgefressen von den Gebühren. Die Falschen bekommen also die Geschenke. Und der Sparer wundert sich, warum sein privates Rentenprodukt am Ende weniger abwirft, als bei Vertragsschluss erwartet und in den vielen bunten Werbebroschüren versprochen. Tatsächlich stimmt bei nur wenigen Anbietern das Preis-Leistungsverhältnis. Die Zeitschrift „Finanztest“ hat jüngst Riester-Versicherungen geprüft. Gerade einmal fünf von insgesamt 29 Produkten erhielten das Prädikat „gut“.

Kommentare (77)

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claus

03.10.2012, 13:48 Uhr

Wer spart und dann Harz IV beantragt muss eventuell erst sein Erspartes aufbrauchen. Wer nicht spart bekommt sofor das Geld. Ich weiß mach ich mache.

Sparer

03.10.2012, 14:10 Uhr

Stellt sich denn keiner die Frage warum wir sparen müssen?

Um uns die Zukunft zu ermöglichen. Einen sorgenfreien Lebensabend!

Ist da nicht auch etwas anderes denkbar.

Wir müssen sparen damit die Regierenden sgenügend Geld haben um sich Einfluss und Stimmen zu kaufen.

Hatte nicht der Kaiser Anleihen auf den Sieg aufgelegt.
Wurden nicht die Sparer auf einen VW die vor 38 gespart hatten dann enteignet, als Adolf das Werk brauchte um militärfahrzeuge zu bauen. Was ist mit den Optionen der DDRler auf Trabi und Trabant geworden. Zuerst zahlen und dann Jahre warten.

Für mich ist sparen wichtig und anlegen in Bundesanleihen damit unser Sozialsystem weiterlaufen kann. Damit die Gelder für die Harz IVler, Pensionäre fließen. Wenn wir nicht mehr sparen würden dann währe unser Staat bald pleite denn woher würde er das Geld bekommen. Ach ja da sind noch die Steuern.

Account gelöscht!

03.10.2012, 14:14 Uhr

Hoffentlich wird der Artikel von vielen Ministern gelesen. Das ist das Ergebnis ihrer Politik. Was haben sie alle bei Amtsantritt geschworen: ".....dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden.....". Alle haben den Eid gebrochen.

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