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03.02.2014

16:41 Uhr

Zahlungsverkehr

Kreditwirtschaft: Sepa-Umstellung erfolgreich

Seit dem 1. Februar gilt für Überweisungen und Lastschriften das europaweit einheitliche Sepa-Verfahren. Bei der Umstellung hat es keine Probleme gegeben. Das hat die deutsche Kreditwirtschaft festgestellt.

Seit dem 1. Februar müssen Unternehmen und Vereine ihre Geldtransfers auf das europäische Sepa-Format umstellen. dpa

Seit dem 1. Februar müssen Unternehmen und Vereine ihre Geldtransfers auf das europäische Sepa-Format umstellen.

BerlinDie Umstellung von Geldtransfers auf das europäische Sepa-Format ist nach Einschätzung der deutschen Kreditwirtschaft erfolgreich verlaufen. „Der Zahlungsverkehr in Deutschland läuft erwartungsgemäß weiterhin stabil und ohne Auffälligkeiten“, teilte die Interessenvertretung der fünf kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände am Montag in Berlin mit. Am 1. Februar wurden die bisherigen deutschen Überweisungs- und Lastschriftverfahren auf das europaweit einheitliche Sepa-Verfahren umgestellt.

Die Kreditwirtschaft betonte, dass das Umstellungsdatum 1. Februar 2014 für Unternehmen und Vereine nicht aufgehoben sei, obwohl die EU-Kommission eine Fristverlängerung bis 1. August vorgeschlagen hatte: „SEPA ist nunmehr Realität.“ Allerdings stehe es Banken und Sparkassen frei, Kunden das alte Zahlverfahren noch bis August anzubieten.

Dritte Sepa-Studie des Ibi

Risiko Lastschrift

Etwa ein Viertel der Organisationen, die Lastschriften nutzen, hat noch keinen Inkassovertrag für Sepa-Lastschriften abgeschlossen. Damit könnten sie bei einer fristgerechten Einführung von Sepa kein Geld einziehen.

Problem Sonderfälle

Die Integration von Sonderfällen wie Rückläufer in die internen Prozesse ist bei der Sepa-Überweisung bei 66 Prozent und bei der Sepa-Lastschrift bei 51 Prozent der Befragten abgeschlossen.

Testfälle nicht abgeschlossen

Die Durchführung von Sepa-Testfällen bei der Sepa-Überweisung ist nur bei 56 Prozent abgeschlossen. In der Befragung im August 2013 lag dieser Wert bei lediglich 25 Prozent. Bei Sepa-Lastschriften ist die Durchführung von Sepa-Testfällen bei 72 Prozent abgeschlossen.

Notfallpläne fehlen meist

44 Prozent haben bereits vollständig auf Sepa umgestellt. Insbesondere kleine Unternehmen (7 Prozent) haben sich im Vergleich zu mittelgroßen (13 Prozent) und großen Unternehmen (20 Prozent) aber Gedanken über einen Notfallplan gemacht für den Fall, dass Sie nicht rechtzeitig zum 1. Februar 2014 auf Sepa umgestellt haben. Wobei nur 11 Prozent der Organisationen auch faktisch einen haben. 45 Prozent hingegen haben gar keinen Notfallplan.

Durchbruch bei Rechnungen

Bei Organisationen, die bereits Sepa-Überweisungen nutzen, beträgt der Anteil der Sepa-Überweisungen an der Anzahl der gesamten ausgehenden Überweisungen innerhalb Deutschlands im Durchschnitt 56 Prozent.

Die Mehrheit fühlt sich gut gerüstet

Auf einer Skala von 1 (=Was ist Sepa?) bis 10 (=Wir sind bereit) haben die Befragten einen Durchschnittswert von 8,42 angegeben. Im Vergleich zur Befragung im August (5,92) und Februar 2013 (5,7) ist der Wert deutlich gestiegen.

Mehrheit der Kontodaten wurden umgestellt

Etwa 50 Prozent haben alle Kontodaten ihrer Geschäftspartner und Mitarbeiter komplett umgestellt. Der Großteil schätzt, dass bis 1. Februar 2014 alle Kontodaten komplett umgestellt sind. Bei etwa 10 Prozent der kleinen Unternehmen steht der Termin jedoch noch nicht fest.

Wer wurde befragt?

Von den Teilnehmern gaben 22 Prozent an, Kleinstunternehmen zu sein (bis zwei Millionen Euro Jahresumsatz), elf Prozent waren kleine Unternehmen (zwei bis zehn Millionen Euro Jahresumsatz), elf Prozent mittlere Unternehmen (zehn bis 50 Millionen Euro Jahresumsatz) und 20 Prozent große Unternehmen (mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz), acht Prozent waren Selbstständige oder Freiberufler. Hinzu kamen Behörden und öffentliche Einrichtungen (14 Prozent), Vereine (zwölf Prozent) und sonstige Organisationen (zwei Prozent).

Wer hat die Befragung organisiert?

Die Studie stammt von Ibi, einem Forschungsinstitut der Universität Regensburg. Unterstützt wird sie von van den Berg, Intercard und vom Bank-Verlag. Die dritte Befragung lief Ende 2013.

Was ist Ibi?

Ibi ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut an der Uni Regensburg, das anwendungsorientierte Forschung und Beratung mit Schwerpunkt Innovationen rund um Finanzdienstleistungen und Handel betreibt.

Die überwiegende Mehrheit der Firmenkunden in Deutschland habe die Umstellung ihrer Zahlungssysteme aber fristgerecht abgeschlossen. Verbraucher können noch bis Anfang 2016 Überweisungen statt mit der internationalen Kontonummer IBAN mit der bisherigen Kontonummer und Bankleitzahl tätigen.

Sepa steht für „Single Euro Payments Area“ - einen einheitlichen Zahlungsraum in Euro. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen werden standardisiert. Damit soll eine Überweisung ins europäische Ausland nur noch einen Bankgeschäftstag dauern. Der Sepa-Raum umfasst 33 Länder, darunter die 28 EU-Staaten.

Von

dpa

Kommentare (1)

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aluprof

03.02.2014, 17:40 Uhr

Von wegen keine Probleme. Unser Kreditinstitut hat uns nicht darauf hingewiesen, dass unabhängig von den EUweiten Vereinbarungen SEPA um ein halbes Jahr zu verschieben die Rechenzentren der Raiffeisen- und Volksbanken unerbittlich per 1.2.2014 umstellen.

Da hatten wir dann heute morgen "den Salat", als wir diverse Abbuchungen noch nach altem System durchführen wollten. 2-Manntage waren verloren nur wegen diesem Bürokratenmist.

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