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11.04.2012

12:47 Uhr

Zahnarztbehandlung

Versicherungen gegen den finanziellen Schmerz

VonKerstin Leitel

Nicht wenige mussten schon den Gegenwert eines Kleinwagens in ihr Gebiss investieren. Private Zahnzusatzversicherungen sollen dem Arztbesuch zumindest finanziell den Schrecken nehmen. Wann sie sinnvoll ist, wann nicht.

Teures Lächeln: Seit 2005 zahlen die Kassen einen festen Zuschuss. Den Rest müssen die Patienten selbst zahlen. dpa

Teures Lächeln: Seit 2005 zahlen die Kassen einen festen Zuschuss. Den Rest müssen die Patienten selbst zahlen.

FrankfurtDer erste Präsident der Vereinigten Staaten, George Washington, soll für sein Gebiss gerade mal 60 Dollar bezahlt haben. 250 Jahre später können Patienten von solchen Preisen nur noch träumen. Für Zahnarzt und Zahnersatz zahlen sie heute ein Vielfaches. Und auf die Krankenkassen kann man diese Kosten nur begrenzt abwälzen: Zwar überweisen AOK und Co. für den Zahnersatz ihrer Versicherten jedes Jahr über drei Milliarden Euro an die Zahnärzte, doch in vielen Fällen ist das nicht einmal die Hälfte des gesamten Rechnungsbetrags.

Seit 2005 zahlen die Krankenkassen die sogenannte Regelversorgung: einen festen Zuschuss, abhängig vom festgestellten Befund – egal, wie hoch die Rechnung des Zahnarztes letztlich ausfällt. Den Rest müssen die Patienten selbst bezahlen. Soll statt des dunklen Metalls eine schicke Goldkrone aus dem Gebiss blitzen oder entscheidet sich der Patient für eine dezente Keramikkrone, muss er die zusätzlichen Kosten ebenfalls begleichen.

Streit über Gebührenordnung: Kassen wollen Zahnarzt-Kosten strenger kontrollieren

Streit über Gebührenordnung

Kassen wollen Zahnarzt-Kosten strenger kontrollieren

Die gesetzlichen Krankenkassen wollen künftig Zahnarztrechnungen strenger kontrollieren und die Grundlage der Gebührenordnung bei den Zusatzleistungen ändern. Das schmeckt den Zahnärzten überhaupt nicht.

Nicht wenige mussten schon den Gegenwert eines Kleinwagens in ihr Gebiss investieren. Nach der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) Anfang des Jahres, anhand derer die Sätze für Privatleistungen abgerechnet werden, ist es sogar noch teurer geworden.

Die gesetzlichen Krankenkassen werden deswegen nun aktiv: Der Branchenverband fordert von der Regierung Gesetze, damit die Krankenkassen mit den Zahnärzten Höchstsätze nach der GOZ aushandeln können. So sollen Patienten vor überhöhten Rechnungen geschützt werden.

Checkliste

Versicherungsumfang

Will man eine Zahnzusatzversicherung abschließen, sollte man das Kleingedruckte genau lesen: Was genau übernimmt die Versicherung? In manchen Verträgen werden teure Leistungen wie Implantate und Inlays ausgeschlossen. Dann bleibt der Patient im schlechtesten Fall auf seiner Rechnung sitzen. Stehen kieferorthopädische Behandlungen an und werden diese auch übernommen? Sind auch Prophylaxe-Maßnahmen wie eine professionelle Zahnreinigung im Paket inbegriffen?

Kostenlimits

Die Versicherung kann sich einräumen, nur einen bestimmten Satz der Kosten zu übernehmen und nur bis zu einem bestimmten Limit. Muss die Meinung eines zweiten Arztes eingeholt werden?

Timing

Auch der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses will wohl bedacht sein: Hat der Zahnarzt bereits vor Abschluss der Versicherung einen Befund festgestellt, übernimmt der Versicherer nicht mehr die Kosten. Es kann auch eine „Anlaufphase“ geben, in der keine Leistungen gezahlt werden.

Versicherungskonzerne bieten ebenfalls Hilfe an: Private Zusatzversicherungen sollen dem Zahnarztbesuch zumindest in finanzieller Hinsicht den Schrecken nehmen. Schon für weniger als 20 Euro im Monat könne man sich gegen böse Überraschungen wappnen, verspricht die Branche. Dennoch: „Nicht wenige Verbraucher werden diesbezüglich von ihrem Versicherer böse überrascht“, berichtet die Verbraucherzentrale Sachsen. Trotz Versicherung bleibe so mancher Patient auf seiner Rechnung sitzen.

Verbraucherschützer raten dazu, vor Abschluss einer Zahnzusatzversicherung genau die Angebote der Versicherungen zu vergleichen und auch das Kleingedruckte zu kontrollieren. Viele Verbraucherzentralen bieten auch einen Tarifcheck an.

Zudem können die Patienten sparen, indem sie auf Vergleichsportalen wie www.2te-ZahnarztMeinung.de oder www.zahngebot.de den Heil- und Kostenplan ihres Zahnarztes einstellen und auf Angebote anderer Zahnärzte warten. Aber auch diese Vergleichsportale sind nicht unumstritten, denn dass der neue Zahnarzt auch mit seiner Behandlung die Erwartungen des Patienten erfüllt, ist natürlich nicht gesagt.

Kommentare (5)

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3ZS179508GstAOLGFFM

11.04.2012, 13:04 Uhr

KEINE VERSCIHERUNGEN UM BEHANDLUNGSWILLKÜR / BEHANDLUNG GEEGEN DEN ERKÖRTEN UND AUCH SCHRIFTLCIH VERFÜGTEN WILLEN VORRZUBEUGEN

Thomas-Melber-Stuttgart

11.04.2012, 13:26 Uhr

Wurden diese nun separat zu versichernden Leistungen früher nichtanstandslos von den GKVn übernommen? Und das noch bei niedrigerem Beitragssatz!

Ano

11.04.2012, 14:56 Uhr

60 Dollar zur Zeit Washingtons waren auch mal eine Stange Geld. http://futureboy.us/fsp/dollar.fsp?quantity=60&currency=dollars&fromYear=1789

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