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11.02.2014

09:34 Uhr

Wirtschaftsweiser warnt

„Gefährlich, wenn das Geld verjubelt wird“

Geht es nach dem Chef der sogenannten Wirtschaftsweisen, sparen die Deutschen zu wenig. Es bestehe die Gefahr, dass das Geld „verjubelt“ und im Alter dann fehlen werde, sagt Christoph Schmidt.

Konsumieren die Deutschen zu viel? dpa

Konsumieren die Deutschen zu viel?

BerlinDer Vorsitzende der sogenannten Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, hat die Verbraucher angesichts niedriger Zinsen und einer sinkenden Sparquote vor hohen Konsumausgaben gewarnt. Es sei „gefährlich, wenn das Geld nur in den heutigen Konsum fließt und quasi verjubelt wird. Dann fehlt es im Alter“, sagte Schmidt der „Bild“-Zeitung (Dienstag). Die Sparquote der privaten Haushalte lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2013 bei 10 Prozent und war damit so niedrig wie seit 2001 nicht mehr.

Der Ökonom vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung forderte die Verbraucher auf, mehr Geld auf die hohe Kante zu legen. Auf die Frage, ob die Deutschen mehr sparen müssten, sagte Schmidt: „Mit Blick auf die Altersvorsorge: Ja. Will man im Alter den gleichen Kapitalertrag haben, ist bei dem wohl für noch einige Zeit niedrigeren Zinsniveau ein höheres Sparguthaben erforderlich.“

Schmidt warnte die EZB davor, den Leitzins weiter zu reduzieren. „Eine weitere Leitzins-Senkung hätte kaum direkte ökonomische Wirkungen. Sie wäre ein rein psychologisches Signal an die Märkte, dass die EZB nicht untätig ist“, sagte der Wissenschaftler dem Blatt. Die Inflationsrate in Deutschland werde in diesem Jahr „voraussichtlich etwas über 1,5 Prozent liegen“.


Von

dpa

Kommentare (12)

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Scrooge

11.02.2014, 10:43 Uhr

Beamte sind wie Vögel: Sie säen nicht, sie ernten nicht u. Vater Staat oder sagen wir besser der effektive Steuerzahler ernährt sie doch. Gilt auch für Sozialhilfeempfänger.

Ja, der Bürger spart zuwenig. Verantwortungslos. Aber die Frage ist doch, bleibt denn genug netto vom brutto zum sparen. Als wir noch in D lebten war nach Abzug der Einkommenssteuer/Sozialabgaben/Soli über 50% des Einkommens weg. Verschlimmert wurde das Ganze noch durch die permanente Ignoranz der Kalten Progression/Ekst. .

Der deutsche Staat hat Präferenzen:

1. Priviligierung seiner Staatsbediensteten
2. Schaffung einer von Sozialhilfe vom Staat abhänigen u. damit fügsamen Unterschicht. In beiden Punkten ist "Vater Staat" gut vorangekommmen.

Mazi

11.02.2014, 10:54 Uhr

Die Feststellungen sind vollkommen richtig, auch vom Bild:
"Seltsame Vögel"

Wenn das Bild tatsächlich stimmt, dann muss man doch feststellen, dass es unter den Vögeln solche gibt, die im Winter hier bleiben (müssen), während andere in der kalten Zeit ein wärmeres Plätzchen aufsuchen.

Was würde also näher liegen als einen Teil dieser seltsamen Vögel zum weiterziehen zu bewegen. Dazu muss man es ihnen nur kälter unter dem Hintern machen.

Sollte doch funktionieren, oder?

Kcilla

11.02.2014, 11:12 Uhr

Warum wird weniger gespart? 1. Das verfügbare Einkommen wird durch höhere Sozialbeiträge (steigende Bemessungsgrenzen), kalte Progression, ausufernde Mieten und Energiepreise weitgehend abgeschöpft. 2. Sparen oder nicht ist ganz klar eine Risikoabwägung und damit Vertrauenssache und Politik und Banken haben in den letzten Jahren massiv Vertrauen verspielt. Bürger sparen, wenn sie der Überzeugung sind, dass sich der der Verzicht von heute auszahlt und wenn Sparen die beste Alternative ist. Bürger verhalten sich daher vernünftig, wenn sie Gewinnmaximierung anstreben und da wiegt eine Sprachkurs/eine Safari/ein Musical heute schwerer als unsichere 5 Euro mehr pro Monat im Alter. Man kann im Alter auch von schönen Erinnerungen zehren, wogen Erinnerungen an vergeblichen Verzicht eher griesgrämig machen.
Außerdem ist meines Erachtens dieser ganze Sparansatz falsch: Bürger sollten überhaupt nicht Sparen, sondern in ihre Zukunft investieren.

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